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RUDERN: Olympia-Ticket ist in Griffweite

Ab 10.42 Uhr gilt es ernst: Patricia Merz und Frédérique Rol starten auf dem Rotsee in die Qualifikations- regatta für die Olympischen Spiele. Die beiden sind nicht nur auf dem Wasser ein Team.
Jonas von Flüe
Die Baarerin Patricia Merz (links) und und die Romande Frédérique Rol stärken sich mit einem Müesli in der Küche des Ruderzentrums in Sarnen. (Bild Philipp Schmidli)

Die Baarerin Patricia Merz (links) und und die Romande Frédérique Rol stärken sich mit einem Müesli in der Küche des Ruderzentrums in Sarnen. (Bild Philipp Schmidli)

Jonas von Flüe

Patricia Merz und Frédérique Rol sitzen in der Küche des Schweizer Ruderzentrums in Sarnen, lachen und essen Müesli. Es ist Mittag, Trainingspause und Erholungszeit. Während sich viele Ruderer oft in der Migros verpflegen, verbringt das Duo seine Mittagspause lieber im Ruderzentrum, wo es sich noch über Gott und die Welt unterhalten kann.

«Wir kochen beide gerne, weshalb wir meistens hier in der Küche sind», erzählt die Baarerin Merz. Und wenn es mal nichts Warmes gibt, dann halt eben Müesli.

So locker die Atmosphäre vor ein paar Tagen noch war, so fokussiert müssen die beiden heute an den Start gehen. Um 10.42 Uhr treten sie im Leichtgewichtsdoppelzweier zum ersten Vorlauf der Olympia-Qualifikationsregatta an (siehe Box) – es ist ihre letzte Chance, sich für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren. Die 22-jährige Merz sagt: «Die bisherige Saison hat gezeigt, dass man sich keine Fehler erlauben kann und unser Feld sehr ausgeglichen ist.» Die gleichaltrige Rol, die in Lausanne aufgewachsen ist, aber in Luzern in einer WG wohnt, ergänzt: «Es ist alles möglich, doch wir versuchen, nicht auf die anderen zu schauen.» Am Dienstagnachmittag, nach dem Final, wissen die beiden, ob sie ihr grosses Ziel erreicht haben.

Vertrauen macht das Boot schnell

Das Duo rudert bereits seit fünf Jahren zusammen und nähert sich kontinuierlich der Weltspitze. 2015 gewannen die beiden an der U-23-WM Bronze, 2016 haben sie weitere Fortschritte gemacht. Am Weltcup-Start in Varese erreichten sie Rang 11, an der EM in Brandenburg vor zwei Wochen Rang 4. Sie sind überzeugt: Das liegt auch an ihrem guten Verhältnis. «Im Trainingslager nervt mich Frédérique immer als Letzte», erzählt Merz lachend, «es ist ein grosses Glück, dass wir uns so gut verstehen.» Und Rol ergänzt: «Man verbringt so viel Zeit zusammen, da ist es wichtig, dass man miteinander klarkommt. Wenn man einander vertrauen kann und weiss, dass die andere alles gibt, wird das Boot schneller.»

Vergleich mit den Weltmeisterinnen

Die Saison der beiden ist ganz auf die heute startende Regatta ausgerichtet. Im Winter reisten sie für sechs Wochen nach Neuseeland, wo sie perfekte Trainingsbedingungen und die Weltmeisterinnen als Gradmesser vorfanden. Im Direktduell konnten sie durchaus mit den Neuseeländerinnen mithalten. Merz sagt: «Wir hatten im Drei-Wochen-Rhythmus Rennen und hätten uns nicht besser auf die Qualifikationsregatta vorbereiten können.» Zudem haben die sechs Wochen die beiden noch mehr zusammengeschweisst.

Dem Ziel Olympia haben sie alles untergeordnet. Sportstudentin Merz war nur etwa dreimal an der Uni, Wirtschaftsstudentin Rol hat in diesem Jahr ebenfalls nicht mit Anwesenheit geglänzt. Sie sagt: «Obwohl wir uns noch nicht qualifiziert haben, setzen wir im Olympia-Jahr 100 Prozent auf den Sport. Das Studium können wir im Herbst wieder aufnehmen.» Merz möchte im nächsten Sommer den Bachelor abschliessen, Rol gar ihren Master.

Vor dem heutigen Rennen spüren die beiden keinen Druck, «wenn, dann setzen höchstens wir uns selber unter Druck», meint Rol. Sie wissen, dass Freunde, Familie und Fans nur wegen ihnen an den Rotsee kommen werden. «Das ist cool», sagt Merz, «aber während des Rennens merken wir davon nicht viel.» Der Heimvorteil sei die gewohnte Umgebung: keine lange Planung, kein Reisestress, kein unbekanntes Bett.

In Rio de Janeiro hingegen würden sie diese Strapazen liebend gerne auf sich nehmen.

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