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Von der Achterbahn an die Gala

Roger Federer marschiert an den Swiss Indoors in Basel in den Final. Der 37-jährige Basler besiegt den Russen Daniel Medwedew, die Nummer 20 der Welt, in 65 Minuten 6:1, 6:4.
Rolf Bichsel (SDA), Basel
Bot seinen Fans in der ausverkauften St.-Jakobs-Halle ein Spektakel: Roger Federer. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Basel, 27. Oktober 2018))

Bot seinen Fans in der ausverkauften St.-Jakobs-Halle ein Spektakel: Roger Federer. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Basel, 27. Oktober 2018))

Welch ein Wandel! Nach drei durchzogenen und fast fragwürdigen Leistungen auf dem Weg in den Halbfinal fand Roger Federer über Nacht zurück zu (fast) seinem besten Tennis. Daniel Medwedew, der auf Hartplätzen in dieser Saison mehr Spiele gewonnen hat als alle anderen Profis, wurde deklassiert. Federer hätte den Halbfinal 6:1, 6:1 gewinnen können. Ein Matchball dazu bot sich ihm. Nur weil sich Med­wedew im Finish nochmals aufbäumte, zwei Matchbälle abwehrte und im zweiten Satz noch auf 4:5 verkürzte, erhielt Federers Halbfinal noch einen kurzen Moment der Spannung.

Federers Steigerung kam für viele überraschend, nicht aber für Federer selber. Schon am späten Freitagabend nach dem Auf und Ab gegen Gilles Simon (7:6, 4:6, 6:4) mochte Federer nichts mehr Negatives hören. «Es ist schon so, dass ich im Moment nicht richtig weiss, was kommt», so Federer in Bezug auf seine Leistungen. Federer: «Aber: Ich bin nach Siegen immer glücklich. Nie beunruhigt. Das Spiel gegen Simon brachte mir wegen der vielen langen Ballwechsel viel. Und der erste Aufschlag war da, wenn ich ihn brauchte.»

Das 14. Endspiel beim Heimturnier

Die wiedergewonnene Sicherheit und der besser funktionierende Aufschlag bildeten die Basis zu Federers Kantersieg im Halb­final. «Ich begann stark», fasste Federer seine Leistung zusammen. «Und natürlich spielte Medwedew weniger gut als zuletzt. Er fand gar nie richtig ins Spiel. Aber das lag vielleicht zu einem Teil auch an meiner Leistung.» Am Ende war Federer «unglaublich happy», in Basel wieder im Final zu stehen. Gegen Marius Copil (ATP 93), den Überraschungs­finalisten, strebt Federer seinen 99. Turniersieg an, den 9. an den Swiss Indoors. Er bestreitet bereits das 14. Endspiel an seinem Heimturnier. Bei seinen letzten zwölf Teilnahmen erreichte er stets den Final. In Basel gewann Federer zuletzt 19 Einzel hintereinander, die letzte Niederlage datiert vom 27. Oktober 2013 im Final gegen Juan Martin Del Potro (6:7, 6:2, 4:6). In den letzten 15 Jahren kassierte Federer in der St.-Jakobs-Halle nur gegen Del Potro (2) und Novak Djokovic (1) drei Niederlagen.

«Es ist schon so, dass ich im Moment nicht richtig weiss, was kommt.»

Roger Federer

In den Final steigt Federer nach der Leistungsdemonstration vom Samstag gegen Copil als haushoher Favorit. Der 28-jährige Rumäne erreichte nach dem 6:3, 6:7 (6:8), 6:4 gegen den als Nummer 2 gesetzten Deutschen Alexander Zverev (ATP 5) als erster Qualifikant an den Swiss Indoors seit Marcos Baghdatis vor 13 Jahren den Final. Copil ist als Nummer 93 der Welt zudem der am schlechtesten klassierte Finalist in Basel seit Patrick McEnroe, der 1994 als Nummer 100 der Welt das Endspiel erreichte. 1994! Das war das Jahr, in welchem Roger Federer erstmals an den Swiss Indoors teilnahm – als Ballboy.

Marius Copil gelingt in Basel das Turnier seines Lebens. Im Februar dieses Jahres eroberte er für die Finalqualifikation in Sofia 180 Weltranglistenpunkte. An den Swiss Indoors sind ihm vor dem Final bereits 320 Punkte auf sicher. Ausserdem gelangen ihm gegen Marin Cilic (ATP 6) im Achtelfinal und gegen Zverev die beiden wertvollsten Siege seiner Karriere. Die Basis zu seinen sechs Siegen in Basel (inklusive zwei in der Qualifikation) legte Copil mit dem Aufschlag. Gegen Zverev schlug er zweimal mit 240 km/h auf. Er brachte alle seine Servicespiele durch. Die entscheidenden Breaks gelangen ihm zum 4:2 im ersten Satz und zum 6:4 im dritten Satz.

In dieser Woche liess sich Copil erst von den Amerikanern Ryan Harrison (1. Runde) und Taylor Fritz (Viertelfinal) je einmal den Aufschlag abnehmen. In der Weltrangliste wird sich Copil nach den Swiss Indoors entweder auf Platz 60 oder auf Position 43 verbessern – je nachdem, ob er den Final gewinnt oder verliert.

Basel. Swiss Indoors (1 984 420 Euro/Halle). Letzter Viertelfinal: Medwedew (RUS/7) s. Tsitsipas (GRE/4) 6:4, 4:6, 6:3. – Halbfinals:Federer (SUI/1) s. Medwedew 6:1, 6:4. Copil (ROU) s. Alexander Zverev (GER/2) 6:3, 6:7 (6:8), 6:4. – Final (heute, 15.00 Uhr, SRF zwei): Federer (1) – Copil.

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