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Sagan siegt und scherzt

Der Strassen-Weltmeister Peter Sagan gewinnt die 5. Etappe der Tour de France über 204,5 km von Lorient nach Quimper. Schon am letzten Sonntag hatte der Slowake triumphiert. Der Belgier Greg van Avermaet bleibt Leader.
Tom Mustroph, Quimper
Peter Sagan (im grünen Trikot) fährt als Erster durchs Ziel (Bild: Peter Dejong/Keystone (Quimper 11. Juli 2018))

Peter Sagan (im grünen Trikot) fährt als Erster durchs Ziel (Bild: Peter Dejong/Keystone (Quimper 11. Juli 2018))

Die Stars dieser Tour de France kristallisieren sich heraus. Nach Fernando Gaviria holte auch Peter Sagan seinen zweiten Etappensieg. «Ja, das fühlt sich gut an. Mein Team hat auch sehr gut dafür gearbeitet», meinte der Weltmeister, nachdem er im Bergaufsprint den Italiener Sonny Colbrelli knapp geschlagen hatte.

Eine halbe Stunde nach dem Zieleinlauf hatte er dann sogar wieder Zeit für die gewohnten Scherze. «Ich habe heute unterwegs mit Colbrelli gesprochen und ihm gesagt: ‹Sonny, überrasche mich heute nicht.› Er sagte mir darauf: ‹Hey, Peter, lass mir einfach einen Sieg.› Und ich antwortete ihm: ‹Nein, das geht leider nicht. Ich habe schon zu viele Punkte verloren.›»

Natürlich, Sagan hat mit dem Kolumbianer Gaviria erstmals einen ernsthaften Konkurrenten um das grüne Trikot. Da zählt jeder Punkt. Aber dass Sagan die Sprints als ein Spiel erscheinen lässt, in dem er der grosse Gnadengeber ist, überrascht dann doch. Die aktuelle Welle des Erfolgs lässt den Captain von Bora- hansgrohe hoch, sehr hoch fliegen.

Exzellent herausgearbeitet war der Erfolg allerdings. Bora-hansgrohe hatte die Fluchtgruppe des Tages jederzeit im Griff. Im Finale spielte erst Quick Step seine zwei besten Karten aus. Im Bonussprint zwölf Kilometer vor dem Ziel jagte der Franzose Julian Alaphilippe aus dem Peloton und holte sich drei Sekunden vor dem Gesamtführenden Greg van Avermaet. Beide zogen aber nicht durch. Auf dem letzten Kilometer startete Alaphilippes Teamkollege Philippe Gilbert durch. Aber Sagan holte auch ihn ein und rang den im Schlussspurt nachlassenden Colbrelli nieder.

Das Tempo, das die Profis bei diesem Sprint erreichten, zeigte dann auch, dass die physische Realität oft noch immer digitalen Spielchen überlegen ist. Die Streckenplaner der Tour hatten die 5. Etappe auch mit Hilfe der App Strava entworfen und darauf gehofft, den Fahrern mit einer Maximalanzahl von kleinen Anstiegen die Kraft aus den Beinen zu ziehen. Das aber misslang.

«Drei Massensprints langweilen das Publikum»

Strava gilt als das Facebook der Velosportler. Die App zeichnet zurückgelegte Distanzen und die dabei beanspruchte Zeit auf. Streckenplaner Thierry Gouvenou suchte auf Strava nun die von Amateuren wie Profis meistbefahrenen Hügel in der welligen Landschaft des Finistère heraus und kombinierte sie nach einer Ortsbesichtigung zu einem auf dem Papier sehr anspruchsvollen Parcours. «Zwölf Anstiege, nicht alle davon klassiert, bauten wir in die letzten 100 km der Strecke ein. Manche davon haben 15 Prozent Steigung. Insgesamt haben wir 2600 Höhenmeter», erklärte er. Die Absicht war, das Rennen schwer zu machen. «Unsere Aufgabe war es, nicht drei Massensprints nacheinander zu haben. Das langweilt das Publikum. Also mussten wir Schwierigkeiten einbauen», meint er weiter. Gouvenou hoffte zudem, dass die Höhenmeter und die zuweilen sehr schmalen Strassen Auswirkungen auf das Gesamtklassement haben würden.

All diese Hoffnungen wurden enttäuscht. Die Rundfahrer, von Chris Froome bis Nairo Quintana, von Vincenzo Nibali bis Richie Porte, hielten sich geschlossen an der Spitze des Feldes auf. Und mit Sagan und Colbrelli waren zwei Sprinter ganz vorn. Digitales Finetuning hat also Grenzen.

Heute erneut eine topografische Spielerei

Etliche der reinen Flachsprinter wurden «herausgefiltert». Marcel Kittel, André Greipel und Mark Cavendish fuhren allesamt im Gruppetto über den Zielstrich. Die heutige 6. Etappe hält mit dem doppelten Erklimmen der steilen Rampe von Mûr-de-Bretagne erneut eine topografische Spielerei bereit – und ist wieder nichts für die reinen Sprinter. Aber durchaus für Peter Sagan. Und auch Fernando Gaviria darf wieder hoffen.

105. Tour de France. 5. Etappe, Lorient–Quimper (204,5 km): 1. Sagan (SVK) 4:48:06. 2. Colbrelli (ITA). 3. Gilbert (BEL). 4. Valverde (ESP). 5. Alaphilippe (FRA). 6. Martin (IRL). 7. Van Avermaet (BEL). 8. Andersen (DEN). 9. Pasqualon (ITA). 10. Nibali (ITA).

Ferner: 12. Thomas (GBR). 14. Froome (GBR). 16. Bernal (COL). 17. Quintana (COL). 18. Porte (AUS). 27. Dumoulin (NED). 31. Van Garderen (USA), alle gleiche Zeit. 51. Frank (SUI) 0:25 zurück. 91. Dillier (SUI) 1:46. 111. Küng (SUI) 4:14. 144. Schär (SUI) 12:50. – 171 Fahrer gestartet, 170 klassiert. – Aufgegeben: Kiserlovski (CRO). – Nicht gestartet: Mat­thews (AUS/Magenbeschwerden) und T. Benoot (BEL/u. a. Schulterluxation).

Gesamtklassement: 1. Van Avermaet 18:22:00. 2. Van Garderen 0:02. 3. Gilbert 0:03. 4. Thomas 0:05. 5. Alaphilippe 0:06. 6. Jungels (LUX) 0:09. 7. Dumoulin 0:13. 8. Andersen, gleiche Zeit. 9. Uran (COL) 0:37. 10. Majka (POL) 0:52. 11. Fuglsang (DEN) 0:53. 12. Porte, gleiche Zeit. 13. Valverde 0:55. 14. Landa (ESP), gleiche Zeit. 15. Froome 0:57. 16. Yates (GBR) 1:02. 17. Nibali 1:08. 18. Bardet (FRA) 1:17. 19. Roglic (SLO), gleiche Zeit.

Ferner: 23. Bernal 1:21. 33. Quintana 2:10. 39. Sagan 2:46. 40. Frank, gleiche Zeit. 78. Küng 7:06. 134. Dillier 17:43. 142. Schär 19:49.

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