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Schiedsrichter sind für den Videobeweis: «Wir nehmen jede Hilfe an»

In der Schweiz soll der Videobeweis ab der nächsten Saison zum Einsatz kommen. Die Kosten dürften sich auf 1 bis 1,5 Millionen Franken pro Saison belaufen. Der Entscheid fällt im November.
Etienne Wuillemin, Markus Brütsch
In Deutschland unterstützten bereits Video-Assistenten die Schiedsrichter. (Bild: Keystone)

In Deutschland unterstützten bereits Video-Assistenten die Schiedsrichter. (Bild: Keystone)

Einen Tag nach dem desaströsen Schiedsrichter-Wochenende in der Bundesliga hat die «Nordwestschweiz» enthüllt, dass der Videobeweis schon in der kommenden Saison auch im Schweizer Fussball Einzug halten könnte. Zumindest ist dies das Ziel der Swiss Football League, welche die notwendigen Abklärungen und Vorbereitungen mit Hochdruck vorantreibt. Sie lässt sich dabei durch die teilweise absurden und hohe Wellen schlagenden Entscheidungen in Deutschland nicht vom Weg abbringen. «Wir wollen uns nicht zu stark an anderen Ländern und Ligen orientieren, sondern von Beginn eine für die Schweizer Liga möglichst passende Lösung aufgleisen», sagt Dani Wermelinger, Leiter des Ressorts Spitzenschiedsrichter beim Schweizer Fussballverband (SFV).

In der Tat ist es das Problem der Deutschen, den Video-Assistenten (VAR) endlich dazu zu bringen, zurückhaltender und nur bei klaren Fehlern einzuschreiten, statt den Schiedsrichter auf dem Rasen ständig in die Bredouille zu schicken. Wie es funktionieren kann, hat die WM in Russland gezeigt. «Das ist ein sehr positives Beispiel», sagt Wermelinger.

Kosten wohl über einer Million Franken

Dass die Einführung der technischen Hilfsmittel ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bedeutet, ist unbestritten. «Gespräche mit Amtskollegen aus Ligen mit vergleichbarer Grösse haben ergeben, dass die Kosten ungefähr zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken pro Saison liegen dürften», sagt Claudius Schäfer, der CEO der Swiss Football League. «Die Aufteilung der Kosten ist derzeit noch nicht definiert. Bis jetzt gehen wir jedoch davon aus, dass die Vorschläge von den Super-League-Clubs unterstützt werden.»

Das deckt sich mit den Antworten der Clubvertreter. Kein einziger Verein stellt sich gegen die Einführung des Videobeweises. Allerdings denkt Markus Lüthi, der Präsident des FC Thun, dass es die Schiedsrichter sein müssten, die entscheiden, ob sie den VAR wollen oder nicht. Doch darüber bestehen im Prinzip keine Zweifel. «Wir nehmen jede Hilfe an, um Fehler zu minimieren», sagt Wermelinger. Der 47-Jährige betont, dass die Leistungen der Schiedsrichter in der Super League jetzt schon gut seien, wenn sie dank des Videobeweises noch besser würden, sei das doch gut.

Fragt sich, ob der SFV genügend Ressourcen hat, um das ehrgeizige Vorhaben umzusetzen. «Wir sind überzeugt, dass wir genügend Schiedsrichter haben, um den Videobeweis zu stemmen», sagt Schäfer. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits an der ordentlichen Generalversammlung am 23. November soll über die Einführung abgestimmt werden. Für eine Zustimmung ist das absolute Mehr der Stimmberechtigten erforderlich. Jeder der 20 Clubs der Swiss Football League hat eine Stimme.

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