RÜCKKEHRER: Munsy: «Ein Tennisresultat verhindern wir»

Ridge Munsy (25) spielt morgen (13.45) erstmals in Luzern gegen seinen Stammklub FCL. Der Stürmer kennt das Erfolgs­rezept des FC Thun.

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Bereits Publikumsliebling in Thun: Ridge Munsy. (Bild: Freshfocus / Andy Müller)

Bereits Publikumsliebling in Thun: Ridge Munsy. (Bild: Freshfocus / Andy Müller)

Thun-Stürmer Ridge Munsy (25) ist gebürtiger Luzerner. Der Schweizkongolese war einst unter Trainer Ciriaco Sforza zu acht Einsätzen in Luzerns Super-League-Team gekommen. Der Konkurrenzkampf und Verletzungen hatten vor acht Jahren den Durchbruch des damals 17-Jährigen verhindert.

Mit 21 Toren in 14 Vorrundenspielen machte Munsy letzten Herbst beim SC Kriens in der viertklassigen 1. Liga auf sich aufmerksam und der FC Thun hat ihm eine zweite Chance in der Super League gegeben.

In der Rückrunde ist Ridge Munsy in 12 von 13 Spielen von Trainer Urs Fischer eingesetzt worden (total 402 Spielminuten). Vor einem Monat im Heimmatch gegen Luzern (1:0-Sieg für Thun) spielte er 89 Minuten lang.

Ridge Munsy, Sie spielen recht oft beim FC Thun, wie haben Sie sich eingelebt im Berner Oberland?

Ridge Munsy: Sehr gut, ich bin rundum zufrieden. Sportlich kann es nicht besser laufen, individuell fehlt es zwar noch ein bisschen zum Durchbruch, doch die Mannschaft steht im Vordergrund. Mit Platz 3 hat niemand gerechnet. Ich bin froh, dabei sein zu dürfen, der sportliche Erfolg gibt viel Elan bei der Arbeit.

Sie spielen immer öfter von Anfang an. Haben Sie erwartet, dass Sie so schnell so viele Chancen bei Ihrem neuen Verein erhalten?

Munsy: Natürlich zeugt es von Vertrauen des Trainers mir gegenüber. Ich hätte niemals gedacht, dass meine Karriere einen solchen Verlauf nimmt, da ich doch erst im Winter aus dem Krienser 1.-Liga-Team zum FC Thun gekommen bin. Für mich ist es ein Zeichen, dass ich hier gute Arbeit leiste.

In Thun sind Sie bereits ein Publikumsliebling, die Zuschauer reagieren laut, wenn Sie mit Ihren schnellen, stechenden Bewegungen Richtung Tor ziehen.

Munsy: Publikumsliebling ist wohl ein bisschen hoch gegriffen. Ich bin froh um die Reaktionen und Erwartungen unserer Anhänger, es motiviert mich, noch mehr zu laufen und zu kämpfen. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich mich bei den Fans mit einem Tor für die Unterstützung bedanken kann. Das erste Goal fehlt mir noch zum Durchbruch.

Zwischen der Super League und der 1. Liga gibt es die Challenge League und die Promotion, zwei Klassen liegen dazwischen. Spüren Sie einen grossen Rhythmusunterschied?

Munsy: Ich glaube nicht, dass ich ein Problem mit dem Tempo habe, sonst hätte ich nicht so oft spielen dürfen. Der Aufwand ist grösser, man muss noch detaillierter arbeiten. Es ist ein Arbeitsprozess, damit ich früher oder später meine Chancen verwerten kann. Ich setze mich nicht unter Druck, bin endlich an meinem Ziel in der Super League angekommen, das Toreschiessen wird schon noch dazu kommen.

Sie spielen seit über vier Monaten bei den Berner Oberländern. Was ist das Erfolgsgeheimnis des vom Budget her kleinen FC Thun?

Munsy: Es gibt kein Geheimnis, sondern ein Erfolgsrezept: Wir Spieler, die Trainer und der Staff wissen, wer der FC Thun ist und mit welchen Eigenschaften wir auftreten müssen, um die Gegner in Schwierigkeiten zu bringen. Da wir die Erwartungen übertroffen haben, ist die Situation noch zufriedenstellender. Der Erfolg ist kein Zufall, es steckt harte Arbeit dahinter, die sich für jeden Einzelnen und den Klub auszahlt.

Was bedeutet es Ihnen, nach Luzern heimzukommen und gegen den FC Luzern zu spielen?

Munsy: Es ist für mich natürlich schon ein spezielles Ereignis, zum ersten Mal in der Swissporarena im Einsatz zu stehen. Seit ich letztmals im alten Allmend-Stadion angetreten bin, sind sieben, acht Jahre vergangen. Ich freue mich, in der neuen Arena zu spielen, zwar nicht als FCL-Spieler, aber es bestätigt meine Arbeit, und ich bin froh, diesen Weg gehen zu dürfen.

Werden Sie von Familie und Freunden am Sonntag im Stadion unterstützt?

Munsy: Ich habe einige Ticketanfragen bekommen. In Luzern werde ich persönlich auch ein Heimspiel haben. (lacht)

Was erwarten Sie vom Match zwischen dem zuletzt viermal hintereinander siegreichen FC Luzern und dem drittplatzierten FC Thun?

Munsy: Ich glaube, Luzern wird nach zwei 6:2-Siegen auf eine stärkere Gegenwehr treffen, ein Tennisresultat verhindern wir. Wir sind sehr gut vorbereitet, wissen, was wir gegen den FCL zulassen dürfen und was nicht. Die Luzerner haben aufgrund der letzten Siege ein sehr grosses Selbstvertrauen, und sie sind laufstark, aber wir stehen ihnen in nichts nach. Wir wollen sofort den Ton angeben und ein unangenehmer Gegner sein.

Daniel Wyrsch