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Schürpfs Rolle beim FCL wird noch bedeutender - ein Heimsieg gegen GC würde aus der Extremsituation helfen

Pascal Schürpf (29) hat seinen Vertrag mit dem FC Luzern in dieser Woche bis 2022 verlängert. Bereits heute Sonntag (16 Uhr) kann der Basler gegen den designierten Absteiger GC wieder zeigen, wie wichtig er als Mentalitätsspieler für das Team ist.
Daniel Wyrsch
Luzern-Offensivmann Pascal Schürpf spielt immer mit Willen und Leidenschaft. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 13. April 2019)

Luzern-Offensivmann Pascal Schürpf spielt immer mit Willen und Leidenschaft. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 13. April 2019)

Remo Meyer (38) hat am Mittwoch einen bedeutenden Abschluss erzielt. Der ­Luzerner Sportchef verlängerte den bis 2020 laufenden Vertrag des 29-jährigen Pascal Schürpf vorzeitig um zwei Jahre bis 2022. Damit hat er den in den letzten beiden Saisons erfolgreichsten Skorer der Mannschaft insgesamt weitere drei Jahre an den FC Luzern binden können. Für Schürpf sprechen die Zahlen: In ­total 63 Super-League-Partien für die Innerschweizer hat der Offensivspieler 23 Tore erzielt und 15 Assists gegeben.

Allerdings verfügt Schürpf nicht nur über eine stolze Bilanz und kann oft ei­gene Tore bejubeln, der frühere Profi des FC Basel geht auch stets dorthin, wo es wehtut. Keinem Zweikampf weicht der Linksaussen aus, er kämpft um jeden Ball – ob am Boden oder in der Luft. Sportchef Meyer wird in einer Medienmitteilung des Vereins wie folgt zitiert: «Die ganze Mannschaft profitiert enorm vom Willen und der Leidenschaft, die Pascal an den Tag legt.»

Schürpfs Vorbildfunktion und Erfahrung kann Gold wert sein

Deutlich ist zu spüren, dass sich Meyer tiefschürfende Gedanken über die Qualitäten von Schürpf gemacht hat. Der Stadtbasler ist in Zukunft der wichtigste Routinier im Team, denn die Karrieren von Torhüter David Zibung (35) und Rechtsverteidiger Christian Schwegler (bald 35) neigen sich trotz bis 2020 verlängerter Kontrakte dem Ende entgegen. Mittelfeldspieler Christian Schneuwly (31) steht ebenfalls – zumindest vorerst – nur noch ein Jahr unter Vertrag. Linksverteidiger Claudio Lustenberger (32) hat verletzungsbedingt bloss 26 Minuten in dieser Saison gespielt, die Zukunft des Kriensers bleibt offen.

Während die älteren Leistungsträger immer weniger werden, hat sich der im Juli 30 Jahre alt werdende Schürpf quasi angeboten, künftig als Führungsspieler noch wichtiger für die Nachwuchsleute zu werden. «Ich fühle mich wohl beim FC Luzern und in der Region und freue mich, in der Gegenwart und in den kommenden Jahren mit dem Team einiges erreichen zu können», sagt Schürpf.

Zweifellos gehört Schürpf zu einer besonderen Art Profi. Lange Zeit schien es, dass er nie den Durchbruch schaffen würde. Beim Stammverein Basel kam er in den Jahren 2010 und 2011 auf 14 Ligaspiele mit einem Tor und einem Assist. «Beim FCB haben meine Qualitäten nicht gereicht», stellt Schürpf fest. Nachdem er als Leihspieler für Lugano, Aarau und Bellinzona tätig gewesen war, landete er in Vaduz. Mit den Liechtensteinern stieg er in die Super League auf, ­erlitt dort aber später einen Knorpelschaden. Wegen dieser Verletzung fiel er zehn Monate aus.

Zum FCL wechselte er im Februar 2017 zum Schnäppchenpreis. Niemand rechnete damit, dass der damalige Assistenzcoach Patrick Rahmen (heute Aarau-Trainer) mit Schürpf einen Goalgetter und neuen Publikumsliebling zum FCL gelotst hatte. «Mir war damals klar, dass mich die Luzerner nicht mit offenen Armen empfangen. Allein an mir lag es, mich mit Leistungen zu beweisen und durchzusetzen», betont Schürpf.

Der Weg mit jungen Spielern und solchen mit einer «kleinen Beule»

Meyer hat Schürpf erst in dieser Saison richtig schätzen gelernt. Obwohl der Basler die Luzerner in der Rückrunde der Vorsaison mit zehn Toren in nur elf Einsätzen von Platz 9 auf 3 geschossen hatte, zögerte der FCL-Sportchef im vergangenen Sommer mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung. Meyer fand, Schürpf sei zu verletzungsanfällig. Die Zweifel waren nicht unberechtigt, erst in dieser Saison blieb der Luzerner Topskorer von Verletzungen beinahe gänzlich verschont.

Kürzlich sagte Meyer in der Sendung «Heimspiel» von Teleclub Zoom, auf welche Spieler der FCL nun setzt: «Wir leben von jungen Spielern und dazu von solchen, bei denen irgendetwas in der Karriere nicht geklappt hat, die eine kleine Beule haben.» Dabei wird er gewiss auch an Schürpf gedacht haben, der bei der Mischung aus Routiniers und jungen Akteuren künftig eine noch bedeutendere Rolle spielen wird. Als Meyer den Vertrag mit Schürpf im September 2018 bis 2020 verlängert hatte, schoss der Flügel tags darauf im Heimspiel gegen GC den 2:1-Siegtreffer in der 90. Minute. Die aktuelle Verlängerung bis 2022 erfolgte vor dem Heimspiel von heute Sonntag gegen den inzwischen designierten Absteiger GC.

Luzern hat lediglich drei Punkte Rückstand auf Platz 3 und Thun, aber auch nur vier Zähler Vorsprung auf den Barrage-Rang 9 und Xamax. Das direkte Europa-League-Ticket wie die Abstiegs-Playoffs sind in den letzten vier Runden noch möglich. Unter diesen Umständen müsste Luzern GC besiegen, damit die Abstiegsgefahr gebannt wäre. Eine delikate Aufgabe? Schürpf: «Das ist eine Extremsituation, die aber für sieben Teams der Liga gilt. Entweder top oder flop.» Die Ausgangslage ist für ihn eine «spannende Herausforderung», die er annimmt.

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