Sanitätskonzept enthält zwei Neuerungen

Das neue Sanitätskonzept verbessert die Kommunikation und erhöht die medizinische Versorgung entlang der Strecke. Wie die Massnahmen konkret aussehen, erklärt Rennarzt Matthias Strupler.

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Nur wer gut vorbereitet ist und auf seinen Körper hört, beendet den Marathon ohne Verletzungen.Bild Andy Mettler

Nur wer gut vorbereitet ist und auf seinen Körper hört, beendet den Marathon ohne Verletzungen.Bild Andy Mettler

Matthias Strupler, welches sind die Eckpunkte des Sanitätskonzepts 2014?

Matthias Strupler: Im Einsatz stehen 14 Ärztinnen und Ärzte sowie 44 Samariter. Sie sind auf 10 Posten entlang der Strecke und bei der Rettungsstation am Ziel aufgeteilt. Dank Velos sind Ärzte und Samariter auch für den mobilen Einsatz auf der Strecke vorbereitet. Die Rettungsstation am Ziel ist fast wie eine kleine Intensivstation eingerichtet. Spezialisten stehen dort im Einsatz.

Wer stellt dieses Personal und die Ausrüstung?

Matthias Strupler: Neben dem SwissCityMarathon sind verschie­dene Parteien beteiligt: die Sportmedizin des Schweizerischen Para­plegiker-Zentrums in Nottwil, die Samaritervereine Luzern-Pilatus und Horw sowie das Luzerner Kantonsspital mit dem Rettungsdienst 144, die vier Rettungswagen mit Equipen stellen.

Inwiefern wurde das Konzept in diesem Jahr angepasst?

Matthias Strupler: Es gibt vorab zwei Erneuerungen. Erstens wird an der Haldenstrasse zwischen Musikpavillon und Start-Ziel-Bereich ein zusätzlicher Posten geschaffen. Dabei handelt es sich um einen stationären Posten, die Equipe ist aber mobil. Zweitens haben wir neu zwei Telefonleitungen als Ergänzung zum Funknetz.

Sind dies Reaktionen auf den Zwischenfall von 2013, bei dem ein Halbmarathon-Läufer zusammenbrach und es eine Stunde dauerte, bis medizinische Hilfe eintraf?

Matthias Strupler: Wir haben versucht, den angesprochenen Vorfall zu rekonstruieren. Offenbar gab es Probleme bei der Kommunikation. Diese läuft im Normalfall von den Streckenposten über das Funknetz zum Rettungsdienst 144. Eine weitere Möglichkeit der Alarmierung läuft über das Telefon. Mit zwei neuen Telefonleitungen soll das verbessert werden.

Ein Restrisiko bleibt also?

Matthias Strupler: Das ist so. Natürlich wollen wir uns weiter verbessern und liegen bezüglich Abdeckung und Ärztedienst über dem Durchschnitt von ähnlichen Veranstaltungen. Aber trotz hoher Dichte an medizinischer Notfallversorgung kann immer etwas passieren.

Wie viele Läuferinnen und Läufer werden pro Jahr medizinisch versorgt?

Matthias Strupler: Im Durchschnitt behandeln wir pro Veranstaltung zwischen 150 und 200 Personen. 2012 mit dem Wintereinbruch war eine Ausnahme. Hier mussten nur 79 Personen behandelt werden, wobei knapp 60 Prozent muskuläre Probleme hatten. Generell lässt sich sagen, dass bei kühler Witterung deutlich weniger Kreislaufprobleme und Krämpfe auftreten.

Wie erleben Sie jeweils den Marathontag?

Matthias Strupler: Ich betreue Läuferinnen und Läufer im Start-Ziel-Bereich. Am Ziel zu stehen ist immer etwas Schönes, denn die Menschen strahlen vor Freude. Nirgends sonst sieht man so viele glückliche Gesichter in so kurzer Zeit.