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Eine Blamage – aber keine Kata(r)strophe: Schweiz verliert gegen Katar

Die Schweiz verliert das Testspiel gegen Katar 0:1 (0:0) – warum Nationaltrainer Petkovic trotzdem nicht böse ist.
Etienne Wuillemin, Lugano
Enttäuschung bei Denis Zakaria, Leo Lacroix und Fabian Schär (von links). (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Akram Afif dribbelt Torhüter Kevin Mbabu (rechts) aus, Kevin Mbabu (links) hat das Nachsehen. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Trauert einer verpassten Chance nach: Fabian Schär. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Schoss an die Latte: Christian Fassnacht. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Haben zu diskutieren: Granit Xhaka (links) und Fabian Schär. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Enttäuscht: Loris Benito. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Enttäuschung nach dem Tor zum 0:1 bei Leo Lacroix, Albian Ajeti und Djibril Sow. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Enttäuschung bei Albian Ajeti, Djibril Sow, Leo Lacroix und Loris Benito (von links) nach dem Spiel. (Bild: Marc Schumacher / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Mag nicht mehr hinsehen: Albian Ajeti. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Loris Benito (links) wird von Abdulaziz Hatem zurückgehalten. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Xherdan Shaqiri (links) gegen Khalid Al Haidos. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Haben viel zu diskutieren: Loris Benito (links) und Remo Freuler. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Der katarische Torhüter Yusesef Hassan (rechts) ist schneller am Ball als Michael Lang. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Zweikampf zwischen Mario Gavranovic (links) und Boualem Khoukhi. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Zweikampf zwischen Michael Lang (rechts) und Abdulkarim Hassan. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Lugano, 14. November 2018))
Steven Zuber (rechts) schneller am Ball als Ahmed El Sayed. (Bild: Pablo Gianinazzi / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Michael Lang (links) gegen Abdelkarim Hassan. (Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Mario Gavranovic (rechts) gegen Bassam Hisham. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Granit Xhaka (links) gegen Assim Madibo. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
Die Schweizer Startformation. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Lugano, 14. November 2018))
20 Bilder

Blamage in Lugano: Schweiz verliert gegen Katar 0:1

Die Schweiz verliert 0:1 gegen Katar. Ein Debakel? Peinlich? Oder doch nur eine ärgerliche, aber unbedeutende Niederlage? Ja, was soll man davon halten? Nationaltrainer Vladimir Petkovic sagt: «Katar hat den Sieg nicht gestohlen. Manchmal kommt so ein Abend vor. Das sollte zwar nicht sein. Aber wir sind alle auch Menschen. Darum bin ich auch nicht so böse auf das Team.» Verteidiger Fabian Schär meint: «Wir waren einfach schlecht. So gewinnst du keine Spiele. Das einzig Gute ist, dass es nur ein Testspiel war.»

Eine Mischung aus Verständnis und Selbstkritik also. Warum? Verständlich, weil solche Spiele im tiefen Herbst eigentlich niemand braucht. Schweiz gegen Katar findet nur statt, da ein Testspiel zu diesem Zeitpunkt von der Uefa vorgeschrieben ist. So sehr das für Katar (Nummer 96 der Weltrangliste) ein Highlight ist, so sehr ist es für die Schweiz (Nr. 8) eine Pflichtaufgabe. Und da fehlt dann der letzte Wille, richtig in die Zweikämpfe zu steigen, nach einem Ballverlust nachzusetzen – oder mit letzter Konsequenz Tempo zu machen.

Und doch ist Selbstkritik angebracht. Weil es trotz den Umständen nicht sein kann, dass die Schweiz gegen einen bescheidenen Gegner wie Katar in Nöte gerät, ja sogar verliert. Ein bisschen stolz darf auch erwartet werden, wenn man das rote Schweizer Shirt bei einem Test trägt. Ob es eher eine Blamage oder ein Betriebsunfall war, wird Petkovic noch gefragt. «Etwas zwischen drin, vielleicht eine Betriebsblamage», sagt er. Den Humor hat er nicht verloren. Denn er weiss, das Schweizer Highlight folgt erst noch, am Sonntag gegen Belgien, wenn es um den Gruppensieg der Nations League geht. Dann wird eine ganz andere Schweiz auf dem Platz stehen. «Vielleicht haben wir tatsächlich ein bisschen zu sehr in Richtung Sonntag geschaut», sagt Petkovic noch, «und deshalb bin ich auch überzeugt, dass dies nun kein Rückschlag ist.»

Man kann ihn verstehen. Schliesslich hat der Trainer mit seiner Aufstellung auch die Richtung vorgegeben. Es spielt die zweite Garde. Womit man aber auch sagen kann: Genau jene, die sich eigentlich aufdrängen müssten in so einem Spiel, haben versagt. Von Freuler, über Zakaria zu Fassnacht oder Gavranovic – jeder ist schlecht. Aber auch von allen anderen muss mehr kommen.

Ein Latten- und ein Pfostenschuss

Gefährlich wird die Schweiz nur zweimal. Ein Kopfball von Lang landet am Pfosten. Ein Schuss von Fassnacht an der Latte. Aber sonst? Der Ball wird hin und her geschoben, ein echter Plan fehlt. Die Bereitschaft, sich zum Sieg zu leiden ebenfalls. Über 90 Minuten gesehen hat Katar die besseren Möglichkeiten, steht mehrfach kurz vor der Führung. Nur der starke Mvogo verhindert sie. Bis zur 86. Minute. Dann vollendet Akram Afif einen Konter nach dem Ballverlust von Lacroix und Sow. Die Szene hat etwas von Slapstick.

Katar-Trainer Felix Sanchez sagt hinterher: «Wir standen kompakt, waren gut organisiert, es war nicht einfach für die Schweiz.» Und er ergänzt: «Meine Jungs feiern zurecht in der Garderobe. Es war die Möglichkeit, zu zeigen, dass wir mithalten können mit Spielern, die zu den Besten der Welt gehören.» Zum Schluss ein Blick zurück. Das 0:1 gegen Katar ist auf dem Papier das schlimmste Resultat der Nati seit dem 1:2 in der WM-Qualifikation gegen Luxemburg im September 2008, kurz nachdem Ottmar Hitzfeld das Team als Trainer übernahm. Einmal gab es noch ein 0:0 auf Malta, im Februar 2011. Seither aber blieb die Schweiz von solchen Peinlichkeiten verschont. Nun, die Niederlage gegen Katar ist die vierte in den letzten sechs Spielen. Eine Korrektur ist dringend nötig. Am besten schon gegen Belgien.

Schweiz - Katar 0:1 (0:0)

Cornaredo, Lugano. - 4170 Zuschauer. - SR Blom (NED). - Tor: 86. Akram Afif 0:1.
Schweiz: Mvogo; Lacroix, Schär, Benito; Lang (62. Mbabu), Zakaria (68. Sow), Xhaka (46. Edimilson Fernandes), Freuler (46. Shaqiri), Zuber (46. Moubandje); Fassnacht; Gavranovic (46. Ajeti).
Katar: Hassan; Correia, Salman, Al Rawi, Hassan; Khoukhi, Hatem (69. Boudiaf), Al Haj Madibo (62. Al-Hajri); Akram Afif (92. Awad), Al Haidos (71. Alaaeldin), Ali (92. Ali Afif).
Bemerkungen: Schweiz ohne Lichtsteiner, Akanji, Djourou, Embolo, Mehmedi und Bürki (alle verletzt) sowie Rodriguez (geschont). Nationalmannschaftsdebüt von Benito und Lacroix. 36. Kopfball von Lang an den Pfosten. 53. Schuss von Fassnacht an die Latte.

Die Statistik des Spiels

Schweiz Katar
Schüsse 17 6
Schüsse aufs Tor 4 3
Torumrandung 2 0
Ballbesitz 59% 41%
Eckbälle 9 4
Offsides 2 4
Gelbe Karte 0 0
Rote Karte 0 0

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