Ruckstuhl springt an Topresultat vorbei

Zu einer ganz speziellen Startmöglichkeit kam die Altbüronerin Géraldine Ruckstuhl am Donnerstagabend anlässlich des Stunden-Siebenkampfs in Amstetten.

Stefanie Barmet
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Geraldine Ruckstuhl (links) mit Ivona Dadic im 200m Lauf.

Geraldine Ruckstuhl (links) mit Ivona Dadic im 200m Lauf.

Bild: Reinhard Eisenbauer/Freshfocus (Amstetten, 23. Juli 2020)

Exakt ein Jahr vor der geplanten Eröffnungsfeier der Olympischen Spielen in Tokio fand am Donnerstagabend im österreichischen Amstetten erstmals überhaupt ein Stundensiebenkampf statt. Da die WM-Dritte und österreichische Landesrekordhalterin Verena Preiner verletzungsbedingt nicht zum Dreikampf gegen ihre Landsfrauen Ivona Dadic und Sarah Lagger antreten konnte, wurde die Altbüronerin Géraldine Ruckstuhl (Bild) zu diesem speziellen Wettkampf eingeladen. «Ich habe die Startmöglichkeit relativ kurzfristig erhalten, weshalb ich mich nicht speziell darauf vorbereitet habe», erzählt die 22-Jährige.

Normalerweise absolvieren die Siebenkämpferinnen ihren Wettkampf innerhalb von zwei Tagen. Am Donnerstag lagen zwischen dem Start über die 100 Meter Hürden und demjenigen über 800 Meter lediglich 60 Minuten. Am besten meisterte Ivona Dadic (26) die spezielle Herausforderung. Die Hallen-Vizeweltmeisterin stellte mit 6235 Zählern einen inoffiziellen Weltrekord in diesem speziellen Wettkampfformat auf. Die 20-jährige Nachwuchshoffnung Sarah Lagger erreichte ein Gesamttotal von 5785 Punkten.

Fataler «Nuller» im Hochsprung

Im Hochsprung scheiterte Geraldine Ruckstuhl drei Mal an ihrer Anfangshöhe.

Im Hochsprung scheiterte Geraldine Ruckstuhl drei Mal an ihrer Anfangshöhe.

Bild: Reinhard Eisenbauer/Freshfocus (Amstetten, 23. Juli 2020)

Nicht nach Wunsch verlief der Siebenkampf hingegen für Géraldine Ruckstuhl, die sich nach einem «Salto Nullo» im Hochsprung mit 5000 Punkten begnügen musste. Der Auftakt über die Hürden ging mit Saisonbestleistung von 14,24 Sekunden noch in Ordnung. Doch im Hochsprung riss sie ihre Anfangshöhe von 1,62 dreimal. Aufgeben war dennoch keine Option. Im Kugelstossen gelangen drei konstante Würfe, der Exploit blieb mit 13,84 Meter noch aus. Den 200-Meter-Lauf lief sie in kontrollierten 25,69 Sekunden. Nach einer lediglich achtminütigen Pause ging es bereits mit dem Weitsprung weiter, wo die 22-Jährige 5,57 Meter weit sprang.

Ruckstuhl: «Extrem intensiver Wettkampf»

Stark waren in der Folge die 53,02 Meter im Speerwerfen. Kaum war der letzte Wurf ausgeführt, fiel bereits der Startschuss zum abschliessenden 800-Meter-Lauf, welchen die Schweizerin in 2:21,10 Minuten beendete.

«Die letzte Motivation fehlte mir etwas, dennoch habe ich durchgebissen»,

bilanziert Ruckstuhl. «Der Wettkampf war ohne Pausen extrem intensiv und der Puls stets hoch. Die Schuhe mussten jeweils im Eiltempo gewechselt werden. Der verpatzte Hochsprungwettkampf ärgert mich natürlich. Dennoch konnte ich lehrreiche Erfahrungen sammeln und freue mich nun auf die nächsten Wettkämpfe.»

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