RUDERN: Das Wasser ist sein Element

Felician Bossart (14)sammelt fleissig Titel an Schweizer Meisterschaften. Morgen wird der Luzerner für seine Erfolge geehrt.

Regula Schweizer
Drucken
Teilen
Felician Bossart trainiert am nebligen Samstagmorgen auf dem Vierwaldstättersee. (Bild Dominik Wunderli)

Felician Bossart trainiert am nebligen Samstagmorgen auf dem Vierwaldstättersee. (Bild Dominik Wunderli)

An den diesjährigen Schweizer Meisterschaften war ein Luzerner der grosse Überflieger in der jüngsten Altersklasse: Felician Bossart. Der Athlet des Ruderclubs Reuss Luzern siegte nämlich bei den unter 15-Jährigen im Einer, Doppelzweier und Doppelvierer – und damit gleich in allen Bootsklassen. Morgen Abend wird der Sekundarschüler gemeinsam mit seinen Teamkollegen Kai Schätzle, Felix Hering und Yannou Kronenberg für diese Erfolge an der Sportlerehrung der Stadt Luzern geehrt (siehe Box unten). «Ich freue mich auf die Ehrung. Es ist eine schöne Anerkennung», sagt Felician Bossart. Insbesondere sei es auch eine Motivation, auf diesem Weg weiterzugehen und noch mehr zu erreichen.

Nun greift er auch im Achter an

Felician Bossart nimmt seine sportliche Zukunft jedoch Schritt für Schritt und mag noch nicht von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen träumen: «Bis das ein Thema werden könnte, ist es noch ein sehr weiter Weg.» Nun stehen für den Luzerner erst einmal wichtige Entscheidungen in der Ausbildung an. Der Sek-A-Schüler könnte sich vorstellen, ins Sportgymnasium zu wechseln, aber auch eine Lehre zu machen. So hat er schon einmal als Bootsbauer geschnuppert. Felician Bossart weiss heute also noch nicht genau, welche Ausbildung er im nächsten Sommer in Angriff nehmen wird. Was der 14-Jährige hingegen ganz genau weiss, ist, welche sportlichen Ziele er anstrebt: gemeinsam mit seinen Teamkollegen in der Kategorie der unter 17-Jährigen im Doppelvierer und Achter angreifen.

Die Arbeit im Mannschaftsboot macht Felician Bossart Freude und sei mitunter auch sehr lehrreich im Umgang mit Kollegen, wie er erklärt: «Ich habe beim Rudern gelernt, als Team zu agieren und nicht jemandem für einen Fehler die Schuld zu geben. Denn wir sind als Team schnell oder eben nicht.»

Rudern, fischen, segeln

Dass sie diese Saison so schnell waren, ist nicht zuletzt auch dem intensiven Training zu verdanken – sechs bis sieben Trainingseinheiten die Woche im Winter und gar neun bis zehn im Sommer stehen auf dem Programm. So bleibt neben der Schule und dem Training nicht mehr viel Zeit für Hobbys. Ergibt es sich doch einmal, so zieht es Felician Bossart oft wieder an den See. «Früher war ich ab und zu fischen, und letzten Sommer war ich mit meinem Onkel und meinen Cousins segeln», erzählt der Mittlere von drei Brüdern und bestätigt: «Am Wasser fühle ich mich wohl.» Damit ist er nicht alleine in der Familie. Sein älterer Bruder segelt nämlich. Ein Umstieg vom Ruder- ins Segelboot ist für Felician Bossart aber keine Option, denn schliesslich fasziniert ihn der Rudersport: «Es ist vor allem die Dynamik und das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren Technik, Kraft, Ausdauer und Material, die den Rudersport für mich ausmachen. Und nicht zuletzt auch das Naturerlebnis und der Spass mit den Kollegen.»

Viel Freude werden Felician Bossart und seine Kollegen dem Schweizer Rudersport wohl auch in den nächsten Jahren bereiten.