ROLLSTUHLRUGBY: Kolumbien zerstört WM-Traum

Die Schweiz verpasst trotz Siegen gegen Polen und Deutschland die Qualifikation für die WM-Endrunde im australischen Sydney. Ausschlaggebend ist die Auftaktniederlage gegen Kolumbien.

Sonja Grob
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Silvana Hegglin lanciert im Spiel gegen Kolumbien einen Angriff. (Bild: Martin Wenger (Nottwil, 4. April 2018))

Silvana Hegglin lanciert im Spiel gegen Kolumbien einen Angriff. (Bild: Martin Wenger (Nottwil, 4. April 2018))

Sonja Grob

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Das Qualifikationsturnier für die WM 2018 in Nottwil begann für die Schweizer Nationalmannschaft mit der Niederlage gegen Kolumbien (49:53) unglücklich. Auch die beiden Siege gegen Polen (54:53 n. V.) und Deutschland (39:38) änderten nichts mehr daran, dass die Schweiz das WM-Turnier verpasst. Polen und Kolumbien sind aufgrund des besseren Torverhältnisses für die Endrunde qualifiziert.

Mittendrin im Kampf um die WM-Plätze war auch die 20-jährige Silvana Hegglin. Die Nottwilerin hat sich seit Oktober 2015 dem Rollstuhlrugby verschrieben und spielt als einzige Frau im Nationalteam. Klar, dass sie sich nach dem wegweisenden Spiel gegen Deutschland, das trotz des knappen Erfolgs das Aus für die WM bedeutete, niedergeschlagen zeigte: «Die Enttäuschung ist riesengross. Wir haben uns intensiv auf diese Aufgabe hier in Nottwil vorbereitet, hart trainiert, alles gegeben – und es hat trotzdem nicht gereicht.»

Die einzelnen Spiele beschrieb die Nottwilerin als nervenaufreibend. «Das Eröffnungsspiel am Mittwoch gegen Kolumbien war eine knappe Angelegenheit. Wir lagen meistens im Rückstand, holten wieder auf, verspielten die gute Ausgangslage aber immer wieder. Es war einfach der Wurm drin.» Der Sieg in der Nachspielziel am Donnerstag gegen Polen brachte die Hoffnung auf die WM-Qualifikation zurück. «Wir wussten, das Spiel zwischen Kolumbien und Polen am Freitag ist entscheidend.» Für eine WM-Teilnahme hätte Kolumbien gewinnen müssen. Auch ein Sieg von Polen mit mindestens acht Punkten Unterschied hätte uns an die WM gebracht. Doch der 40:38-Sieg von Polen nützte Polen und Kolumbien und zerstörte den WM-Traum der Schweizer. Der knappe Sieg gegen Deutschland am Freitag verkam zur Makulatur.

Eine Enttäuschung auch zum Abschluss

Auf den Weg nach Australien können sich Irland, Neuseeland, Polen und Kolumbien machen. Irland hat als einzige Mannschaft kein Spiel verloren. Das sind beste Voraussetzungen für den Kampf um den Weltmeistertitel. Eine Schweizer Enttäuschung dann noch zum Abschluss des Turniers: Die Schweiz verlor das Spiel gegen Deutschland um Platz 7 deutlich mit 41:46.

«Es war bitter, am Heimturnier nur um Platz 7 zu spielen», zeigte sich Coach Christian Härdi enttäuscht. Sein Team hätte als B-Team eine starke Gruppenphase gezeigt und mit Polen und Deutschland zwei A-Mannschaften geschlagen. Sein Team sei bereit gewesen, habe aber nicht immer die Bestleistung abrufen können und halt den einen oder den andern Fehler zu viel gemacht, erklärt Härdi das Scheitern seines Teams. Der Blick der Schweizer richtet sich trotz der Enttäuschung nach vorne. An der EM im Herbst wollen sie den Aufstieg in die A-Gruppe schaffen.