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RUDERN: Michael Schmid feilt noch an der Abstimmung

Michael Schmid (Luzern) und Daniel Wiederkehr (Baden) qualifizieren sich auf dem Rotsee direkt für die Weltcup-Halbfinals. Doch im Hinblick auf Olympia haben sie noch einiges zu tun.
Trotz des gestrigen dritten Rangs läuft bei Michael Schmid (links) und Daniel Wiederkehr noch nicht alles nach Plan. (Bild Corinne Glanzmann)

Trotz des gestrigen dritten Rangs läuft bei Michael Schmid (links) und Daniel Wiederkehr noch nicht alles nach Plan. (Bild Corinne Glanzmann)

Claudio Zanini und Jonas von Flüe

Eigentlich hätte sich Michael Schmid nach der direkten Halbfinal-Quali vor das neue Ruderzentrum am Rotsee stellen und sich auf die Schulter klopfen können. Das vorherrschende Kaiserwetter am «Göttersee» hätte geradezu eingeladen, die eigene Leistung mit Superlativen aufzupolieren. Doch Schmid stand vor der Athleten-Zone, stemmte seine Arme in die Hüften und sagte ruhig: «Es gibt noch einiges zu tun.»

Grund für seine nüchterne Art, die gemeinsame Darbietung mit Teamkollege Daniel Wiederkehr im leichten Doppelzweier aufzuarbeiten, waren die ersten 500 Meter. «Und auch die zweiten 500 Meter», stellt Schmid klar. Die beiden lagen nach dem ersten Streckenabschnitt an vierter Stelle – auf einem Platz, der nur für den Hoffnungslauf gereicht hätte. Nach einem Kilometer sah die Klassierung nicht besser aus. Die Russen, die Iren und die Japaner lagen vorn. «Vom Rhythmus her fielen wir auf den zweiten 500 Metern in ein Loch», erklärt Schmid und fügt an: «Dieses Loch müssen wir bis morgen füllen.» Das Problem ist ihm nicht gänzlich unbekannt. Immer wieder hapere es beim Übergang vom Startteil in den Streckenschlag. Doch nach dem ersten Kilometer war der Rhythmus im Schweizer Boot vorhanden. Bis zum Ziel nach 2000 Metern konnten die Japaner überholt werden. Es reichte für Platz 3.

Verletzungspech bei Wiederkehr

Die Regatta auf dem Rotsee ist für das Duo Schmid/Wiederkehr der zweite und gleichzeitig auch der zweitletzte Wettkampf vor den Olympischen Spielen in Rio. Eine Sehnenscheidenentzündung an beiden Unterarmen zwang Wiederkehr zu einer Operation. Er fiel von Oktober bis März aus. Deshalb können sie erst seit ein paar Wochen gemeinsam auf dem Wasser trainieren. Schmid sagt dennoch: «Wir sind auf einem viel höheren Niveau als noch vor einem Jahr.» Damals, im Mai 2015, brach sich Schmid beim Velofahren die Hand, als er einem Auto ausweichen musste. «Wir haben die Zeit nach der EM gut genutzt, um unseren Trainingsrückstand aufzuholen», erzählt er. Doch das Duo muss noch viele gemeinsame Kilometer zurücklegen, um seine Abstimmung zu verbessern. «Wir haben nicht sofort gut harmoniert und waren im Vorjahr nur erfolgreich, weil wir nie aufgegeben und lange zusammen trainiert haben.» Noch bleiben den beiden etwas mehr als zwei Monate, um sich bestmöglich auf ihr Karriere-Highlight vorzubereiten. Die Olympischen Spiele stellen für sie ein Novum dar. 2012 scheiterte Schmid in der Qualifikationsregatta zusammen mit Silvan Zehnder.

«Wir können nicht zaubern»

Schmid und Wiederkehr reisen mit den niedrigsten Erwartungen aller Schweizer nach Rio. Während die anderen drei Boote auf Medaillen oder gar auf den Olympiasieg schielen, weiss Schmid, dass eine solche Zielsetzung utopisch wäre: «Wir haben weder im Weltcup noch an einer EM oder WM im Doppelzweier eine Medaille geholt. Wir sind zwar hoch motiviert, können aber nicht zaubern.» Ihr Ziel ist der ­A-Final, also ein olympisches Diplom. Und die Rolle im Schatten der anderen Boote behagt den beiden eigentlich ganz gut. Er spüre weniger Druck, sagt Schmid, und stehe nicht so im Fokus der Öffentlichkeit.

Doch Schmid und Wiederkehr sind ehrgeizig genug, um in Rio nicht nur als «Touristen» anzutreten. An den Tag nach den Olympia-Rennen denke er momentan noch nicht, der Fokus liege ganz auf dem Wettkampf in Rio. Und der gestrige Vorlauf hat gezeigt, dass die beiden bis dahin noch einiges zu tun haben. «Die verbleibenden Rennen bis zu Olympia erachten wir als Chance, kleine Schritte nach vorn zu machen.» Ein weiterer kleiner Schritt könnte etwa die Finalqualifikation am heutigen Nachmittag (15.15) sein.

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