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RUDERN: Niklaus Haberthür: Probleme mit dem Kameraboot

Enttäuschung für den Vierer mit Niklaus Haberthür: nur Rang sechs an den Schweizer Meisterschaften am Rotsee. Zeit für Ärger bleibt indes kaum: Der Obwaldner startet an der WM in Bulgarien.
Roland Bucher
Hier noch beim Ruderzentrum am Rotsee, bald an der Junioren-WM: Niklaus Haberthür. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. Juli 2017))

Hier noch beim Ruderzentrum am Rotsee, bald an der Junioren-WM: Niklaus Haberthür. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. Juli 2017))

Roland Bucher

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die Enttäuschung war am Sonntagabend unschwer herauszuspüren: Sein erst vor einer Woche ad hoc formierter Seeclub-Luzern-Vierer hatte an den nationalen Titelkämpfen auf dem Rotsee den angestrebten Podestplatz um ein Weites verfehlt. Rang 6 statt eine SM-Medaille auf der Brust: «Das schmerzt», sagt Niklaus Haber­thür, «denn wir hatten uns doch so viel vorgenommen, fühlten uns gut.» Ärgerlich vor allem: «Eigentlich können wir nur wenig dafür, dass wir gescheitert sind. Wir waren auf der Aussenbahn platziert, und das Kameraboot schlug derart hohe Wellen, dass wir mit diesem Handicap keine Chance hatten, in die Entscheidung einzugreifen.»

Lausannes Vierer siegte, und wenn Niklaus Haberthür etwas Gutes aus diesem Einsatz gewinnt: «Im Siegerboot ruderten zwei Olympiateilnehmer. Mit ihnen im gleichen Rennen am Start zu stehen – das ging schon unter die Haut.» Olympia: davon später.

Die eleganten Boote am Sarnersee

Die Hauptprobe, sein letzter Einsatz vor der U23-WM in Plovdiv (22. bis 27. Juli) also, die missriet. Der kleine Frust, der sich im hohen Wellengang angestaut hatte, dürfte indes bereits gestern wieder verflogen sein: Niklaus Haberthür rückte im Leistungszentrum in Wilen bei Sarnen, dort, wo er mit seiner Familie auch privat sesshaft ist, ins Trainingslager ein: Feinschliff für seinen ersten grossen Karrierehöhepunkt.

Dass er es einmal so weit bringen würde, das war kaum abzusehen, als er als kleiner Knirps aus dem Baselland an den Sarnersee zog. Doch dort entdeckte der kräftige Primarschüler, der sich in der Zwischenzeit zu einem Modellathleten mit den Ruderer-Gardemassen von 1,90 Meter Grösse und 94 Kilogramm Gewicht entwickelt hat, bald einmal die eleganten Boote, die mus­kelgetrieben über den See schweb­ten. «Es hat mich schnell gepackt», erzählt der an der ETH in Zürich Elektrotechnik studierende junge Mann. Mit 14 Jahren war Haberthürs Eintritt in den RC Sarnen beschlossene Sache. Es ging bald aufwärts mit dem Jungruderer, steil aufwärts sogar, der Übertritt zum Reussclub Luzern und vor einem Jahr zum Seeclub Luzern waren die logische Konsequenz seiner Talente, die immer offensichtlicher wurden.

Aber: So richtig in Fahrt und auf den Geschmack einer Spitzensport-Laufbahn kam Niklaus Haberthür erst vor Jahresfrist. Steigbügelhalter war – ausgerechnet –die Armee: Der strebsame Ob­waldner, der sich durchaus einen «vernünftigen Schuss Ehrgeiz» attestiert, griff nach seiner militärischen Durchdiener-Ära wieder ins Skuller- und Riemengeschehen ein, als wäre die Zeit stillgestanden: «Es hat mich unerhört motiviert, zu spüren, dass ich für diesen Sport gute Voraussetzungen mitbringe.» Um nicht zu sagen: fürs Rudern ge­boren ist.

Halbfinal ist sein Ziel

So reist denn Niklaus Haberthür bald einmal nach Bulgarien, misst sich im Einer mit den besten Jahrgängern der Welt, erntet den Lohn für seine starken Werte, die er Anfang Jahr bei den Leistungstests des Schweizerischen Ruderverbandes vermerkte. Ob er gewappnet sei für den ersten ganz grossen internationalen Auftritt? «Wissen Sie», sagt er mit etwelchem Respekt, «eigentlich habe ich keine Ahnung, was mich dort erwartet.» Aber kämpfen werde er, wie es seinem Naturell entspricht. «Alles geben» dafür, dass er ein Etappenziel auf der Leiter zu einer schönen Karriere erreicht: «Ich möchte es in den Halbfinal schaffen. Das wäre grossartig.»

Also, noch offen wäre ja die Akte Olympia: So etwas zu erreichen, wie es Olympiasieger Mario Gyr, sein prominentester Vereinskollege, demonstrierte, das wäre, gesteht er, «halt schon fantastisch». Doch Niklaus Haberthür ist kein Träumer: «Der Weg dorthin, der ist unerhört schwer und unberechenbar.» Steht irgendwie nicht ganz im Einklang zu seinem Leitmotiv: «Wer will, der kann.» Denn: Dieser junge Mann will.

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