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Die Krienser Rache nach dem verschlafenen Start

Der SC Kriens gewinnt das Challenge-League-Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy 3:0 (3:0).
Turi Bucher
Ein Krienser Jubeltänzchen (von links): Burim Kukeli, Igor Tadic und Nikola Mijatovic. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 10. November 2019))

Ein Krienser Jubeltänzchen (von links): Burim Kukeli, Igor Tadic und Nikola Mijatovic. (Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 10. November 2019))

1:2 hatte Kriens in Nyon gegen Stade Lausanne Ouchy in der Meisterschaft verloren. Im Schweizer Cup unterlagen die Krienser daheim nach einer 2:0-Führung demselben Gegner noch 2:4. Eines also war klar vor diesem Sonntagnachmittag: Rache für die beiden schmerzhaften Niederlagen.

Nur: Der SCK machte in den ersten zwanzig Minuten des Spiels überhaupt nicht den Anschein, als wolle er das Spiel gewinnen, als wolle er sich für die beiden Niederlagen gegen SLO revanchieren. Die Gäste vom Genfersee waren das bessere Team, Eleouet (11.) und Parapar ( 14.) hatten die Möglichkeiten, das 1:0 für den Lausanner Quartierklub zu erzielen. Da wollte man den Krienser Akteuren zurufen: «Aufwachen!»

Genau das tat SCK-Trainer Bruno Berner in der 22. Minute, als er an die Seitenlinie sprintete. Und er tat es laut. Siehe da: Seine Mannschaft hörte, verstand, kapierte. Wie sagt man so schön: Aus dem Nichts oder aus heiterem Himmel (was an diesem zwar kalten, aber sonnigen Nachmittag unter dem Pilatus sogar zutraf) realisierte Kriens die Führung. Jan Elvedi köpfelte in der 25. Minute eine Freistossflanke von Daniel Follonier zum 1:0 ein. Fünf Minuten später stand es sogar 2:0: Wieder flankte Follonier per Freistoss, diesmal war Asumah Abubakar mit dem Kopf zur Stelle.

Nach der Pause kam von Kriens zu wenig

Das ist etwas ganz Neues: Kriens schiesst Tore auf stehende Bälle. Die Follonier-Flanken tun dem SCK richtig gut.

Aber aufgepasst, Kriens hatte im Cup gegen die Lausanner auch 2:0 geführt. Der Unterschied zum Cup: SLO gelang diesmal vor der Pause kein 1:2, sondern Kriens markierte mit einer Traumkombination einen weiteren Treffer. Via Stafette Kukeli-Bürgisser-Siegrist gelangte der Ball zu Igor Tadic, der vor dem SLO-Tor zum 3:0 einschieben konnte.

Nach der Pause liess Kriens den Gegner aus der Westschweiz gewähren, zu sehr gewähren. Sehr wichtig war darum die Parade von SCK-Torhüter Sebastian Osigwe in der 49. Minute gegen den alleine auf ihn zustürmenden Steve Samandjeu. Schade, der SC Kriens hätte in dieser zweiten Halbzeit mit Konterangriffen durchaus etwas fürs Torverhältnis tun können. Aber wollen wir nicht überheblich werden: Das 3:0 war schon eine gute Belohnung.

Trainer Berner: «Was ist da bloss los?»

Kriens verteidigte also nur noch, die Zeit lief den angreifenden Lausannern davon. Sie reklamierten in der 80. Minute ein Strafraum-Handspiel der Krienser (80.), sie reagierten mit einem üblen Frustfoul (Deley an Dzonlagic/direkte rote Karte) auf die sich abzeichnende Niederlage. Seit Stade Lausanne Ouchy Kriens daheim 2:1 bezwang, hat es nun fünfmal hintereinander verloren (dazu noch das Cup-Out gegen Basel).

Kriens hat sich dafür vorläufig wieder in die erste Tabellenhälfte gehievt, das ist beruhigend. Captain Burim Kukeli meinte nach dem 3:0-Sieg: «Ich habe schon beim Einlaufen Passivität gespürt. Wir konnten spielerisch nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Aber wir haben kämpferisch und läuferisch überzeugt, haben uns vor dem gegnerischen Tor effizient gezeigt.»

Kriens-Trainer Bruno Berner war ab der 20. Minute der 12. SCK-Mann, zeitweise lauter als alle Kriens-Fans zusammen. «Ich habe mich am Anfang des Spiels gefragt: Was ist da bloss los? Auf was wartet meine Mannschaft? Es brauchte einen Kick von aussen. Deswegen wurde ich laut.»

Nach dem Schlusspfiff war Berner derart heiser, dass er seinen nächsten TV-Auftritt als SRF-Fussballexperte in Frage stellen musste. Aber er sagte auch stolz: «Das war ein wegweisendes Spiel für die weitere Saison. Mein Team hat diese Prüfung bestanden.» Und gegen Stade-Lausanne Ouchy so richtig Rache genommen.

Kriens – Lausanne-Ouchy 3:0 (3:0). Kleinfeld. – 1250 Zuschauer. – SR Wolfensberger.
Tore: 25. Elvedi 1:0. 30. Abubakar 2:0. 45. (+2) Tadic 3:0.
Kriens: Osigwe; Costa, Elvedi, Fäh, Mijatovic; Siegrist (63. Sadrijaj), Bürgisser (82. Wiget), Kukeli, Follonier (53. Dzonlagic); Abubakar, Tadic (63. Texeira).Stade Lausanne-Ouchy: Barroca; Danner (46. Lahiouel), Manière, Mfuyi, Samandjeu; Perrier, Gaillard (46. Dalvand); Parapar (70. Deley), Gazzetta, Ndongo (57. Amdouni); Eleouet.
Stade Lausanne-Ouchy: Barroca; Danner (46. Lahiouel), Manière, Mfuyi, Samandjeu; Perrier, Gaillard (46. Dalvand); Parapar (70. Deley), Gazzetta, Ndongo (57. Amdouni); Eleouet.
Bemerkungen: Kriens ohne Alessandrini und Fanger; Stade Lausanne-Ouchy ohne Mutombo, Oussou, Tavares, Matri und Laugeois (alle verletzt). 68. Tor von Dzonlagic aberkannt (Ball im Out). 81. Rote Karte gegen Deley (grobes Foul). Verwarnungen: 63. Kukeli, 77. Perrier (Fouls).

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