Leichtathletik
Die Kernserin Sandra Röthlin holt Bronze an der Schweizer Meisterschaft im Mehrkampf

Vor kurzem geriet Sandra Röthlin in ein Formtief. Püntlich zur Schweizer Meisterschaft erholte sich die 22-jährige Mehrkämpferin wieder und gewann Bronze.

Stefanie Barmet
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Sandra Röthlin im vergangenen Herbst beim Weitsprung in Wolhusen.

Sandra Röthlin im vergangenen Herbst beim Weitsprung in Wolhusen.

Hanspeter Roos

Die Startfelder an den Mehrkampf-Schweizer-Meisterschaften in der Halle waren mit vier Teilnehmerinnen und sieben Teilnehmern sehr überschaubar. Zurzeit dürfen nur Angehörige eines nationalen Kaders Wettkämpfe bestreiten, was Auswirkungen auf die ohnehin schon kleinen Startfelder im Mehrkampf hat. Den Leistungen in Magglingen tat dies jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Bei den Männern krönte sich der Thurgauer Andri Oberholzer mit neuem Schweizer Rekord (5940 Punkte) zum Schweizer Meister, nachdem Topfavorit Simon Ehammer (TV Teufen) aufgrund eines Salto Nullo den Wettkampf aufgegeben hatte. Ehammer scheiterte im Stabhochsprung.

In Abwesenheit der Altbüronerin Géraldine Ruckstuhl, die auf eine Hallensaison verzichtet, wusste bei den Frauen die Bündnerin Annik Kälin (AJ TV Landquart) zu überzeugen. Mit einer 60-Meter-Hürdenzeit von 8,14 Sekunden und einer Weitsprungleistung von 6,47 Meter verbesserte sie den bis anhin von Ruckstuhl gehaltenen Schweizer Fünfkampfrekord um 18 Zähler auf 4507 Punkte. Vorjahressiegerin Caroline Agnou (SATUS Biel-Stadt) sicherte sich die Silbermedaille.

Kleines Formtief ist überwunden

Über den Gewinn der Bronzemedaille durfte sich derweil Sandra Röthlin von der LA Nidwalden freuen. Sowohl die 8,55 Sekunden über die Kurzhürden, die 1,69 Meter im Hochsprung als auch die Gesamtleistung von 4144 Punkten bedeuteten für die Kernserin neue Bestwerte. Im Kugelstossen erreichte sie eine Weite von 13,14 Metern, womit sie bis auf 8 Zentimeter an ihre Hallenbestleistung herankam. Nicht ganz nach Wunsch lief es der 22-Jährigen hingegen im Weitsprung, wo sie sich mit einer Weite von 5,77 Metern zufriedengeben musste. Den abschliessenden 800-Meter-Lauf entschied sie in neuer Hallenbestzeit von 2:23,34 Minuten für sich. «Ich habe mich riesig gefreut, dass es mit dem Gewinn der Bronzemedaille geklappt hat», sagt Röthlin. «Nach einer sehr guten Vorbereitung folgte nach Weihnachten ein kleines Formtief. Nun konnte ich mich wieder fangen. Mit so guten Leistungen habe ich wirklich nicht gerechnet.»

Nicht ganz zufrieden war die Zierpflanzengärtnerin, die ihr Arbeitspensum im Sommer auf 60 Prozent minimiert hat, mit ihrer Leistung im Weitsprung. «Bereits in der Vorbereitung lief es nicht optimal. Dazu kam, dass mein weitester Versuch ungültig war.» Obwohl in Magglingen keine Zuschauer zugelassen waren, kam Wettkampfstimmung auf. «Wir Athleten haben uns gegenseitig unterstützt.»

Silke Lemmens pulverisiert Hallen-Bestzeit

Am gleichzeitig ausgetragenen Hallenmeeting stieg die Zugerin Silke Lemmens, die für den LC Zürich startet, in die Saison ein. Mit 53,67 Sekunden über 400 Meter verbesserte sie ihre Hallenbestzeit um eine Sekunde und unterbot die Limite für die Hallen-Europameisterschaften um acht Hundertstelsekunden.