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Roger Federer lässt in Rapperswil bauen

Die Pläne von Roger Federer, sich am Zürichsee ein Anwesen zu erstellen, werden konkreter. In der Stadt Rapperswil-Jona ist man sich sicher, dass der Tennissuperstar hinter den Überbauungsplänen auf dem letzten freien Grundstück in der Kempratener Bucht steckt.
Odilia Hiller
Blick auf das rund 16'000 Quadratmeter grosse Grundstück am Zürichsee. (Bild: Niklaus Wächter/Reportair.ch, 16. August 2018)

Blick auf das rund 16'000 Quadratmeter grosse Grundstück am Zürichsee. (Bild: Niklaus Wächter/Reportair.ch, 16. August 2018)

In Kempraten am Zürichsee, einem Ortsteil der Stadt Rapperswil-Jona SG, gibt es ein letztes freies Grundstück mit direktem Seeanstoss. Die «Linth-Zeitung» listet feinsäuberlich und unter Berufung auf diverse Quellen auf, was es damit auf sich hat: Hinter dem geplanten Bauprojekt, das von der Stadt nun grünes Licht bekommen hat, soll der Schweizer Tennisstar Roger Federer stehen. Er wolle dort ein Anwesen mit Sportanlage und Tennisplatz für sich und seine Familie bauen.

Roger Federer. (Bild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Roger Federer. (Bild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Noch tritt Federer nicht öffentlich als Bauherr oder Eigentümer auf. Denn das Grundstück gehört ihm noch gar nicht. Dies bestätigt der St. Galler Anwalt Walter Locher als Vertreter der jetzigen Eigentümer und Bauherren auf Anfrage: «Die Sache ist nicht spruchreif, deshalb werden wir weder dementieren noch bestätigen, wer der potenzielle Käufer ist.» Der Anwalt vertritt die Erbengemeinschaft Otto Rühle, die seit geraumer Zeit nach geeigneten Käufern für das begehrte Stück Land an bester Seeuferlage gesucht hatte. «Es gab mehrere Interessenten», sagt Locher.

Die Behörden geben sich zugeknöpft

Nicht viel auskunftsfreudiger ist der Rapperswiler Stadtpräsident Martin Stöckling gegenüber der «Linth-Zeitung». Es liege auf der Hand, dass solche Lagen interessant seien für gute Steuerzahler.

Der St. Galler Finanzdirektor Benedikt Würth kommentiert mögliche Wohnsitznahmen im Kanton «grundsätzlich nicht». Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um «steuerkraftrelevante Ansiedlungen» handle oder nicht. «Für den Kanton ist es in Bezug auf das Steuersubstrat generell gut, wenn solche Ansiedlungen gelingen. Sei es von natürlichen oder juristischen Person, also von Privaten oder Firmen», sagt der Regierungsrat und Finanzchef auf Anfrage. Und über allfällige Pauschalbesteuerungsabkommen mit dem Kanton, die mit vermögenden Steuerzahlern abgeschlossen würden, herrscht völlige Geheimhaltung.

Roger Federer pflegt enge Verbindungen in die Kempratener Bucht. So nutzt er bekannterweise regelmässig den Rasentennisplatz des dort wohnhaften Multimilliardärs, Unternehmers und brasilianisch-schweizerischen Doppelbürgers Jorge Lemann. Dessen Gattin Susanna Mally Lemann wiederum sitzt seit 2016 im Stiftungsrat von Roger Federers Stiftung, die sich für Bildungsprojekte im südlichen Afrika und in der Schweiz engagiert. Das Engagement für Bildung teilt sich Federer im Übrigen mit den Lemanns, die ihrerseits über die familieneigene «Lemann Foundation» Bildungsinitiativen in den USA, Brasilien und der Schweiz unterstützen.

«Ein purer Zufall»

Der Stadtsanktgaller Anwalt Walter Locher ist in der Ostschweiz eine bekannte Figur. Er ist unter anderem langjähriger Verwaltungsrat des in Rapperswil beheimateten Circus Knie. Politisch ist Locher als FDP-Kantonsrat aktiv. Ein weiteres Locher-Mandat, das zurzeit öffentlich zu reden gibt, ist die Administrativuntersuchung des Kantons St. Gallen in Sachen Spesenmissbrauch an einem Institut der St. Galler Universität (HSG). Diese Untersuchung führte ebenfalls Locher.

Dass der von einem gravierenden Spesenfall betroffene Lehrstuhl von Roger Federers Freund und wohl auch baldigem Nachbarn Jorge Lemann gesponsert wird, sei purer Zufall, sagt der Anwalt. Er verwahre sich gegen die Annahme, seine Verbindungen würden über Roger Federer bis zu Lemann reichen. «Ich hatte vor Jahren einen kurzen Kontakt mit Lemann. Aber zwischen diesen Mandaten besteht überhaupt keine Verbindung.» Er vermische nie etwas, sagt Locher.

Federer will Kinder hier aufwachsen sehen

Federer hatte seinen zivilrechtlichen Wohnsitz im Jahr 2015 nach Valbella GR verlegt sowie sein 1220-Quadratmeter-Grundstück in Wollerau im vergangenen Jahr verkauft. Dennoch schwärmte er in Interview mit unserer Zeitung noch im Herbst davon, seine Kinder in der Schweiz aufwachsen zu sehen: «Wenn du viel reist, hast du das Bedürfnis nach Normalität und Heimat. Darum bin ich froh, habe ich schon früh erkannt, dass ich in der Schweiz bleiben möchte, damit meine Kinder hier aufwachsen können, weil ich immer das Gefühl hatte, dass die Schweiz ein unglaubliches Land ist. Es gibt mir alles, was ich mir wünschen könnte: Sicherheit, Schönheit, nette Menschen, wunderbare Seen und Berge, Flüsse, Wälder.»

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