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Schon wieder Pech für den Schweizer Nationalstürmer Breel Embolo: Fussbruch

Der Schweizer Nationalstürmer Breel Embolo von Schalke 04 verletzt sich erneut. Nach einem Fussbruch fällt der frühere Basel-Profi mindestens sechs Wochen aus.
Etienne Wuillemin, Lugano
Ein niedergeschlagener Breel Embolo nach der 0:3-Niederlage am Sonntag mit Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt. (Bild Jan Hübner/Imago (11. November 2018))

Ein niedergeschlagener Breel Embolo nach der 0:3-Niederlage am Sonntag mit Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt. (Bild Jan Hübner/Imago (11. November 2018))

Vladimir Petkovic sitzt in einem Sitzungszimmer im Schweizer Teamhotel in Lugano. Es ist der Auftakt in die letzte Länderspielwoche der Schweizer Fussballer dieses Jahres. Am Sonntag wartet das Highlight gegen Belgien. Es geht um den Gruppensieg in der Nations League. Doch Petkovics Laune war auch schon besser. «Es ist ein bisschen ähnlich wie mit dem Wetter hier», sagt er. Draussen ist es garstig, nass und viel zu kalt für die eigentliche Sonnenstube.

Als Petkovic diesen Satz sagt, denkt er an die vielen angeschlagenen Schweizer Spieler. Und wenige Momente später verfinstert sich seine Miene noch einmal. Er hat eine Notiz bekommen. Das Resultat der Untersuchung von Breel Embolo im örtlichen Spital ist da. «MRI Breel: frattura!», steht auf dem Zettel. Der 21-Jährige hat den linken Mittelfuss gebrochen. «Das tut mir Leid für ihn», sagt Petkovic, «aber ich bin überzeugt, er kommt stark zurück.»

Breel Embolo und die Verletzungen, es ist eine leidige Geschichte. Der Fussbruch ist nur das jüngste Kapitel. Es ist deshalb vielleicht ein kleiner Trost, dass Breel Embolo voraussichtlich «nur» sechs Wochen ausfallen wird. Und keine grossen Komplikationen zu erwarten sind.

Bruch wegen Überbelastung

Was aber ist passiert? Im Champions-League-Spiel vor drei Wochen mit Schalke gegen Galatasaray Istanbul hat Embolo einen Schlag erlitten. Der Fuss war geprellt, aber nicht gebrochen. Daran hat sich bis vor drei Tagen auch nichts geändert. Dies zeigte eine Untersuchung vor dem Spiel vom Sonntagabend gegen Frankfurt. Embolo spielte 83 Minuten. Danach verspürte er Schmerzen. Zum Nationalteam rückte er mit Gehstöcken ein. Noch hoffte er, dass es sich nur um eine starke Prellung handelte – vergebens. «Es ist möglich, dass der Knochen wegen den grossen Belastungen gebrochen ist», sagte der Schweizer Mannschaftsarzt Damian Meli.

Unbekümmert und lebensfroh, so hat die Fussball-Schweiz Embolo kennen- und lieben gelernt. Als Stürmer, der beim FC Basel mit einer Leichtigkeit Tore erzielte, wie sie selten ist in der Schweiz. Wenn Alex Frei jeweils traf, so war der Torerfolg häufig auch ein wenig das Produkt des Willens und der Arbeit. Bei Embolo schwang stets eine Prise Eleganz mit. An manchen Tagen hatten die Zuschauer gar das Gefühl, er schwebe richtiggehend über den Platz. Und das trotz seiner imposanten Statur.

Es kam der Wechsel zu Schalke 04, im Sommer 2016 war es, einen Tag nach dem Achtelfinal-Out der Schweiz gegen Polen wurde der Transfer bekannt gegeben. Knapp 25 Millionen Euro zahlte Schalke – so viel wie noch nie zuvor für einen Spieler. Mit Embolo verknüpfte der Verein seine Hoffnungen, dass endlich wieder bessere Zeiten kommen.

Doch dann, der 15. Oktober 2016. Schalke gegen Augsburg, eine schlimme Grätsche gegen Embolo – und seine Karriere ist in Gefahr. Sprunggelenk und Wadenbein gebrochen, Syndesmose- und Innenband gerissen. Fast ein ganzes Jahr fällt Embolo danach aus. Zwischendurch erleidet er nach einem versuchten Comeback einen erheblichen Rückschlag. Embolo sagt, es sei die schlimmste Zeit seines Lebens gewesen.

Wird der 21-Jährige je wieder der Alte?

Irgendwann weicht die Ungewissheit der Hoffnung. Im zweiten Versuch wird Embolo behutsam ans Team herangeführt. 336 Tage nach der Horror-Verletzung gibt er tatsächlich sein Comeback in der Bundesliga. Nur wird je länger desto mehr klar: Bei Embolo ist mit der Verletzung etwas verloren gegangen. Er ist mehr gehemmt als unbeschwert.

Erst in diesem Herbst lässt man als Beobachter den Gedanken wieder zu: Es dauert wohl noch ein wenig, aber vielleicht wird Embolo bald wieder unbekümmert Tore schiessen. Schliesslich ist er noch immer erst 21 Jahre alt.

Nun folgt der nächste Rückschlag. Wieder bleibt die Frage: Wird Embolo je wieder der Alte?

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