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RUOPIGEN: Familientreffen der Baseballer

Baseballer sind Schönwettersportler. Das ist auch für nicht Sachverständige schnell ersichtlich. Als am Sonntagmittag auf dem Ruopigen der Himmel gleich zweimal innert kürzester Zeit die Schleusen öffnet, flüchten alle unter die spärlich vorhandenen Unterstände.
René Barmettler
Das Allstar-Team-Spiel in vollem Gange. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Das Allstar-Team-Spiel in vollem Gange. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der guten Laune der anwesenden rund 200 Zuschauer kann dies indes wenig anhaben. Der Grilleur hat aber just während dieser Phase Schwerstarbeit zu verrichten, der Duft von Hamburgern macht sich breit. Nur dem Sandplatzaufbereiter macht der Regen überhaupt nichts aus, fleissig dreht er mit seiner Maschine seine Runden, um die Spuren des Vormittagsspiels zu verwischen.

Es ist die 2. Auflage des Allstar-Games nach der letztjährigen Premiere in Sissach. Die Luzern Eagles haben sich heuer als Ausrichter gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. «Wahrscheinlich», vermutet Eagles-Präsident Bruno Ulrich, «hatten wir wegen des 35-Jahre-Jubi­läums einen Bonus.»

Die Korken knallen lassen

Also kommen die kleinen Baseball-Familien von je acht NLA- und NLB-Klubs nach Luzern-Reussbühl und vereinigen sich zu einer Grossfamilie. Für die Kleinen wird extra eine Hüpfburg aufgestellt. Ein Maskottchen im Adler-Kostüm schleicht in der Gegend herum. Ulrich schwört: «Der macht das wirklich freiwillig!» Für die grossen und wichtigen Gäste (VIP) gibt es Service am Tisch. «Will noch jemand ein Cüpli?», fragt ein charmanter freiwilliger Helfer jede gefühlte halbe Stunde, und er lässt die Korken knallen. Währenddessen läuft auf dem Platz, inzwischen wieder abgetrocknet, ein Contest. Die Schläger müssen möglichst viele Bälle über die Feldumrandung schlagen. Einer davon schlägt die Bälle mit einer Lockerheit so weit, dass man das Geräusch von Dachziegeln der nahe gelegenen Stallungen mitbekommt.

Die All-Stars werden online ermittelt. Adam Greenberg, Raphael Strub, Marco Limacher und Yanik Probst sind die Glücklichen: Diese «Eagles» dürfen im «Team South» mitspielen. Aller Ehrgeiz nützt schliesslich nichts: Das «Team North» geht mit 9:5 als Sieger hervor. Schon die Vertreter der NLB-Eagles, die am Vormittag antraten, mussten sich mit 5:13 geschlagen geben.

Doch das spielt eine untergeordnete Rolle. An diesem Sonntag ist es ein Grossfamilientreffen der harmonischen Sorte. Ausserhalb der Baseball-Interessierten verliert sich praktisch niemand auf den Ruopigen. Diese Sportart fristet ein Mauerblümchendasein. Die Begeisterung für diese amerikanische Sportart schwappt bisher nicht ins Herz der Schweiz über. Es ist auch in der höchsten Liga nur ein Hobby. Das Sprachenwirrwarr von Spanisch und Amerikanisch-Englisch verrät aber: Pro Schweizer Klub werden ein oder zwei Spieler aus Übersee beschäftigt. Diese besetzen für Kost und Logis Schlüsselpositionen in den Vereinen. Es ist deshalb ein kleines Fleckchen heile Welt auf dem Ruopigen, während unweit davon der FC Luzern gegen den FC Thun Profifussball spielt. Das ist hier aber kein Thema. Der Eintritt ist frei. Die Einnahmen werden über die Gastronomie und wohlgesinnte Sponsoren generiert. Bruno Ulrich macht sich keine Sorgen. «Das wird schon reichen, unsere Kosten zu decken», meint er ganz unbekümmert. Und inzwischen scheint auch wieder die Sonne. Das Wetter, wie für Baseballer gemacht.

René Barmettler

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