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Ross Brawn arbeitet an der Formel-1-Zukunft

In der Formel 1 ist das Titelduell zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel die Gegenwart. Im Hintergrund arbeitet ein Team um «Superhirn» Ross Brawn an der Zukunft. Ab dem Jahr 2021 soll sich einiges ändern.
David Bernold (Keystone-SDA)
Die Ideen von Ross Brawn sollen die Formel 1 in die Zukunft führen. (Bild Valdrin Xhemaj/Keystone (Monza 5. September 2013))

Die Ideen von Ross Brawn sollen die Formel 1 in die Zukunft führen. (Bild Valdrin Xhemaj/Keystone (Monza 5. September 2013))

Ross Brawn ist ein vielbeschäftigter Mann. Der Brite ist seit Januar vergangenen Jahres für den sportlichen Bereich der Formel 1 zuständig und damit eine der Schlüsselfiguren bei der Ausarbeitung der Pläne, die die führende Stellung der Rennserie auch in Zukunft sichern soll.

Das «Superhirn» ist gefordert

An Inspiration hat es Brawn noch nie gemangelt. Mit seinen Ideen hatte er unter anderem entscheidenden Anteil an den sieben Titelgewinnen von Michael Schumacher, mit seinem technischen Spürsinn legte er auch die Basis für die Dominanz seiner eigenen Equipe, die vor neun Jahren mit Jenson Button den Weltmeister stellte und auch in der Wertung der Konstrukteure die Nummer 1 war. Brawn, sein Spitzname lautet «Superhirn», verstand es wie kein Zweiter, sich Schlupflöcher im Reglement zunutze zu machen, ohne die Grauzone zu verlassen.

Das Reglement bestimmt Brawns Agenda mittlerweile vollends. Die Ausarbeitung des Gesetzbuches, das ab der Saison 2021 die technischen Leitplanken für die Formel 1 vorgeben wird, fordert auch ein Superhirn. Brawn und sein Stab arbeiten mit Hochdruck an Vorschlägen, die in das zukünftige Regelwerk einfliessen sollen. Innovationen sind zur Genüge vorhanden. Viel schwieriger wird es sein, die Lösungsansätze den involvierten Kreisen schmackhaft zu machen. In einem Sport, in dem die Teilnehmer ein Machtfaktor sind und die eigenen Interessen seit jeher über das Gemeinwohl stellen, verpufft die Überzeugungskraft nicht selten in ihren Ansätzen.

Streitpunkt Motor

Die Machtfülle der federführenden Teams bekamen Brawn und mit ihm der Internationale Automobilverband FIA und das F1-Management unter anderem beim Versuch zu spüren, die Autos mit vereinfachten, billigeren Motoren auszurüsten. Die aktuellen Hersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda stellten sich quer. Das Quartett sprach sich für moderate Veränderungen an den aktuellen Aggregaten aus - mit der fadenscheinigen Begründung, neue Antriebe würden den finanziellen Aufwand zusätzlich in die Höhe treiben.

Brawn und seine Crew haben nun die schwierige Aufgabe, auf dieser Grundlage die Ziele zu verfolgen, die sie mit der modifizierten Version erreichen wollten. Im Vordergrund stehen dabei eine weitere Steigerung der PS-Zahlen und ein verbesserter Sound.

Die Kosten sollen gesenkt werden

Die Einschränkung der Kosten ist und bleibt ein zentrales Thema. Dass sich die angedachte Ausgaben-Obergrenze von 150 Millionen Dollar dereinst umsetzen lässt, erscheint unwirklich - zumal bei Equipen wie Mercedes und Ferrari, die mit einem rund dreimal so grossen Budget operieren.

Vorschläge zur Senkung des finanziellen Aufwands liegen gleichwohl auf dem Tisch. Dazu sollen unter anderem Einschränkungen bei der Entwicklung der Motoren eingeführt werden. So soll jeder Hersteller pro Saison nur noch eine bestimmte Anzahl von Einheiten bauen dürfen. Zudem soll die erlaubte Einsatzzeit der Prüfstände drastisch reduziert werden. Gegenwärtig werden nach Schätzungen rund 4000 Stunden aufgewendet. Diese Anzahl soll bis 2023 schrittweise auf 1000 Stunden gesenkt werden.

Bessere Optik, mehr Überholmanöver

Ein Schwerpunkt wird für Brawn die Optik der zukünftigen Formel-1-Autos sein. Ansätze, in welche Richtung es diesbezüglich gehen könnte, präsentierten die Verantwortlichen vor zwei Wochen im Rahmen des Grand Prix von Singapur. Das Konzept sieht kompaktere und in der Linienführung harmonischere Wagen vor. Die Studie gefällt. Ob sie sich aber auch mit den Sicherheitsvorschriften und der Hoffnung auf mehr Ausgeglichenheit und Spannung vereinbaren lässt, bleibt abzuwarten.

Der Formel-1-Bolide der Zukunft darf vorab nicht zu viel Abtrieb verlieren. Unter anderem soll ein vorausfahrendes Auto möglichst wenig verwirbelte Luft erzeugen, der Wagen dahinter möglichst minimal darauf reagieren müssen. Berechnungen haben ergeben, dass sich beim neuen Konzept der Verlust des Abtriebs bei einem Abstand von drei bis vier Wagenlängen von bisher 50 auf 20 Prozent verringern liesse. Das würde primär mehr Überholmanöver und entsprechend mehr Spektakel garantieren. Skepsis macht sich wiederum bei den Herstellern breit. Sie legen beim Bau der Autos weiterhin den Fokus auf den Umstand, voraus- und nicht hinterherzufahren.

Vorausgehen wird weiterhin auch Brawn. Als Macher, Ideenlieferant - und hoffentlich erfolgreicher Vermittler.

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