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Schweizer Allianz von Federer und Wawrinka gegen Drahtzieher Djokovic

Auf dem Platz treffen Roger Federer und Stan Wawrinka aufeinander. Daneben verbünden sich die Schweizer in Indian Wells gegen Novak Djokovic.
Simon Häring
Novak Djokovic macht Politik. (Bild: Mark J. Terrill/AP (Indian Wells, 9. März 2019))

Novak Djokovic macht Politik. (Bild: Mark J. Terrill/AP (Indian Wells, 9. März 2019))

Während Roger Federer beim 6:4, 7:5 gegen den Deutschen Peter Gojowczik (29, ATP 85) nur im zweiten Satz echte Gegenwehr hatte, benötigte Stan Wawrinka in Indian Wells 3:24 Stunden, um den Ungar Marton Fucsovics (ATP 31) mit 6:4, 6:7, 7:5 niederzuringen. Dabei wehrte der Romand im spektakulären dritten Satz nicht weniger als elf von zwölf (!) Breakchancen ab. Hinterher sprach er denn auch von einem «komplett verrückten Spiel». Die Belohnung für Wawrinka: das 25. Duell gegen Roger Federer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Nur gerade drei der bisherigen Duelle konnte Wawrinka für sich entscheiden, allesamt auf Sand. Sein letzter Erfolg gegen den Baselbieter, 2015 in den Viertelfinals der French Open, liegt allerdings bereits vier Jahre zurück. Die letzten fünf Begegnungen entschied Federer für sich, unter anderem den denkwürdigen Halbfinal bei den Australian Open 2017. Bei seinem Comeback nach halbjähriger Pause hatte er beinahe eine 2:0-Satzführung noch aus der Hand geben müssen. Entsprechend vorsichtig äussert sich Federer vor dem Schweizer Gipfeltreffen: «Es ist schwierig, so früh im Turnier gegen Stan antreten zu müssen. Die ganze Welt weiss, was er kann.» Er wünsche sich, dass der Romand, der sich in diesem Jahr wieder in die Top 40 der Weltrangliste gespielt hat, bald wieder unter die Top 20 oder gar in die Top Ten vorstosse. Vor anderthalb Jahren war Wawrinka noch als Nummer 3 klassiert.

So oft sie gegeneinander gespielt haben, so sehr verbinden sie die gemeinsamen Erfolge: 2008 holten sie in Peking Olympia-Gold im Doppel, sechs Jahre später bescherten sie der Schweiz vor der Rekordkulisse von 27488 Zuschauern den ersten Sieg im Davis Cup. Obschon ihre Liebe für den Wettbewerb inzwischen abgeflaut ist, haben sie sich zum Teil dezidiert gegen die Reformen ausgesprochen.

Federer und Wawrinka bemängeln Politik der ATP

In der Debatte um die Absetzung von Chris Kermode als Präsident der Profispieler-Vereinigung ATP vertreten sie die gleiche Meinung. Wawrinka: «Es ist eine traurige Nachricht für das Tennis. Ich bin nicht damit einverstanden.» Er fordere Erklärungen.

Ähnlich äusserte sich Roger Federer, der den Spielerrat zuvor während Jahren präsidiert hatte. Er bemängelte die fehlende Kommunikation. Er habe Djokovic um ein Gespräch gebeten. Dieser habe ihm aber beschieden, «leider keine Zeit» zu haben. Djokovic habe ihn auf den nächsten Tag vertröstet. Auf jenen Tag, an dem der Entscheid bereits gefällt war. «Das ist für mich schwer verständlich», zitierte ihn der «Tages-Anzeiger». Federer zeigte sich besorgt, die Situation sei «explosiv» und unsicher. «Ich habe viele Fragen.»

Auch Rafael Nadal zeigte sich düpiert, zückte das Telefon und sagte: «Hier, mein Telefon. Sehen Sie, niemand hat Kontakt mit mir aufgenommen.» Er, Federer, Wawrinka und Konsorten hatten sich alle für eine Wiederwahl Kermodes ausgesprochen, wie der Grossteil der Spieler, die öffentlich Stellung bezogen haben. Gleichwohl sprachen sich die drei Spielervertreter gegen eine Vertragsverlängerung aus.

Als Drahtzieher gilt Novak Djokovic , der sich auf die «Vertraulichkeit» der Diskussionen im Spielerrat berief. Danach gefragt, weshalb er das Gespräch mit den anderen Grössen nicht gesucht habe, sagte er: «Wenn sie etwas wollen, können sie zu mir kommen.» Als einer von drei Spielervertretern stimmte Justin Gimelstob gegen eine Zukunft mit Kermode. Der Amerikaner, der sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss, gilt als Verbündeter Djokovics.

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