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Schmid: «Dieser Titel ist speziell»

Je zwei Gold- und Bronzemedaillen: Die Schweiz war an Europameisterschaften noch nie so erfolgreich. Skiff-Weltmeisterin Jeannine Gmelin gewinnt erstmals EM-Gold, der Luzerner Michael Schmid triumphiert erneut im Leichtgewichts-Einer.
Sascha Fey (SDA), Glasgow
Geschafft: Der 30-jährige Luzerner Michael Schmid hat seinen EM-Titel erfolgreich verteidigt. (Bild: Jack Thomas/Getty (Glasgow, 5. August 2018))

Geschafft: Der 30-jährige Luzerner Michael Schmid hat seinen EM-Titel erfolgreich verteidigt. (Bild: Jack Thomas/Getty (Glasgow, 5. August 2018))

Michael Schmid sicherte sich auf souveräne Art und Weise den zweiten EM-Titel in Folge im Leichtgewichts-Einer. Der 30-jährige Luzerner lag bei sämtlichen drei Zwischenzeiten in Führung, allerdings hielt der Italiener Martino Goretti lange Zeit gut mit – bei Streckenhälfte betrug die Differenz 35 Hundertstel. Schmid hatte aber die grösseren Reserven und siegte mit einem Vorsprung von 1,37 Sekunden.

«Den Titel erfolgreich zu verteidigen, ist speziell, und darum schwieriger», erklärte Schmid, der seit April zu 25 Prozent als wissenschaftlicher Assistent und Doktorand am Institut für Sportwissenschaften in Bern arbeitet. Zudem lief es ihm nicht mehr ganz so rund wie im Halbfinal am Samstag. «Ich hatte mehr unsaubere Schläge als gestern, fand aber immer wieder schnell den Rhythmus, wenn ich mit dem ­Ruder an einer Welle angehängt bin.» Schmid ist sich bewusst, dass er auf hohem Niveau jammert, aber auch er blickt bereits vorwärts. «Die Saison ist noch nicht fertig, darum gilt es zu schauen, wo ich mich noch verbessern kann.» Im September will er zum ersten Mal eine WM-Medaille gewinnen – im vergangenen Jahr verpasste er eine solche als Vierter hauchdünn. Danach dürfte er nicht mehr im Leichtgewichts-Einer an den Start gehen, da diese Kategorie nicht olympisch ist. Er nimmt es allerdings Jahr für Jahr.

Europameisterin nicht ganz zufrieden

«Ich habe einen guten Job gemacht, aber ich bin nicht ganz ­zufrieden», bilanzierte Jeannine Gmelin nach dem Sieg. Diese Aussage unterstreicht, warum die 28-Jährige derzeit das Mass aller Dinge im Einer ist: Sie ist eine Perfektionistin mit allerhöchsten Ansprüchen an sich selber. Schliesslich sagte sie das nach einem Rennen, in dem sie die zweitplatzierte österreichische WM-Dritte Magdalena Lobnig um 1,47 Sekunden distanzierte und zum ersten Mal den EM-­Titel holte. Die gewisse Unzufriedenheit gründete darin, dass sie im letzten Teil nicht zu jener Souveränität und Lockerheit fand, die sie sich gewohnt ist. So verlor sie auf den letzten 500 Metern 2,13 Sekunden auf Lobnig. Dass das gute Gefühl nur teilweise vorhanden war, führte Gmelin auch auf die schwierigen Bedingungen in Form von Seitenwind zurück. Ausserdem nutzte sie die ungewohnte zweitägige Pause – es nahmen nur neun Boote im Frauen-Einer teil – für intensives Training. Am Freitag absolvierte sie gar zum ersten Mal während eines Wettkampfs eine Krafteinheit. Auch das habe eine Rolle gespielt, erklärte Gmelin. Die seit dem 5. Rang an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ungeschlagene Zürcherin hat allerdings das grosse Bild im Kopf, steht doch der Saisonhöhepunkt mit den WM in Plovdiv (8. bis 16. September) noch bevor. Diesbezüglich gibt ihr EM-Gold einen Motivationsschub. «Es ist immer speziell, eine Medaille zu gewinnen, und erst recht den Titel. Das ist etwas, das nach wie vor viel ­bedeutet.» 2015 hatte Gmelin ­bereits EM-Silber gewonnen, danach fehlte sie an den kontinentalen Titelkämpfen zweimal aus gesundheitlichen Gründen.

Erneut EM-Bronze für Röösli

Roman Röösli gewann wie vor einem Jahr Bronze – damals im Doppelzweier mit Barnabé Delarze –, obwohl das Rennen für ihn überhaupt nicht so lief, wie er sich das vorgestellt hatte. «Ich wollte nach dem Start mehr bei den Leuten sein», sagte Röösli. Stattdessen passierte er bei den drei Zwischenzeiten jeweils als Fünfter. «Ich brauchte die ganze Power, um aufzuholen.» Insofern war auch der 24-jährige Luzerner nicht restlos glücklich. «Ich bin zufrieden, aber als Sportler will man immer mehr.» Geschlagen geben musste er sich den Olympia-Medaillengewinnern Kjetil Borch aus Norwegen (3. in Rio) und Mindaugas Griskonis aus ­Litauen (2.).

Merz/Rol fulminant zu Bronze

Für den Leichtgewichts-Doppelzweier mit Patricia Merz und Frédérique Rol dagegen war Bronze gleichbedeutend mit einem totalen Glücksgefühl. Das Duo verwies die rumänischen Weltmeisterinnen Ionela-Livia Cozmiuc/Gianina-Elena Beleaga dank ­fantastischer letzter Schläge um 22 Hundertstel auf Platz 4. «Das Wissen, zu den Besten zu gehören, ist wirklich cool», so Merz, die vor einem Jahr im Leichtgewichts-Einer Bronze geholt hatte. Auf diese Saison hin wurde die 25-jährige Zugerin mit der gleichaltrigen Rol wiedervereint.

Finals. Männer. Offene Kategorie. Einer (Skiff): 1. Borch (NOR) 6:49,95. 2. Griskonis (LTU) 6:50,68. 3. Röösli (SUI) 6:52,06. – Doppelzweier: 1. Boucheron/Androdias (FRA) 6:10,21. 2. Prundeanu/Enache (ROU) 6:10,71. 3. Leask/Beaumont (GBR) 6:10,84. – Ferner: 5. Stahlberg/Delarze (SUI) 6:18,66. – Achter: 1. Deutschland 5:27,48. 2. Niederlande 5:29,51. 3. Rumänien 5:29,71.

Leichtgewichte. Einer (nicht olympisch): 1. Schmid (SUI) 6:54,93. 2. Goretti (ITA) 6:56,30. 3. Mottram (GBR) 6:57,18. – Doppelzweier: 1. Brun/Strandli (NOR) 6:20,85. 2. O’Donovan/O’Donovan (IRL) 6:22,84. 3. Oppo/Ruta (ITA) 6:23,32.

Frauen. Offene Kategorie. Einer (Skiff): 1. Gmelin (SUI) 7:31,15. 2. Lobnig (AUT) 7:32,62. 3. Dymtschnko (UKR) 7:32,67.

Leichtgewichte. Doppelzweier: 1. Keijser/Paulis (NED) 6:57,35. 2. Deresz/Dorociak (POL) 6:58,39. 3. Merz/Rol (SUI) 7:00,36.

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