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Mick Schumacher greift nach dem Formel-3-Titel

Mick Schumacher reist als Favorit zum Saisonfinale der Formel 3. In Hockenheim kann der Sohn von Michael Schumacher seinen grössten Titel holen – und sich für die Formel 1 in Lauerstellung bringen.
Andreas Asen (SID)
Mick Schumacher (rechts), posiert mit Ferraris Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen. (Bild Luca Bruno/AP (Monza, 1. September 2018))

Mick Schumacher (rechts), posiert mit Ferraris Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen. (Bild Luca Bruno/AP (Monza, 1. September 2018))

Der grösste Nachname im Motorsport, die ewig hohen Erwartungen, die vielen neugierigen Blicke. Nur Mick Schumacher weiss, wie sich das anfühlt. Seit der Sohn von Michael Schumacher den Entschluss fasste, selbst ins Cockpit zu klettern, trägt er eine enorme Last mit sich herum. Natürlich habe dieser Name ihm auch «Türen geöffnet», sagt der 19-Jährige, aber durchgehen muss er alleine: «Du musst immer noch beweisen, was du kannst.»

Komfortables Polster

Am Wochenende bekommt Schumacher nun seine bislang grösste Chance dazu, der Titel in der Formel-3-EM ist zum Greifen nah. «Ich werde immer noch einen Schritt nach dem anderen gehen und nur von Rennen zu Rennen schauen», sagte er vor dem Finale in Hockenheim. Zusätzlichen Druck will er sich nicht machen, von seiner Herangehensweise, die bisher Erfolg brachte, rückt er nicht ab.

Dabei reist Schumacher mit einem komfortablen Polster an. 329 Punkte hat er auf dem Konto und damit 49 mehr als Verfolger Daniel Ticktum aus Grossbritannien. Eigentlich kann aus Schumachers Sicht gar nichts mehr schiefgehen – bereits in den beiden Rennen am Samstag (10.00 und 16.30 Uhr, n-tv) kann er sich den Meisterpokal holen. Am Sonntag (10.05 Uhr, n-tv) geht es dann zum letzten Mal auf die Strecke.

Bewerbungsschreiben für die Formel 1

Es wäre der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere und die Krönung einer herausragenden zweiten Saison in der Formel 3. Ganz nebenbei ausserdem das beste Bewerbungsschreiben für den Sprung in die Königsklasse. Denn, und daraus macht Schumacher seit Jahren keinen Hehl, die Formel 1 ist das grosse Ziel. «Da lasse ich mich nicht von abbringen», hatte er dem deutschen Nachrichtenagentur SID bereits 2017 gesagt: «Ich konzentriere mich auf mich und schaue nicht auf die anderen Fahrer. Jeder hat seine eigene Entwicklung, das ist nicht vergleichbar.»

2015 hatte Schumacher seine erste Saison im Formelwagen absolviert. In der ADAC Formel 4 deutete er immer wieder sein grosses Potenzial an, stets im Fokus der Öffentlichkeit. Mit der Entscheidung in der Meisterschaft hatte Schumacher junior nichts zu tun – dennoch versammelten sich die meisten Fans und Journalisten stets rund um den Wagen des damals 16-Jährigen. Ein Jahr später schloss er sich Prema Racing an, wurde Vizemeister und stieg 2017 mit dem italienischen Team in die Formel 3 auf.

Schumachers Durchbruch in Belgien

Nach einigen Rückschlägen folgte in dieser Saison der Durchbruch. Und wo, wenn nicht in Spa, im «Wohnzimmer» seines Vaters, sollte Mick Schumacher den ersten Saisonsieg feiern? Am 28. Juli in den Ardennen nahm die Karriere des Youngsters endgültig Schwung auf. Plötzlich lief es. Der Druck von aussen, die hohen Erwartungen – all das hemmte auf einmal nicht mehr. Es folgten sieben Siege, zwischenzeitlich fünf in Serie.

Entschieden ist die Meisterschaft noch nicht, beteuert der Youngster. Aber er weiss selbst, dass er in Hockenheim alle Trümpfe in der Hand hat. An jenem Ort, an dem der Hype um seinen Vater einst Jahr für Jahr einen Höhepunkt erreichte.

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