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RUDERN: Die Zeit läuft gegen Michael Schmid

Michael Schmid (Luzern) und Daniel Wiederkehr (Baden) verpassen auf dem Rotsee die Halbfinals. Sieben Wochen vor der WM gehen sie nun einen neuen Weg, um die Saison zu retten.
Stefan Klinger
Der Start in eine Regatta, die nicht nach Wunsch verlaufen sollte: Michael Schmid (hinten) und Daniel Wiederkehr gestern Morgen beim Vorlauf-Start auf dem Rotsee. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Start in eine Regatta, die nicht nach Wunsch verlaufen sollte: Michael Schmid (hinten) und Daniel Wiederkehr gestern Morgen beim Vorlauf-Start auf dem Rotsee. (Bild Corinne Glanzmann)

Stefan Klingler

Da sind Michael Schmid (27/Luzern) und Daniel Wiederkehr (26/Baden) am gestrigen Freitag gleich zwei Rennen gefahren, am Vormittag den Vorlauf und am Nachmittag den Viertelfinal. Und was machten die beiden, als am Abend sämtliche Rennen des Auftakttages beendet waren? Sie gingen gleich noch einmal auf den Rotsee und absolvierten eine rund 30-minütige Trainingseinheit.

Es war der Beginn eines neuen Weges, den der Schweizer Leichtgewichtsdoppelzweier nun gehen will. Ein erster Test, ob es überhaupt einen Sinn macht, die Sitzordnung zu verändern und Schmid künftig als Schlagmann einzusetzen. Und weil dieser Test ganz gut verlief, wird das Duo die neue Kombination im heutigen C-Final um die Plätze 13 bis 18 (10.50 Uhr) gleich zum ersten Mal in einem Wettkampf ausprobieren.

Olympiaticket für Top 11 der WM

Sie müssen ja auch etwas verändern, wenn sie an der WM Ende August in Frankreich, wo die ersten elf ihrer Bootsklasse das Olympiaticket lösen, eine realistische Chance auf die Olympiaqualifikation haben wollen. Die Zeit drängt dabei, doch im Grunde drängt sie schon, seit die beiden im vergangenen Herbst erstmals gemeinsam in einem Doppelzweier gesessen sind.

Denn bis Mitte März testete der Schweizer Verband immer wieder verschiedene Kombinationen, um das erfolgversprechendste Duo herauszufinden. Und als die beiden dann endlich täglich gemeinsam trainierten, folgte ein paar Wochen später schon der Rückschlag: Ende Mai brach sich Schmid, als er auf dem Velo ruckartig einem Auto ausweichen musste und sich auf einem Betonpfosten abfing, die Hand. Die Folge: Zwei Wochen Ruderpause, anschliessend zwei Wochen leichtes Aufbautraining im Skiff. Erst 14 Tage vor dem Rotsee stiegen Schmid und Wiederkehr wieder gemeinsam ins Boot. Das Problem der ohnehin schon mangelhaften Abstimmung wurde dadurch freilich nicht kleiner. «Uns fehlen einfach einige gemeinsame Kilometer», verdeutlicht Schmid, «wir brauchen noch Zeit.»

Davon haben sie nun zwar nicht mehr allzu viel, doch Schmid ist überzeugt, dass die Olympiaqualifikation trotz allem erreichbar ist. «Wir wissen, dass es extrem schwer wird, aber es ist möglich. Wir haben von März bis jetzt einen riesigen Schritt gemacht, und die Vorbereitung auf die WM kann ja nur besser werden, als es die Vorbereitung auf den Rotsee war», sagt er, «das mit der Abstimmung kannst du in diesem Zeitraum verbessern, wenn du Probleme im physischen Bereich hättest, könntest du das nicht so schnell verbessern.»

Physisch sind sie bei den Besten

Doch zumindest in diesem Bereich sind Schmid und Wiederkehr voll dabei bei den Besten. Auf dem Ergometer, wo die Rudertechnik keine Rolle spielt, erzielt der Luzerner beispielsweise einen besseren Wert als Simon Niepmann, der immerhin mit dem Schweizer Leichtgewichtsvierer zu den aktuell besten Booten der Welt gehört. Und dass Schmid/Wiederkehr im gestrigen Viertelfinal auf den letzten 500 Metern, wenn die Athleten am Limit sind und das letzte Bisschen aus sich herausholen, allen Konkurrenten über eine Sekunde abnahmen, spricht für sich – die Physis ist nicht das Problem.

Nach 500 Metern Letzter

Dagegen wirkte sich das Problem der ungenügenden Abstimmung auf den ersten 500 Metern besonders gravierend aus: Schmid und Wiederkehr fuhren da allen anderen hinterher.

Vor einem Jahr endete die Rotsee-Regatta für Michael Schmid am Samstagabend mit dem Sieg im nicht olympischen Leichtgewichtseiner. Diesmal ist sie für ihn schon heute Vormittag zu Ende. Doch die Enttäuschung würde sich in Grenzen halten, wenn ein guter C-Final die Erkenntnis bringt, dass ihr neuer Weg ein guter ist.

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