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Schweizer wollen an der WM für die grosse Überraschung sorgen

Die Schweiz trifft am Donnerstag (20.15) an der Eishockey-WM im Viertelfinal auf Finnland. Das Nationalteam kann auf einen Zuger Captain Rafael Diaz in Topform zählen.
Klaus Zaugg, Herning
EVZ-Verteidiger Rafael Diaz will mit der Nati in den WM-Halbfinal. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Kopenhagen, 3. Mai 2018))

EVZ-Verteidiger Rafael Diaz will mit der Nati in den WM-Halbfinal. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Kopenhagen, 3. Mai 2018))

Die Schweiz trifft am Donnerstag (20.15) an der WM im Viertelfinal auf Finnland. Die Geschichte sagt uns, es sei unmöglich. Der letzte Sieg gegen Finnland an einem Titelturnier liegt 30 Jahre (1988, Olympische Spiele in Calgary/2:1) und bei einer WM noch länger zurück (1972 in Prag/3:2). Und das waren erst noch Vorrundenspiele. Eine «K.o.-Partie» haben wir gegen Finnland überhaupt noch nie gewonnen. Die Gegenwart ist ganz anders. Ohne das Wissen um die Geschichte wäre klar: die Chancen stehen heute mindestens bei 50:50. Es gibt keinen Grund, weshalb die Schweizer heute den Viertelfinal gegen Finnland nicht gewinnen können.

Zum ersten Mal hat Nationaltrainer Patrick Fischer die spielerischen Mittel, um das für seine Amtszeit so typische, sympathische neue Selbstvertrauen (von Arroganz zu reden, wäre unhöflich und gilt höchstens für ein paar Funktionäre) in die Tat umzusetzen. In Dänemark steht ihm die beste WM-Mannschaft der Schweizer Hockey-Geschichte zur Verfügung.

Finnland mit stärkerem Goalie

In einem Einzel-Talentwettbewerb hätte die Schweiz gegen die Finnen sehr gute Chancen. Eine wesentliche Differenz zu Ungunsten der Schweizer gibt es nicht einmal mehr bei der NHL-Power. Höchstens eine kleine auf der Torhüterposition. Aber auch die ist nicht so gross, dass die Schweiz deswegen keine Chance hat.

Aber war das nicht auch beim Olympischen Turnier so? Hat die Schweiz nicht auch da von Medaillen und von der «Jahrhundert-Chance» fabuliert? Waren die Schweiz nicht auch da vom Talent her den gegnerischen Teams ebenbürtig? Und die Deutschen haben ja dann mit ihrer Final-Qualifikation gezeigt, dass das Olympische Turnier ohne NHL-Stars tatsächlich eine «Jahrhundert-Chance» war. Ja, das war so. Aber es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen dem Olympischen Turnier 2018 und der WM 2018: Die Schweizer Nationalmannschaft mahnte bei der olympischen Expedition nach Südkorea an die Langnauer Tigers unter Scott Beatty. Die Führung an der Bande fehlte, und so wie die Langnauer hatten auch die Schweizer nicht die charismatischen Führungsspieler, um das Team zusammenzuhalten. Das Scheitern war so kläglich wie jenes von Scott Beatty im Emmental.

Das ist bei dieser WM ganz anders. Die Präsenz der NHL-Stars macht auch jeden einzelnen aus der NLA ein bisschen grösser, ein bisschen schneller, ein bisschen besser. Das zeigt sich ganz besonders an zwei Beispielen. Enzo Corvi ist der erstaunlichste Einzelspieler des Schweizer WM-Teams. Der «Spätstarter» – er kam erst mit 21 zu einem Spitzenteam (Davos) – ist nach wie vor ein ungeschliffener Diamant. Und doch hält er an der Seite von NHL-Titan Nino Niederreiter dank seiner Spielintelligenz auf höchstem internationalem Niveau mit und hat einen Punkt pro Spiel (!) produziert.

Die beste WM von Zugs Raphael Diaz

Captain Raphael Diaz spielt seine beste, konstanteste WM, steht inzwischen bei einer Bilanz von +4 und bekommt nach NHL-Star Roman Josi (22:03 Minuten) am zweitmeisten Eiszeit zugeteilt (21:45 Minuten). Zugs Captain spielt in Dänemark an der Seite von NHL-Verteidiger Mirco Müller und muss nicht mehr das «Alphatier» sein. Diese Rolle übernimmt der scheibensichere, raue, kluge NHL-Verteidiger. Kein Wunder, spielt Raphael Diaz in Kopenhagen so gut wie nie in dieser Saison. Er ist jetzt sozusagen eine Nummer grösser als während der Meisterschaft.

Die NHL-Stars haben die ganze Führungsstruktur verändert. Sie wirken wie Spielertrainer, ordnen die Dinge auf und neben dem Eis und entlasten so Nationaltrainer Patrick Fischer. Und der wiederum sorgt für die gute Stimmung und jenen Optimismus («Yes, we can!»), die eidgenössischen Teams manchmal fehlen. Die Schweiz hat bei dieser WM die perfekte Mischung aus spielerischer Klasse, starken Spielerpersönlichkeiten und guter Stimmung. Es gibt nicht einen einzigen Grund, weshalb die Schweizer heute Abend Finnland nicht besiegen können – ausser der Ungewissheit eines unberechenbaren Spiels auf rutschiger Unterlage ...

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