Ultratrail
Schlamm, Schnee und ein Fuss voller Wasser: Extremsportler Robert Hammig kommt an seine Grenzen

Extremsport für einen guten Zweck: Der Surseer Robert Hammig (40) wagte sich an sein zweites Mega-Projekt.

Stephan Santschi
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Robert Hammig hatte mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, unter anderem mit Nebel.

Robert Hammig hatte mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, unter anderem mit Nebel.

Bild: PD

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da machte sich Robert Hammig auf den Weg um den Vierwaldstättersee. 171 Kilometer lang war die Laufstrecke durch die Zentralschweizer Berglandschaft, 10400 Höhenmeter wollte er absolvieren, und dies in nur 32 Stunden. Eine Zerrung im Gesässbereich zwang ihn damals knapp 20 Kilometer vor dem Ziel zur Aufgabe, ein Erfolg war sein Laufprojekt trotzdem. Gemeinsam mit dem Luzerner Rapper Philippe Fries (alias Freeze), der seit der Erkrankung an Multipler Sklerose an den Rollstuhl gebunden ist, sammelte Hammig rund 13000 Franken für einen guten Zweck.

Letzte Woche nun stand für ihn der nächste Ultratrail auf dem Programm. Im Vergleich zur Premiere waren die Dimensionen nochmals grösser. Der 40-jährige Surseer wagte sich auf die Via Alpina, wollte von Sargans bis nach Montreux laufen und dabei innert fünf Tagen 350 Kilometer über rund ein Dutzend Alpenpässe zurücklegen. Neben der eigenen Faszination fürs Laufen motivierte ihn wiederum das Geldsammeln für wohltätige Institutionen. Doch sein Vorhaben endete erneut nicht so, wie er es sich gewünscht hatte.

Deshalb muss er am dritten Tag aufgeben

Los ging es am vergangenen Mittwoch in Sargans. Hammig hatte nicht nur die 87 Kilometer der ersten Etappe bis Unterschächen vor, sondern auch das Wetter gegen sich. «Es war sehr hart. Es hat durchgehend geregnet, die Wege waren oftmals schlammig.» Nach der Ankunft gab es in der Unterkunft keine Verpflegung mehr, so mangelte es ihm an Tag zwei etwas an Energie. Auch die äusseren Bedingungen besserten sich kaum, zwischen Altdorf und Engelberg traf er sogar auf ein ausgedehntes Schneefeld. Mehrmals rutschte er ein paar Meter in die Tiefe, zudem hatte er wegen des Nebels Orientierungsprobleme. Hammig aber biss sich durch und erreichte das Berghotel Bonistock.

Nach einem nahrhaften Abendessen und einer erholsamen Nacht startete er ausgeruht und motiviert in den dritten Tag. Bald aber merkte er, dass er nicht ganz so flott wie üblich vom Berg runterkam, der rechte Fuss schwoll stark an. «Ich hatte keine Schmerzen, das Gelenk war aber voller Wasser und sah nicht mehr schön aus.» Schweren Herzens entschied er sich nach 159 Kilometern in Meiringen zur Aufgabe. «Die Gesundheit geht vor. Natürlich bin ich aber sehr enttäuscht. Hätte ich den Lauf zu Ende gebracht, hätten wir unsere Spendenaktion besser promoten können.»

Bis Ende August kann gespendet werden

In diesem Jahr unterstützen Fries und Hammig die Organisationen Cutohof und vergewaltigt.ch. Bei Ersterem handelt es sich um einen Begegnungs- und Erlebnisort im solothurnischen Buchegg, der für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sonderpädagogisches Reiten, berufliche Integration und die Ausbildung von Pferd und Reiter anbietet. Vergewaltigt.ch, initiiert von der Surseerin Cindy Kronenberg, unterstützt Menschen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Bisher sind knapp 7000 Franken zusammengekommen, «bis Ende Monat lassen wir die Spendenaktion weiterlaufen und hoffen auf 10000 Franken», so Hammig.

Infos: www.gheieundfluuge.ch

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