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Tour de France: Reichenbach und Frank im Schweizer Leutnants-Duell

Mathias Frank und Sebastien Reichenbach wollen ihre Captains Romain Bardet und Thibaut Pinot am Donnerstag möglichst weit bei der ersten grossen Bergankunft der Tour begleiten.
Tom Mustroph
Die Helferdienste von Sebastien Reichenbach (links) und Matthias Frank sind in der heutigen Bergetappe gefragt. (Bilder: Keystone)

Die Helferdienste von Sebastien Reichenbach (links) und Matthias Frank sind in der heutigen Bergetappe gefragt. (Bilder: Keystone)

Die Erwartungen sind hoch. ­Sebastien Reichenbach (30), geschmückt mit dem frischen Schweizer Meistertrikot, und Mathias Frank (32) freuen sich schon auf die erste Bergetappe. Sie geht am Donnerstag (15 Uhr auf SRF info) von Mülhausen über 160,5 km mit sechs Bergwertungen auf die um einen Kilometer verlängerte Auffahrt zur Planche des Belles Filles. Frank sagt:

«Endlich sind diese Tage mit den Flachetappen vorüber, und es kommt wieder das Terrain, auf dem wir gut sind.»

Die erste Woche lief nicht allzu gut für seinen Captain Romain Bardet. 1:19 Minuten verlor AG2R beim Teamzeitfahren auf Sieger Jumbo – Visma, 59 Sekunden auf Ineos. «Die Zeit war nicht gut, aber ehrlich gesagt, habe ich mit so etwas auch gerechnet», sagt Frank ehrlich.

Etwas besser schaut es im Hause Groupama FDJ aus. Das Teamzeitfahren war gut, nur zwölf Sekunden büsste die Equipe auf Ineos ein – auch dank des Schweizers Stefan Küng (25). «Ich bin ja genau dafür engagiert worden, mehr Power zu bringen und auch für grössere Ruhe beim Teamzeitfahren zu sorgen», meinte Küng noch in Brüssel gegenüber unserer Zeitung. Mit Neuzugang Küng sieht Groupama-Routinier Reichenbach das Team im Flachen ohnehin gut aufgestellt. Und weil mit Klettertalent David Gaudu jetzt auch ein starker dritter Mann für die Berge dabei ist, lässt Reichenbach sich zu der Aussage hinreissen:

«Wir haben hier die stärkste Equipe seit Jahren bei einer Tour de France.»

Reichenbachs Respekt vor dem Schlussanstieg

Das soll natürlich Pinot, dem Gesamtdritten von 2014, zugute kommen. Reichenbach sieht auf der Planche des Belles Filles seine Aufgabe darin, Captain Thibaut Pinot so lange wie möglich zu begleiten, am besten hinauf bis zum Gipfel. Reichenbach blickte auf das donnerstägliche Geschehen voraus:

«Meine Rolle ist, so lange wie möglich bei Thibaut zu bleiben. Ich denke, er wird mich schon am Fusse des Anstiegs brauchen. Da wird das Peloton schon sehr limitiert sein.»

Den Captain nicht allein zu lassen, ist im Falle Pinots besonders wichtig. Zwar kommt er ganz aus der Nähe, sein Haus ist nur etwa 20 Kilometer entfernt. Auf der Piste der Skistation lernte er auf den schmalen Brettern zu stehen. Und sobald der Schnee schmilzt, trainiert er auf den Strassen. Kenntnis des Geländes allein schützt aber noch nicht vor Respekt und vor Pro­blemen. «Ich kenne den Anstieg mit meinem Herzen. Ich fahre ihn oft und nehme ihn mit allen Sinnen wahr. Ich habe mich auf ihm aber niemals richtig gut ­gefühlt», sagte Pinot 2017. In diesem Jahr kommt nach dem Flachstück noch eine etwa einen Kilometer lange Rampe mit bis zu 24% Steigung hinzu. Reichenbach hat Respekt davor, vor allem auch weil die Strecke nicht durchgehend asphaltiert ist.

Frank hofft auf den richtigen «Bergtritt»

Mathias Frank hingegen sieht die Sache gelassen. «Den letzten Kilometer fährt man einfach hoch», sagt der Rogglis­wiler. Und ergänzt:

«Mir macht eher Sorgen, was schon vorher kommt.»

Sechs Bergwertungen sind vor dem finalen Anstieg zu bewältigen, das saugt die Kraft aus der Muskulatur. «Es ist auch der erste Bergtag nach vielen Etappen im Flachen. Da fällt es manchmal schwer, den richtigen Bergtritt zu finden», meint er. Seine Aufgabe ist von der Teamorder abhängig. «Ich werde versuchen, bis zum letzten Berg bei Romain zu bleiben oder mit ­aggressiver Fahrweise vorn zu sein», blickt er voraus. Wahrscheinlich ist das Letztere. Bardet hat bereits Zeit aufzuholen. Ein aggressives Auftreten von AG2R ist daher geboten.

Einen direkten Zweikampf mit Landsmann Reichenbach sieht Frank dabei nicht. «Es gibt schon eine gewisse Rivalität zwischen beiden Teams. Und wir beide haben auch in etwa die gleichen Aufgaben. Aber zwischen uns beiden direkt ist da nichts am Laufen», meint Frank. Nicht einmal eine kleine Schweizer Meisterschaft, wer schneller die Planche hinaufkommt? «Nein, die Meisterschaft hatten wir ja vor kurzem, und meine Revanche dort muss bis zum nächsten Jahr warten», antwortet Frank lachend. Interessant wird das Duell der Leutnants dennoch, ähnlich interessant wie das der Captains.

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