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RUDERN: Zwei Brüder – ein grosses Ziel

Der Schenkoner Simon Schürch (24) und sein 20-jähriger Bruder Joel sitzen für einmal im gleichen Boot. An der Schweizer Meisterschaft auf dem Rotsee haben sie sich einiges vorgenommen.
Spannen für einmal zusammen: Simon Schürch (rechts) und sein Bruder Joel aus Schenkon. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Spannen für einmal zusammen: Simon Schürch (rechts) und sein Bruder Joel aus Schenkon. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Regula Schweizer

Die Liste erfolgreicher Geschwister im Spitzensport ist lang: Dario und Gianluca Cologna, Selina, Elisa und Aita Gasparin, Ellen und Lea Sprunger. Auch im Rudersport gibt es sie: Im schweren Doppelzweier sind die kroatischen Sinkovic-Brüder derzeit das Mass aller Dinge. Unvergessen bleibt auch der Olympiasieg der Gebrüder Gier 1996 in Atlanta im leichten Doppelzweier. Mit den beiden Schenkonern Simon und Joel Schürch machen sich nun wieder zwei Schweizer Brüder auf, im Rudersport allerhöchste Meriten zu sammeln. Der ältere der beiden, Simon Schürch (24), hat sich mit einem fünften Rang an den Olympischen Spielen 2012 in London, einem Vize-Weltmeistertitel 2013 und aktuell der Weltcup-Führung im leichten Vierer bereits in der Weltspitze etabliert. Joel Schürch ist auf bestem Weg, es seinem grossen Bruder gleichzutun. Vom 22. bis 26. Juli startet der 20-Jährige im leichten Doppelzweier mit Fiorin Rüdi bereits zum dritten Mal bei U-23-Weltmeisterschaften und strebt seine erste Medaille bei diesem Event an, nachdem er 2014 Platz sieben belegte. Nach dem Geheimnis erfolgreicher Geschwister gefragt, meint Simon Schürch: «Ich glaube, als älterer Bruder inspiriert man seine Geschwister. Diese wollen einem nacheifern.» Sein jüngerer Bruder bestätigt dies: «Ich habe stets zu Simon hochgeschaut und wollte dasselbe machen wie er.»

Erfahrung gegen Unbeschwertheit

Dieses Wochenende an den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee üben die beiden nicht nur denselben Sport aus, sondern machen dies auch gleich gemeinsam. Bereits zum zweiten Mal starten sie zusammen im Doppelzweier an den Schweizer Meisterschaften – allerdings dieses Mal in der offenen und nicht in der leichten Kategorie wie 2013, als sie Rang zwei belegten. «Da ich eine Woche später im Weltcup starte, kann ich nicht aufs Gewicht achten.» Das Thema Gewicht und damit die Ernährung ist bei den Leichtgewichtsruderern beinahe eine Wissenschaft. Damit optimal trainiert und das Gewicht gehalten werden kann, müssen Prioritäten gesetzt werden. Joel Schürch, der derzeit das Sport-KV absolviert, betont: «Die Ernährung ist einer der Bereiche, in welchen ich am meisten von Simons Erfahrung profitieren kann.» Aber auch Simon Schürch, der Wirtschaft studiert, profitiert davon, dass sein Bruder den gleichen Weg eingeschlagen hat: «Von seiner Unbeschwertheit versuche ich, ein bisschen abzuschauen.» Nicht zuletzt sei es auch schön, in Trainingslagern oder an Weltcup-Veranstaltungen wie zuletzt Mitte Juni in Varese jemanden aus der Familie dabei zu haben. «Die Möglichkeit zum Austausch, wenn es mal gar nicht läuft oder auch super läuft, schätze ich sehr.» Denn obschon ein enges Verhältnis zu den Teamkollegen bestehe, der Austausch mit dem eigenen Bruder sei schon etwas anderes.

Nie zusammen trainiert

Doch zurück zu den Schweizer Meisterschaften. Das Ziel der Brüder ist der Titel und dies, obwohl sie aufgrund ihrer Engagements im Nationalteam eigentlich nie zusammentrainieren können. Zudem ist die Konkurrenz ganz stark. Mit Barnabé Delarze und Augustin Maillefer sind für Lausanne Sport zwei Nationalteam-Kollegen aus dem schweren Doppelvierer am Start. Simon Schürch tritt aber als Titelverteidiger an und weiss, dass die beiden Westschweizer schlagbar sind, da er sie mit dem Luzerner Mario Gyr im Vorjahr auf den zweiten Platz verwiesen hat. Joel Schürch wiederum will endlich seinen ersten Meistertitel: «Zweite Plätze habe ich nämlich schon. Aber es wird hart.»

Fokus auf Olympische Spiele

Ob nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die beiden Brüder auch einmal international gemeinsam antreten, ist offen. Simon Schürch, der im Hinblick auf die Spiele sein Wirtschaftsstudium unterbricht, sagt: «Der Fokus liegt jetzt aber klar auf Rio de Janeiro. Wir wollen es besser machen als in London, wir wollen eine Medaille holen.» Joel Schürch möchte in Brasilien ebenfalls am Start sein, doch falls diese Spiele für ihn noch etwas zu früh kommen sollten, will er auf jeden Fall seinen Bruder vor Ort unterstützen. Dieses Wochenende gibt er als Schlagmann aber nun erst einmal seinem grossen Bruder den Takt vor. Ob dieser furios genug ist, um die Lausanner zu bezwingen, wird sich im Final (Sonntag, 17.07 Uhr) weisen.

Schweizer Meisterschaften

Rotsee. Samstag: ab 8 bis 20.10 Vorläufe und Halbfinals (Pause von 12 bis 15.30). – Sonntag: ab 7 bis 18.00 Finals (Pause von 11.45 bis 14.30).

Infos: unter www.ruderverband.ch

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