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RUDERN: Schuften für den Olympiasieg

Adrett gekleidet an der Sportler-Gala am Sonntag, hart arbeitend im gestrigen Training: Das Team des Jahres gönnt sich keine Pause – und blickt bereits nach Rio.
Der 6. September 2015 im französischen Aiguebelette: Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer mit Lucas Tràmer... (Bild: AP / Laurent Cipriani)

Der 6. September 2015 im französischen Aiguebelette: Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer mit Lucas Tràmer... (Bild: AP / Laurent Cipriani)

jvf. Es war eine kurze Nacht. Weit nach Mitternacht fanden Simon Schürch (25), Mario Gyr (30), Simon Niepmann (30)und Lukas Tramer (26) am Sonntag den Weg ins Bett. Hinter ihnen lag ein Abend voll positiver Emotionen, Eindrücke und Begegnungen. Der Leichtgewichts-Vierer wurde zum Schweizer Team des Jahres gewählt. Das Quartett hat die Saison 2015 dominiert, wurde Gesamtweltcup-Sieger und im September zum ersten Mal Weltmeister in der olympischen Bootsklasse.

Der sonntägliche Anlass wurde live im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. Die strahlenden Gesichter der Ausgezeichneten wurden in die ganze Schweiz gesendet. Dementsprechend viele Gratulationen erhielten sie über WhatsApp, Facebook, Twitter und per SMS. «Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute die Sportler-Gala am TV mitverfolgt haben», wundert sich der Schenkoner Simon Schürch, «die Reaktionen waren fast so zahlreich wie nach unserem Sieg an der WM.»

Einheitliche Kleidung

Auf dem Wasser waren sie im auslaufenden Jahr das Mass aller Dinge – am Sonntag machten die Ruderer auch auf dem roten Teppich eine gute Gattung. Für die Ehrung kleideten sie sich mit neuen Anzügen ein, unter der Leitung des Stadtluzerners Mario Gyr knöpfte sich das Quartett vor der Gala die roten Krawatten. «Wir wollten uns einheitlich kleiden, weil wir ja auch auf dem Boot die gleichen Kleider tragen», erklärt Schürch.

Nach der Gala waren die Ruderer noch zur After-Party eingeladen, wo sie sich auch mit anderen Sportlern austauschten. «Man lernt sich von einer anderen Seite kennen. Patrick Küng und Breel Embolo sind zum Beispiel zwei authentische, lustige Typen«, sagt Mario Gyr, und Simon Schürch ergänzt: «Wir haben den Abend sehr genossen.»

Wunderschöne Aussicht

Die Nacht war kurz, weil gestern Montag schon wieder ein strenger Trainingstag auf dem Programm stand. Um 7 Uhr in der Früh fuhr Schürch gemeinsam mit Mario Gyr nach Magglingen, um 9 Uhr sassen die beiden Luzerner bereits auf dem Ruder-Ergometer. «Während zweier Stunden haben wir geschwitzt und gelitten», erzählt Gyr, «doch wir wissen ja, warum wir es machen. Damit wir solch schöne Momente wie am Sonntag noch öfters erleben dürfen. Am liebsten bereits im nächsten Sommer.»

Die vier Ruderer rackern sich ab, weil sie bereits das nächste grosse Ziel im Visier haben. Die ganze Planung, das ganze Training ist ausgerichtet auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, wo der Schweizer Leichtgewichts-Vierer im kommenden Sommer die Goldmedaille gewinnen will. «Die Auszeichnung motiviert uns auch, die nächsten harten Monate zu überstehen», sagt Mario Gyr.

Nach den Festtagen, während denen alle vier individuell trainieren, geht es im Januar für sieben Wochen in die Heimat von Trainer Ian Wright, nach Neuseeland, wo die Trainingsbedingungen im dortigen Sommer perfekt sind.

Am Nachmittag standen gestern noch zwei Stunden Schwimmen und ein Krafttraining auf dem Programm. Die ausgezeichneten Sportler gönnen sich keinen einzigen Tag Pause – auch nach der sonntäglichen Gala nicht. Bis am Freitag schuften sie zu viert in Magglingen im Kraftraum der Turnhalle «End der Welt», einem tristen Flecken Erde. «Zum Glück ist die Aussicht auf das Nebelmeer wunderschön», sagt Simon Schürch.

«Diese Saison waren wir zwar dominant. Um das auch im Olympiajahr zu sein, müssen wir hart und viel trainieren», weiss Gyr. Solch schöne Abende wie am Sonntag werden in dieser Zeit rar sein. Während der Kraftschinderei wird dem erfolgreichen Quartett der Sonntagabend aber sicher noch das ein oder andere Mal als Motivationsspritze dienen.

Der 6. September 2015 im französischen Aiguebelette: Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer mit Simon Schürch, Simon Niepmann und Mario Gyr (von links) holt sich den Weltmeistertitel. (Bild: AP/Laurent Cipriani)

Der 6. September 2015 im französischen Aiguebelette: Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer mit Simon Schürch, Simon Niepmann und Mario Gyr (von links) holt sich den Weltmeistertitel. (Bild: AP/Laurent Cipriani)

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