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SCHWIMMEN: Zwei Sekunden fehlen für Rio

Luca Pfyffer (19) reist am Freitag an die EM nach London. Dort will der Krienser in seiner Paradedisziplin über 200 Meter Brust in den Halbfinal.
Roland Bucher
Luca Pfyffer (19) am letzten Sonntag im kalten Vierwaldstättersee in Luzern: Im Alltag arbeitet der Krienser resolut auf ein grosses Ziel hin. (Bild Roger Grütter)

Luca Pfyffer (19) am letzten Sonntag im kalten Vierwaldstättersee in Luzern: Im Alltag arbeitet der Krienser resolut auf ein grosses Ziel hin. (Bild Roger Grütter)

Roland Bucher

Morgen Mittwoch ist ein ganz spezieller Tag für Luca Pfyffer. Der zu den grössten Schweizer Talenten zählende Krienser feiert seinen 20. Geburtstag – nicht. «Keine Zeit», erklärt der Modellathlet schmunzelnd, «es gibt Wichtigeres zu tun. Wenn ich übernächste Woche aus London zurückkehre, hole ich die Party im Kreise meiner Familie aber nach.» Das Wichtigere als die eigentlich fällige Geburtstagsfete zum «Runden»: zwei vorentscheidende Tests in Chemie und Mathe für die im Sommer zu bestehende Matura. Und: die letzten schwimmtechnischen Vorbereitungen für seine Einsätze an der Schwimm-Europameisterschaft. «Ich will zu hundert Prozent parat sein», betont Luca Pfyffer, «und ich habe ein gutes Gefühl. Ich spüre, dass der Fahrplan stimmt und ich im richtigen Moment die Bestform erreiche.»

Die Initialzündung kam vom Vater

Dass er dereinst die nationale Schwimmhierarchie stürmen und sich mit 20 Jahren im europäischen Ranking unter den Top 50 über 200 Meter Brust einreihen würde, daran war vor zwölf Jahren, als die junge Wasserratte ihre ersten Crawl-Einlagen feilbot, noch kaum zu denken. «Mein Papa schickte mich, wie es sich für einen jungen Krienser Buben gehört, in den Schwimmunterricht und später zum Verein. Plötzlich gab es die ersten Auszeichnungen, Ehrenmeldungen und Medaillen.» Der Startschuss in eine Karriere, die weiterhin sehr verheissungsvolle Züge trägt, war gefallen.

Dass er es mit der leistungsmässigen Interpretation des Schwimmsports wirklich ernst meint, das begann er erst im Laufe der Zeit – «eher schleichend», sagt Luca Pfyffer – zu registrieren. Spätestens vor vier Jahren, als der immer resoluter auftretende Schwimm-Zögling seine für den Spitzensport zu eng gewordene Krienser Schwimmheimat verliess, bei den Limmat Sharks anheuerte und sich gleichzeitig auch von der Kanti Alpenquai Richtung Kunst-und-Sport-Gymnasium Rämibühl in Zürich verabschiedete, war klar: «Ich will im Sport etwas erreichen.» Ein bisschen konkreter formuliert: «Ich arbeite als Schwimmer resolut und ehrgeizig auf ein grosses Ziel hin. Das ist die Teilnahme an Olympischen Sommerspielen. Schaffe ich das, ginge mein grösster Traum in Erfüllung.»

«Brust ist meine stärkste Disziplin»

Luca Pfyffer, der bei 1,87 Meter Körpergrösse 83 Kilogramm schwere Kraftprotz, hat seine Fühler bereits in Richtung Olympia ausgestreckt, doch in diesen Tagen gilt seine gesamte Konzentration der EM in London. Dort figuriert er in den Startlisten über 50 Meter Brust, über 200 und 400 Meter Lagen und natürlich über 200 Meter Brust. «Das ist meine stärkste Disziplin», behauptet er zu Recht, «dort rechne ich mir die besten Möglichkeiten auf eine Spitzenklassierung aus.» Die ist realistischerweise und für seine Verhältnisse kalkuliert natürlich noch nicht im allerobersten Segment denkbar: «Ich will in den Halbfinal, daran glaube ich.»

Indes ist im Hinterkopf des jungen, ehrgeizigen Kriensers noch eine andere Idee deponiert. Viel fehlt ihm, der über 200 Meter Brust mit einer Bestzeit von 2:14,05 zu Buche steht, nämlich nicht mehr, um sogar in die Kränze für eine Qualifikation für die Spiele in Rio de Janeiro 2016 zu kommen. Zwei Sekunden schneller müsste er die vier Bahnlängen schaffen: «Das ist nicht utopisch», sagt Luca Pfyffer, «aber um diese 2:12 zu knacken, brauchts schon einen mächtigen Kraftakt.»

Bald Studium in Amerika

Weil Luca Pfyffer, der sympathisch Strebsame, alles andere als ein Tagträumer ist, hat er die prägnantesten Zielvorgaben für seine Laufbahn aber nicht a priori auf den absoluten Exploit in London ausgerichtet: «In vier Jahren finden die Olympischen Sommerspiele in Japan statt», erwähnt er, «dannzumal werde ich im besten Wettkampfalter stecken. Mein Fokus ist klar auf Tokio ausgerichtet.» Um sich dort mit der Weltelite messen zu dürfen, ordnet er alles dem Sport unter. Bald gehts ein Jahr lang in die Sportler-RS, 2017 will der Klubkollege von Lukas Räuftlin, einem zweiten Krienser Schwimm-Juwel, in Amerika an einer seine sportlichen Pläne fördernden Universität das Studium in Angriff nehmen. Was, wo, wann genau? «Das steht noch in den Sternen. Mich würde aber sicher eine Ausbildung in der Elektrotechnik reizen. Die Möglichkeiten der alternativen Energien auszuloten – das wäre sicher sehr spannend.»

Beste Voraussetzung an der Schule

Nun, zuvor gibt es noch einiges zu erledigen. Dankbar ist er der Ausbildungsstätte Rämibühl, «wo ich die allerbesten Voraussetzungen antreffe, um Schule und Sport unter einen Hut zu bringen», ein Gruss geht auch an die Luzerner Bildungsdirektion, die ihm dort den ausserkantonalen Matura-Lehrgang finanziert. «Das will ich mir und allen, die das ermöglichen, mit einem guten Abschluss belohnen.» Zum Beispiel auch seinen Eltern, für welche er ebenfalls ein grosses Dankeschön in petto hat: «Sie sind meine grössten Fans. Ohne ihre Unterstützung könnte ich den Traum von Olympia vergessen.»

Also, auf nach London, ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einer feinen Karriere setzen und mit einer «Bombenzeit» die dringend nachzuholende Feier zum 20. Geburtstag so richtig lancieren.

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