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Schweizer Cup: Die Grasshoppers landen die erste Überraschung, weil Servette die Unbeschwertheit fehlt

Nachdem in der ersten Cup-Runde kein Favorit hängenblieben ist, hat es im Sechzehntelfinal den Servette FC erwischt. Trotz einer Stunde in Überzahl schaffen es die Westschweizer nicht, ein Tor zu erzielen. Zudem hat Uli Forte für Unterhaltung gesorgt.
Alessandro Crippa
Kein Durchkommen: Grejohn Kyei (links) bleibt mit Servette im Cup an Veroljub Salatic und den Grasshoppers hängen. (Bild: Keystone)

Kein Durchkommen: Grejohn Kyei (links) bleibt mit Servette im Cup an Veroljub Salatic und den Grasshoppers hängen. (Bild: Keystone)

Es war im Jahr 1999, als sich Servette am letzten Spieltag den Meistertitel sicherte. Dank einem Auswärtssieg in Lausanne stiessen «Les Grenats» auf Rang 1 der Nationalliga A vor und passten Lausanne ebenso ab wie auch die Grasshoppers. Servette und GC lagen punktgleich auf, das bessere Ende behielten die Westschweizer damals für sich.

Vor 20 Jahren sind die Schweizer Fussballfans für das Duell zwischen den Grasshoppers und den Servettiens noch in Scharen ins Stadion gepilgert. Am Freitagabend verirrten sich bloss 2480 Personen in den Letzigrund. Sie wurden Zeugen der ersten Überraschung im diesjährigen Schweizer Cup. Nachdem in der ersten Runde kein Favorit hängenblieb, erwischte es im Sechzehntelfinal den Servette FC.

1999 holte sich Servette am letzten Spieltag die Meisterschaft, während Konkurrent sich GC mit dem zweiten Rang abgeben musste. (Bild: Keystone)

1999 holte sich Servette am letzten Spieltag die Meisterschaft, während Konkurrent sich GC mit dem zweiten Rang abgeben musste. (Bild: Keystone)

GC-Goalie Salvi als Matchwinner

Den entscheidenden Treffer erzielte Nikola Gjorgjev nach 47 Minuten. Nach einem Abschlag von GC-Goalie Mirko Salvi verlängerte Nassim Ben Khalifa den Ball und der Rechtsverteidiger zog alleine auf das Servette-Tor los, wo er sich kaltschnäuzig zeigte. Mit einem satten Schuss versenkte er den Ball in der langen Ecke.

Matchwinner war aber nicht nur Gjorgjev, sondern vielmehr der Schlussmann der Zürcher, Mirko Salvi. Bei Luzern hätte er in der letzten Saison Stammgoalie sein sollen, verlor seinen Platz aber an David Zibung. Gegen Servette rettete er mehrfach in höchster Not, zum Beispiel zwei Minuten nach dem Gegentreffer, als er einen abgefälschten Freistoss noch parieren konnte. «Ich wusste um seine Qualitäten, deshalb wollte ich ihn unbedingt in meiner Mannschaft», sagte Salvis Trainer Uli Forte hinterher. «Er sollte endlich einmal wieder viel zum Einsatz kommen und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, das ist ihm heute gelungen.»

Entertainer Uli Forte

Auch Uli Forte hatte einen grossen Auftritt, wenn auch nicht einen sehr ruhmreichen. In der Nachspielzeit spitzelte er einem Spieler von Servette den Ball weg, als dieser gerade einen Einwurf ausführen wollte. Ein klassisches Mittel, um Zeit zu schinden. Die gelbe Karte war die Folge - eine Neuheit. Seit dieser Saison können auch Trainer verwarnt werden. Forte zeigte dem Unparteiische den Rücken - eine Anlehnung daran, was die Spieler tun, wenn sie verwarnt werden. Damit der Schiedsrichter ihre Rückennummer notieren kann. Fedayi San verstand aber keinen Spass und schickte den GC-Trainer auf die Tribüne. Es war ein Reflex. «Früher als Spieler wurde ich auch oft verwarnt und musste dem Schiedsrichter meine Nummer zeigen», erklärte sich Forte nach dem Spielschluss. Trotz einer Sperre, die der Platzverweis nach sich ziehen wird, kann Forte nach dem gewonnen Spiel darüber hinwegsehen. Und immerhin hat er für Unterhaltung gesorgt - im Gegensatz zu den Akteuren auf dem Rasen.

Wenige Minuten nach seinem Platzverweis kann Uli Forte auf der Tribüne über den Sieg seiner Mannschaft jubeln. (Bild: Keystone)

Wenige Minuten nach seinem Platzverweis kann Uli Forte auf der Tribüne über den Sieg seiner Mannschaft jubeln. (Bild: Keystone)

Die Affiche Grasshoppers gegen Servette war vor 20 Jahren ein echter Kassenschlager. An diesem Freitagabend konnte man dies nicht behaupten. Zwar sorgte Aussenverteidiger Euclides Cabral in der ersten Halbzeit für Aufregung, als er bereits nach 120 Sekunden die erste Verwarnung abholte und nach einer guten halben Stunde einen Konter der Gäste unsanft unterband und deshalb vom Platz gestellt wurde. Mehrheitlich riss die Partie die Zuschauer aber nicht aus ihren Sitzen.

«Es wollten nicht alle weiterkommen»

Dass GC nach dem Platzverweis in der zweiten Halbzeit nicht in Rückstand geriet, ist vor allem der guten Verteidigungsarbeit, aber auch dem Unvermögen des Super-League-Klubs zuzuschreiben. Nach einem respektablen Start in die Meisterschaft (Servette belegt derzeit Rang 4), waren die Aktionen der Westschweizer im Letzigrund zu wenig zwingend. Immer wieder blieben sie an der Defensive der Grasshoppers hängen. Und wenn sie einmal einen Torschuss zu verzeichnen hatten, war Mirko Salvi zur Stelle. «Das ist eine grosse Enttäuschung für uns, wir wollten eine Runde weiterkommen. Wir waren zwar besser als die Grasshoppers, aber sie haben das Tor erzielt», sagte Alain Geiger, Trainer von Servette hinterher. Die Enttäuschung ist ihm anzumerken, denn er doppelt nach: «Wir waren zu locker und zu wenig konzentriert. Es wollten nicht alle unserer Mannschaft weiterkommen.» Im Endeffekt fehlte dem Servette FC die Unbeschwertheit, die er als Underdog in der Super League bisher ohne Probleme versprüht hatte.

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