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RUDERN: Röösli steckt sich hohes Ziel

Der Neuenkircher Roman Röösli will in Rio nach den Medaillen greifen. Am Rotsee geht es um eine erste Standortbestimmung. Denn in der Vorbereitung gab es einige Rückschläge zu verdauen.
Jonas von Flüe
Roman Röösli (links) und Nico Stahlberg messen in der Sarner Bootshalle das Boot aus, mit dem der Doppelvierer in Rio an den Start gehen will. (Bild Philipp Schmidli)

Roman Röösli (links) und Nico Stahlberg messen in der Sarner Bootshalle das Boot aus, mit dem der Doppelvierer in Rio an den Start gehen will. (Bild Philipp Schmidli)

Jonas von Flüe

Roman Röösli und Nico Stahlberg wirken gut gelaunt. Das schlechte Wetter verunmöglicht an diesem Tag zwar ein Training auf dem Sarnersee, doch der sportliche Erfolg wirkt sich sichtlich auf das Gemüt der beiden aus. Wenige Tage zuvor haben sie an der Europameisterschaft im deutschen Brandenburg zusammen den guten 4. Platz erreicht. Im Doppelzweier, in dem sie eigentlich gar nicht an den Start hätten gehen sollen. «Wir wussten nicht, wie wir abschneiden werden, aber die Zeit im Doppelzweier hat mir grossen Spass gemacht», erzählt der 22-jährige Röösli.

Denn Röösli und Stahlberg (24) bilden eigentlich mit Augustin Maillefer (23) und Barnabé Delarze (21) einen erfolgreichen Doppelvierer. Im vergangenen Herbst haben sie sich an der WM dank eines starken 5. Platzes für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert. Röösli sagte damals selbstbewusst: «Wenn jetzt über den Winter alles rund läuft, können wir nächstes Jahr spannende Rennen bestreiten, und vielleicht reicht es dann sogar für eine Olympiamedaille.»

Grosses Verletzungspech

Doch über den Winter ist es alles andere als rund gelaufen. Zuerst brach sich Augustin Maillefer im Januar beim Krafttraining in St. Moritz die Hand, was eine Operation und eine lange Aufbauphase nach sich zog. Dann erwischte es auch noch Barnabé Delarze: Rückenprobleme verhinderten lange Zeit ein Training auf dem Wasser. Und so starteten Röösli und Stahlberg notgedrungen im Doppelzweier. «Wir waren bereits im Winter häufig in Kleinbooten unterwegs. Von daher war es für uns keine grosse Umstellung. Und die Zeit im Doppelzweier war sicher nicht umsonst», ist Röösli überzeugt.

Doch für die beiden gesunden, topfitten Athleten war die Verletzung der Kollegen ein herber Rückschlag in der Olympia-Vorbereitung. Mit Markus Kessler (24) stand nur ein Ersatzmann zur Verfügung. Sprich: Das Doppelvierer-Training musste wegen zu wenig gesunder Athleten im Nationalkader ausgelassen werden. «Das war schon hart. Vor allem weil wir nahe an der Weltspitze waren und uns auf die Detailarbeit konzentrieren wollten», sagt Nico Stahlberg, «doch manchmal funktioniert man unter Zeitdruck ja besser.»

Zeitdruck nimmt zu

Der Zeitdruck, er nimmt mit jeder Woche zu. Der Doppelvierer ist als einziges der vier Schweizer Boote noch nicht offiziell für die Olympischen Spiele selektioniert worden, weil er in diesem Jahr noch keinen Wettkampf bestritten hat. Das wird sich heute auf dem Rotsee ändern. Maillefer ist wieder voll einsatzfähig, Kessler ersetzt Delarze, der sich noch im Aufbautraining befindet.

Mit welchem Ziel treten die vier an? Roman Röösli und Nico Stahlberg überlegen lange, bevor Stahlberg antwortet: «Wir wollen die Selektion nach der Regatta definitiv im Sack haben.» Dazu müssen sie entweder ein Rang- oder ein Zeitkriterium erfüllen: Rang 9 von 10 oder eine Zeit unter 5:50,5. «Es besteht allerdings noch eine medizinische Klausel, weil Barnabé noch rekonvaleszent ist», erklärt Christian Stofer, Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes, «denn die Athleten sollen sich nicht unter Druck setzen, sondern ‹das Boot› in Ruhe aufbauen.»

Da am Rotsee abgesehen von den Esten die gesamte Weltspitze vertreten ist, wird das Quartett sehen, wo es im internationalen Vergleich liegt.

Glaube an die Medaille

Das hochgesteckte Ziel, die Olympiamedaille, hat Röösli nicht aus den Augen verloren. Nachdenklich sagt er: «Es soll nicht überheblich klingen, aber ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können. Klar, es ist ein sehr hohes, aber kein unmögliches Ziel.» Das Olympia-Podest sei für ihn in den vielen Trainings immer eine Motivation gewesen. Das Potenzial sei vorhanden, nun brauche es aber auch das nötige Glück, dass bis Rio das Boot wieder komplett sei.

Die Vorzeichen sind nicht schlecht. Delarze trainiert bereits wieder auf dem Wasser. Und die Olympischen Spiele beginnen erst in zwei Monaten.

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