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Schärs Steigerungsrennen

Manuela Schär gewinnt den Berlin-Marathon souverän. Dass sie dabei gar den eigenen Weltrekord geknackt hat, war der Krienser Rollstuhlsportlerin im Ziel zunächst gar nicht bewusst.
Jörg Greb
Manuela Schär gewann den Berlin Marathon in neuer Rekordzeit. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Nottwil, 2. Juni 2017))

Manuela Schär gewann den Berlin Marathon in neuer Rekordzeit. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Nottwil, 2. Juni 2017))

Der dritte Sieg in Folge – Manuela Schär fühlte sich glücklich, als sie nach den 42,195 km in der deutschen Hauptstadt die Ziellinie überquerte. Was zeitlich herausgeschaut hatte, wusste sie nicht. Wie immer ohne Uhr war sie gefahren. Und eine aktuelle Rennzeit war für die Rollstuhlsportler weder unterwegs noch im Ziel zu sehen. Zeit zum Rechnen blieb sowieso keine.

Mehr erfuhr die 33-jährige Krienserin bei der Flowerzeremonie, nachdem auch die zweit- und drittplatzierte im Ziel angekommen waren. 1:36:53 Stunden hatte Schär benötigt für die anspruchsvolle Strecke: nicht nur Streckenrekord, sondern Weltrekord bedeutete dies. Die alte Berlin-Bestmarke von Landsfrau Sandra Graf (gestern 3.) unterbot sie um 2:36 Minuten, den eigenen Weltrekord von 2013 um 1:14 Minuten. Überwältigende Gefühle machten sich nun breit: «Ich bin sehr, sehr happy.»

Das Wetter spielte diesmal mit

Bereit für Grosstaten hatte sich Schär bereits vor einem Jahr gefühlt. Regen auf der zweiten Streckenhälfte machten ihr damals einen Strich durch die Rechnung. Nun war das Wetter perfekt: warm, praktisch windstill, sonnig. Einen hohen Rhythmus schlug sie zusammen mit Susannah Scaroni (USA) an. Mit ihr hatte sie sich zuletzt vorbereitet und ist dabei zum Wissen gekommen: «Ich bin zwäg wie noch nie.»

Knapp bis Kilometer 25 vermochte die Konkurrentin mitzuhalten. Dann war Schär auf sich allein gestellt. Jetzt fühlte sie sich noch stärker im Element: «Ich begann mich immer besser zu fühlen.» Nicht gerechnet hatte sie jedoch mit einer Endzeit in diesem Bereich. «Dieser Weltrekord ist das Sahnehäubchen. Er gibt mir für die nächsten Marathons zusätzliches Selbstvertrauen.» Eine extreme Vorfreude auf die folgenden Herbstrennen verspürte sie bereits. Gleichzeitig ist «ein grosses Stück Druck weggefallen».

Hug im Endspurt knapp geschlagen

Eine Solovorausfahrt wie diejenige von Schär würde bei den Männern keinen Erfolg bringen. Folge davon: Viel mehr Taktik ist im Spiel. Und das Tempo bewegte sich auch in diesem Jahr vielfach im tiefen Bereich. «Es gab zwar die eine oder andere Attacke im Feld, aber weg kam niemand», fasst der Vorjahressieger und Major-Serie-Gesamtsieger Marcel Hug zusammen. Nicht weniger als 13 Fahrer kamen so zusammen auf den letzten Kilometer. Der Endspurt entschied.

Und diesmal musste sich Hug geschlagen geben. Brent Lakatos (Ka) hiess der Sieger nach 1:29:41 Stunden. Hug blieb Rang 2. «Seiner Endstärke hatte ich schon bei Weltklasse Zürich nichts entgegenzuhalten», sagte der in Nottwil lebende Thurgauer. Mit seiner Leistung aber sei er zufrieden – insbesondere im Wissen, dass «die Vorbereitungszeit nach den Europameisterschaften vor drei Wochen sehr kurz war». Im Hinblick auf das nächste Marathonrennen der Serie von Chicago in drei Wochen weiss Hug, wo er ansetzen will: «Der Topspeed ist da, die Ausdauer und das Stehvermögen sind aber steigerungsfähig.»

Frei wuchs über sich hinaus

Ein mehr als erstaunliches Rennen zeigte Altmeister Heinz Frei. Der Weltrekordhalter, mittlerweile 60 und vor allem aufs Handbiken konzentriert, fuhr auf den 7. Rang. «Unglaublich und kaum nachvollziehbar», sagte er selber. Er konnte vom taktischen Geplänkel profitieren und verstand es, im Endkampf seine grosse Erfahrung spielen zu lassen.

Berlin. Marathon (42,195 km). Rollstuhl. Frauen: 1. Manuela Schär (SUI) 1:36:53 (Weltrekord). 2. Scaroni (USA) 1:41:44. 3. Sandra Graf (SUI) 1:42:55. – Ferner: 7. Patricia Eachus-Keller 1:50:25.

Rollstuhl Männer: 1. Lakatos (CAN) 1:29:41. 2. Marcel Hug (SUI) 1:29:44. 3. Smith (GBR) 1:29:44. – Ferner: 7. Heinz Frei (SUI) 1:29:50..

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