Schiedsrichter Toni Bucheli ist 90-jährig verstorben

Er hatte als Fussball-Schiedsrichter Partien mit Pelé, Franz Beckenbauer, Eusebio, Bobby Charlton oder Dino Zoff geleitet: Nun ist der Luzerner Fifa-Schiedsrichter Anton «Toni» Bucheli im Alter von 90 Jahren gestorben.

Turi Bucher
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Toni Bucheli.

Toni Bucheli.

Bild: Nadia Schärli (Luzern, 3. Mai 2017)

Die kleinen körperlichen Gebrechen, wie man sie in diesem hohen Alter eben hat, musste in seinen letzten Jahren auch Toni Bucheli erdulden. Doch der Luzerner Bauernsohn, der von 1951 bis 1975 aktiver Schiedsrichter war und über 1200 Fussballspiele leitete, blieb bis zuletzt rüstig und lebensfroh. Gerne spazierte Toni Bucheli als 90-Jähriger samstags in der Stadt Luzern durch den Markt und kehrte mit seinem Sohn im Restaurant Schiff zu einem Umtrunk ein.

Sein Karriere-Highlight als Schiedsrichter erlebte Bucheli im Jahr 1971, als er in Athen den Final des Cupsieger-Cups zwischen Real Madrid und dem Londoner FC Chelsea leitete.

Bucheli galt als Referee, der das Spiel gerne laufen liess und wenig unterbrach. Dies hatte er sich nach einer Episode mit der ungarischen Fussballlegende Ferenc Puskas angeeignet. In einem Testspiel zwischen dem FC Zürich und Real Madrid im Jahr 1960 wurde Puskas dauernd von Zürchern gefoult. Bucheli wollte Puskas schützen und pfiff stets, bis der Weltstar selber einschritt und rief: «Herr Bucheli, lassen Sie uns doch Fussball spielen.» Die Worte von Puskas nahm Bucheli in eine erfolgreiche Karriere mit.

Integrität als oberste Maxime

Bucheli erlebte als Schiedsrichter auch Bestechungsversuche. Beispielsweise jenen vor einem Europacup-Spiel in Istanbul, als ein Vereinsvertreter in sein Hotelzimmer vordrang und 150'000 Dollar im Koffer präsentierte. Bucheli rief auf Schweizerdeutsch: «Abfahre!»

Auch die Einführung des Videobeweises im Fussball verfolgte Bucheli im hohen Alter mit grossem Interesse. Und er zeigte sich durchaus auch den Schiedsrichtern gegenüber kritisch: «Videobeweis hin oder her – viele schwere Fehlentscheide dürften auch ohne Kamera nicht passieren.»

Toni Bucheli verstarb am vergangenen Sonntag.