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Schweizer Zittersieg in Island

Die Schweiz siegt in Island mit 2:1, gerät in der Schlussphase aber noch in Bedrängnis. Der Surseer Haris Seferovic und Michael Lang treffen für die SFV-Auswahl. Nun folgt das Endspiel gegen Belgien.
Etienne Wuillemin, Reykjavik
Haris Seferovic brachte die Schweiz mit seinem Kopfballtreffer auf die Siegerstrasse. Bild: Toto Marti/Freshfocus (Reykjavik, 15. Oktober 2018)

Haris Seferovic brachte die Schweiz mit seinem Kopfballtreffer auf die Siegerstrasse. Bild: Toto Marti/Freshfocus (Reykjavik, 15. Oktober 2018)

Darf das wahr sein? Wird dieses Spiel aus dem Nichts noch einmal spannend? Plötzlich führt die Schweiz nur noch 2:1. Plötzlich herrscht in der Abwehr nur noch Panik. Schär rettet mit dem Kopf auf der Linie. Wenig später hält Torhüter Mvogo das Geschoss von Sigurdsson. In der Nachspielzeit darf sich auch noch Bjarnason versuchen – daneben. Die Schweizer retten ihren Vorsprung ins Ziel.

Die Spannung hätte es nicht gebraucht. Wenn Captain Xhaka Islands Stürmer Finnbogason etwas energischer gestört hätte, wäre das Traumtor gar nicht erst gefallen. Dass die Nachlässigkeit am Ende nicht bestraft wurde, bewahrt die Schweizer Fussballer im garstigen Island vor unangenehmen Fragen. Dank des am Ende doch verdienten Sieges kommt es nun zum Endspiel um den Gruppensieg in der Nations League. Die Schweizer fordern dann erneut Belgien.

Yvon Mvogo, Torhüter: 5,5. Feiert sein Länderspieldebüt für die Nati. Bis auf zwei riskante kurze Abspiele hat er alles im Griff. Rettet sechs Mal, ist beim 1:2 aber chancenlos (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
Michael Lang (hinten), Rechter Verteidiger: 4,5. Seine zuvor hoffnungslos anmutenden Vorstösse tragen in der 67. Minute doch noch Früchte. Er bejubelt sein drittes Länderspieltor. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
Nico Elvedi, Innenverteidiger: 4,5. Ebenfalls nicht ganz sattelfest. Köpft Sigurdsson den Ball pfannenfertig vor die Füsse (30.). In der Schlussphase dann der Turm in der Schlacht.
Fabian Schär, Innenverteidiger: 4,5. Hat erst Probleme mit dem isländischen Pressing, wird dann besser und rettet schliesslich mit einem Kopfball auf der Linie den Sieg. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (St. Gallen, 8. September 2018))
Francois Moubandje, Linker Verteidiger: 3. Kann Rodriguez hinten links nicht im Ansatz ersetzen. Seine Mängel im Stellungsspiel und im offensiven Passspiel sind unübersehbar. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (Leicester, 11. September 2018))
Steven Zuber, Linker Flügel: 4. Lange unscheinbar, in Halbzeit 2 dann mit Assist und Abschluss etwas besser. Doch Zauberzubers Magie hat sich im letzten Monat verflüchtigt.
Denis Zakaria, Mittelfeld: 4. Seine vielen Ballgewinne sind wertvoll. Im Offensivspiel sucht Zakaria aber noch seine Rolle. Ist neben Xhaka im Spielaufbau meist überflüssig.
Granit Xhaka, Mittelfeld: 4,5. Weil auch Xhaka mit Ungenauigkeiten auffällt, harzt das Angriffsspiel lange. Sein Super-Assist führt dann zum 1:0. Vor dem 1:2 von Island zu passiv. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
Xherdan Shaqiri, Offensives Mittelfeld: 5. Positiv: Er will jeden Ball. Negativ: Er behält ihn oft zu lange. Wird von den Isländern hart bearbeitet, verliert aber nicht die Lust am Spiel.(Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
Haris Seferovic, Rechter Flügel: 4,5. Braucht lange, um sich mit der neuen Position auf dem rechten Flügel anzufreunden. In Minute 52 schleicht er ins Zentrum und köpft das 1:0. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
Mario Gavranovic, Stürmer: 3,5. Hat die erste Torchance (4.), doch dann geht das Strohfeuer aus. Erst nach einer Stunde lodert es noch mal auf, doch Gavranovic verpasst das 2:0. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Reykjavik, 15. Oktober 2018))
11 Bilder

Die Noten für die Nati-Spieler nach dem Island-Spiel

Die Paraden des Debütanten

Für einen hatte der unerwartete Finish durchaus seinen Reiz – Torhüter Yvon Mvogo. Er erhielt gestern zum ersten Mal in seiner Karriere die Chance zur Bewährung im Schweizer Tor – und konnte sich einige Mal auszeichnen. Mvogo ist der fünfte Neuling in diesem Herbst nach Mbabu, Ajeti, Sow und Fassnacht. Die Debütantenshow von Petkovic geht also weiter.

Der Weg des 24-Jährigen Torhüters verlief in den vergangenen anderthalb Jahren eher steinig. Die Hoffnung, nach seinem Wechsel von den Young Boys zu Leipzig («Ich hätte mir keinen besseren Transfer vorstellen können.») rasch Stammtorhüter in der Bundesliga zu werden, hat sich zerschlagen. Erst sieben Spiele durfte er bis anhin bestreiten. Auch in dieser Saison bleiben Mvogo in der Rolle hinter dem Ungarn Peter Gulacsi nur die Brosamen in Form von Europa-League-Einsätzen.

Lange passte aus Schweizer Sicht überhaupt nichts zusammen. Die ersten zehn Minuten waren noch einigermassen beschwingt. Dann übernahm Island von Minute zu Minute mehr die Kontrolle. Bissig in den Zweikämpfen und stets schnörkellos auf dem Weg nach vorne. Sigurdsson verpasste die Führung nach 30 Minuten knapp. Die Schweizer mussten sich fragen, ob sie bereit waren, sich zu wehren gegen die manchmal auch ruppig einsteigenden Gegner. Es war so ziemlich alles anders als noch im September beim ersten Vergleich, den die Schweizer gleich 6:0 gewonnen hatten.

«Wir müssen uns den Sieg wieder verdienen», forderte Petkovic vor dem Spiel. Spätestens zur Halbzeit hatte er die Gewissheit, dass da tatsächlich ein anderer Gegner auf dem Feld steht. Einer, den auch nach Revanche dürstete. Mit Beginn der zweiten Hälfte stand dann jedoch eine andere Schweizer Mannschaft auf dem Platz. Nun plötzlich dominant und zielstrebig. Das schlug sich schnell auch im Resultat nieder. Nach 52 Minuten verwertete Seferovic per Kopf eine schöne Flanke von Xhaka zum 1:0. Eine Viertelstunde später rückte Lang nach und traf aus kurzer Distanz zum 2:0. Zwischendrin hätte Gavranovic ein weiteres Tor erzielen müssen.

Die Leistungssteigerung der Schweizer war bemerkenswert. Seferovic, erstmals von Beginn weg auf dem Flügel eingesetzt, war zuvor ungesehen. Doch plötzlich hatte der Surseer bei beiden Treffern die Füsse im Spiel. Auch Zuber gewann an Volumen. Und eines bestätigte sich ebenfalls: Der Schweizer Angriff ist nach der Versetzung von Shaqiri in die Mitte variabler und unberechenbarer geworden. Nach der Dreierkette in Belgien setzte Trainer Petkovic nun wieder auf die Viererabwehr. Sie zeigte sich stabil. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber dennoch. Schär ist nach seiner gelben Karte im Endspiel gegen Belgien gesperrt. Für ihn wiederholt sich damit die Geschichte aus dem WM-Achtelfinal.

Nations League

Liga A, Gruppe 2: Island – Schweiz 1:2. Rangliste: 1. Belgien 2/6. 2. Schweiz 3/6. 3. Island 3/0.

Island – Schweiz 1:2 (0:0)

Laugardalsvöllur, Reykjavik. – 9000 Zuschauer. – SR Ekberg (SWE). Tore: 52. Seferovic (Xhaka) 0:1. 67. Lang (Shaqiri) 0:2. 81. Finnbogason 1:2.

Island: Halldorsson; Eyjolfsson, Arnason, Ragnar Sigurdsson, Magnusson; Johann Gudmundsson, Sigurjonsson (85. Albert Gudmundsson), Bjarnason, Traustason (68. Gislason); Gylfi Sigurdsson; Finnbogason.

Schweiz: Mvogo; Lang, Schär, Elvedi, Moubandje; Zakaria, Xhaka; Seferovic (91. Ajeti), Shaqiri, Zuber (88. Fassnacht); Gavranovic (69. Edimilson Fernandes).

Bemerkungen: Island ohne Gunnarsson, Hallfredsson und Palsson, Schweiz ohne Akanji, Bürki, Embolo, Mbabu, Mehmedi und Rodriguez (alle verletzt). Debüt von Mvogo.

Verwarnungen: 50. Zakaria (Foul), 74. Schär (Foul), 93. Ragnar Sigurdsson (Unsportlichkeit).

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