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Rummenigge gibt den Souveränen beim FC Bayern

Bei Bayern München gehörte das Wochenende Uli Hoeness, doch auch über die Zukunft von Karl-Heinz Rummenigge wird diskutiert. Der Vorstandschef agiert derzeit besonnener als der Präsident.
Ruben Stark (SID), München
Düstere Stimmung bei den Bayern: Karl-Heinz Rummenigge (links) und Uli Hoeness. (Bild: Matthias Balk/Keystone (München, 30. November 2018))

Düstere Stimmung bei den Bayern: Karl-Heinz Rummenigge (links) und Uli Hoeness. (Bild: Matthias Balk/Keystone (München, 30. November 2018))

Wie Majestix der Gallierhäuptling aus den Asterix-Comics wurde Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag auf einem Schuhplattlertisch in die Höhe gestemmt. Mit Trachtenhut und blauer Schürze gekleidet fand der Vorstandschef von Bayern München sichtlich Gefallen an diesem Schauspiel bei seinem Adventsbesuch eines Südtiroler Bayern-Fanklubs.

Rummenigge über den Dingen: Dieses Bild könnte zukunftsweisend sein, schliesslich gilt der 63-Jährige potenziell auch als Favorit auf die Nachfolge von Präsident Uli Hoeness als Patronus Bavariae, wenn man so will. Das allerdings, würde Hoeness sagen, ist «kein Thema für heute oder morgen». Jetzt geht es zunächst um Rummenigges derzeitigen Posten als Vorstandschef.

Oliver Kahn will man sich «warmhalten»

Mit dem Präsidentenamt hat sich der gebürtige Westfale nach eigener Aussage ohnehin «noch nie befasst», er erwarte überdies «ein leichtes Veto» seiner Frau. Und auch für eine Zukunft als AG-Boss will sich Rummenigge erst zu Hause den Segen holen: «Ich hatte ihr in Aussicht gestellt, irgendwann mal mehr Zeit für die Familie zu haben.» Aber es sieht eher danach aus, als müssten die fünf Kinder und drei Enkelkinder noch etwas Geduld aufbringen.

Der Wunsch des Aufsichtsrats ist bei Rummenigge hinterlegt, er möchte doch bitte seinen nächstes Jahr auslaufenden Vertrag bis Ende 2021 verlängern. «Ich würde mich darüber sehr freuen», sagte Hoeness, der davon ausgeht, dass noch vor Weihnachten Klarheit herrscht und vom Jawort seines langjährigen Wegbegleiters überzeugt ist: «Er wird’s tun.»

Es ist also davon auszugehen, dass Rummenigge den FC Bayern noch eine Weile prägen wird. Nachfolgekandidat Oliver Kahn wolle man sich einstweilen «warmhalten», weil der laut Hoeness nur «in Frage kommt, wenn Karl-Heinz aufhört». Und es ist auch davon auszugehen, dass Rummenigge den eingeleiteten Umbruch auf allen Ebenen etwas besonnener moderieren dürfte. Jedenfalls erweckten gerade die Vorkommnisse der letzten Tage diesen Eindruck.

Angesprochen auf die heftigen Attacken eines Mitglieds bei der Jahreshauptversammlung sagte Rummenigge am Sonntag: «Wir müssen mit Kritik souveräner umgehen.» Zu Kahn erklärte er: «Ich halte Oliver für eine sehr interessante Personalie. Er hat das, was wir uns wünschen.» Und auch am Freitag bei der turbulenten Veranstaltung selbst, klangen die Ausführungen reflektierter als jene des Bauchmenschen Uli Hoeness. «Ein Schuss Demut steht auch dem FC Bayern gut zu Gesicht», sagte Rummenigge.

Rummenigge: «Wir kennen unser Alter»

Rummenigge ist derzeit darum bemüht, die manchmal eigentümliche Welt des Fussballrekordmeisters halbwegs im Gleichgewicht zu halten. Es hat den Anschein, als nehme er auch die Auswirkungen und den Stimmungswandel durch die legendäre Bosse-Pressekonferenz vom Oktober ernster wahr, als er bekanntlich den Verweis auf Arti-kel 1 des Grundgesetzes reichlich deplatziert verwendete.

Hoeness, betonte Rummenigge, sei der «Mister FC Bayern», aber eben auch «ein extrem emotionaler Mensch». Womöglich ist dies auch ein Grund dafür, warum der manchmal als technokratisch kritisierte Vorstandschef die Münchner in der Hoeness’schen Gefängniszeit gefühlt geräuschloser lenkte. Dennoch, erklärte Rummenigge, sei Hoeness schon auch bewusst, «dass wir den Umbruch vorbereiten müssen. Wir kennen unser Alter.» Er geht damit aber offenbar rationaler um. «Man muss irgendwann auch mal loslassen. Ich möchte nicht zum Friedhof der Kuscheltiere gehören», sagte Rummenigge jüngst.

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