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«Einmalige Chance» für die Stanser Handballer

Der BSV Stans steht an der NLB-Spitze. Heute (20.30) fordert er das oberklassige Suhr Aarau im Cup-Achtelfinal heraus.
Stephan Santschi

«Ich bin immer noch am Verdauen.» Der Stanser Trainer Andy Gubler tat sich auch am Montag und damit zwei Tage nach der 26:27-Niederlage in Baden schwer mit dem ersten Rückschlag der noch jungen NLB-Saison. Als Leader angereist, hätte der BSV Stans mehr verdient gehabt, die Chancenauswertung war diesmal aber schlichtweg zu schwach – unter anderem verschoss er vier Penaltys. Und so mussten die Nidwaldner ihre stolze Tabellenführung bereits wieder abgeben, neu klassieren sie sich hinter den Badenern auf Rang zwei.

Einziger Stanser Profi: Der Brasilianer Fernando Skrebsky Dutra. Bild: Pius Amrein (Stans, 2. Februar 2019)

Einziger Stanser Profi: Der Brasilianer Fernando Skrebsky Dutra. Bild: Pius Amrein (Stans, 2. Februar 2019)

Lange zu hadern braucht Stans allerdings nicht. Erstens spielt die Mannschaft bisher eine starke Saison. Zweitens steht bereits heute das nächste Highlight auf dem Programm. Im Eichli gastiert mit dem HSC Suhr Aarau ein NLA-Team zum Cup-Achtelfinal (20.30). «Für uns ist das natürlich eine einmalige Chance», schwärmt der Stanser Vereinspräsident Philipp Bühlmann. «Wir erwarten 500 bis 600 Zuschauer. Uns bietet sich die Gelegenheit, dem treuen Publikum ein attraktives Spiel zu bieten.»

Im letzten NLB-Heimspiel kamen sogar über 600, mit durchschnittlich 534 Fans liegt der BSV Stans auf Rang eins der NLB-Zuschauerstatistik. Damit generiert er praktisch das gleiche Interesse wie der benachbarte HC Kriens-Luzern in der NLA (533 pro Spiel). Kein Zweifel: Der BSV Stans befindet sich aktuell auf einem Höhenflug.

Keine Kampfansage an den Favoriten

Eine klare Kampfansage an den Favoriten Suhr Aarau ist aus dem Lager der Nidwaldner aber nicht zu vernehmen. «Wir werden unser Bestes geben. Zwischen der NLA und der NLB liegen aber Welten», sagt Trainer Gubler. Und Präsident Bühlmann hält fest: «Ich getraue mich nicht, die Möglichkeit einer Überraschung anzusprechen. Wir wollen aber sicher ­zeigen, dass wir kein Hinterhof-Club sind.» Etwas offensiver äussert sich der brasilianische Spielmacher Fernando Skrebsky Dutra: «Die Ausgangslage ist 50:50. Wichtig ist, dass wir ruhig und mit Köpfchen spielen.»

Trainer von Suhr Aarau mit Nonstop-Analyse

Zu den Stärken der Stanser zählen in dieser Saison das variable Angriffsspiel und das ausgewogene Kader mit Ausnahmekönnern wie Skrebsky Dutra, dem spielenden Assistenztrainer Mario Obad oder den zuletzt von NLA-Vereinen umworbenen Pascal Achermann und Nando Kuster. Die Defensivleistungen lassen bisher aber noch etwas zu wünschen übrig. «Hinten haben wir die Stabilität noch nicht gefunden», sagt Gubler.

Suhr Aarau ist derweil eine der positiven Überraschungen der jüngeren NLA-Vergangenheit. Dreimal hintereinander erreichten die Aargauer zuletzt die Finalrunde, und geht es nach Trainer Misha Kaufmann, liegen nur die Sterne ausser Reichweite. Er selber lebt den Entwicklungswillen als Vollbluttrainer vor, Anfang Jahr sagte er gegenüber dem Magazin «handballworld»: «Es kommt weiterhin regelmässig vor, dass ich 35 Stunden am Stück den Gegner am Laptop auf Videos analysiere. Wenn wir im Rhythmus Sonntag-Mittwoch-Sonntag spielen, gibt es für mich nicht viel Schlaf.»

Aktuell ist sein Team auf Platz sechs klassiert. Das Verletzungspech war bis anhin ein treuer Begleiter von Suhr Aarau, weshalb man kurzfristig den portugiesischen Rückraumspieler Diogo Oliveira von Bundesligist Balingen-Weilstetten verpflichtete. Sein Leistungsausweis in den ersten beiden Partien für Suhr Aarau: 20 Tore… «Das ist eben der Unterschied zur NLB. Suhr Aarau kann sich schnell einen solchen Ersatz holen. Wir haben mit Skrebsky Dutra derweil nur einen Profispieler im Kader», erklärt Gubler.

Nicolas Raemy reicht Klage wegen Foulspiel ein

Frei von Sorgen ist Suhr Aarau auch abseits des Platzes nicht. Vor kurzem wurde bekannt, dass gegen Schlüsselspieler Milan Skvaril ein Strafverfahren läuft. Der Luzerner Nicolas Raemy von Wacker Thun hat den Tschechen wegen versuchter schwerer Körperverletzung angezeigt. Ursache ist ein brutales Foulspiel im vergangenen April. Skvaril riss Raemy zu Boden, und anstatt ihn danach loszulassen, drückte er ihm mit dem Unterarm im Nacken den Kopf auf den Boden. Skvaril hat den Vertrag mit Suhr Aarau mittlerweile aufgelöst und kehrt nach Tschechien zurück.

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