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SCHWINGEN: Bereit für eine Hitzeschlacht

Andi Imhof hat den Ruf, an grossen Festen besonders stark zu schwingen. Am Innerschweizerischen in Seedorf hätte er die Kulisse dafür für deren Aufbau er gleich selbst Hand anlegt.
Im Vorbereitungsendspurt: Andi Imhof (rechts) und Vater Markus am Mittwoch in der Arena in Seedorf. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Vorbereitungsendspurt: Andi Imhof (rechts) und Vater Markus am Mittwoch in der Arena in Seedorf. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Claudio Zanini

Die vier Tribünen stehen schon auf dem Festplatz in Seedorf. Von den sieben Sägemehlringen sind sechs bereits da, der siebte ist eingezeichnet. Andi Imhof steht in der Mitte der Arena und wässert die erste Sägemehlschicht eines Ringes. Die Sonne brennt gnadenlos auf Imhof und die anderen Helfer. Auch am Sonntag, wenn hier das Innerschweizerische geschwungen wird, werden Temperaturen von bis zu 34 Grad erwartet. «Die Bedingungen werden für alle gleich sein», sagt der Schwinger aus Attinghausen, «aber das ist sicher nicht mein Lieblingswetter».

Dass Imhof bei den Aufbauarbeiten für das grosse Fest mithilft, ist für den 30-Jährigen das Normalste. Schliesslich hat sein Schwingklub Bürglen die Ehre, das Fest zu organisieren. «Wenn ich am Morgen ein wenig früher zur Arbeit gehe, dann kann ich am Nachmittag auch früher am Festaufbau mithelfen», rechnet der Metallbau-Konstrukteur vor. Nur gerade 100 Meter neben dem Festgelände ist der Standort seines Arbeitgebers, und der komme ihm in dieser «speziellen Woche» auch sehr entgegen. Imhofs Vater Markus, der zur Nationalturnerspitze gehörte, ist zuständig für das Sponsoring und OK-Mitglied des Festes. Den beiden ist während ihrer Tätigkeiten anzusehen: Für das Saison-Highlight ist keine unentgeltliche Arbeitsstunde zu viel.

Die grosse Urner Hoffnung

Am Sonntag wird Andi Imhof besonders im Fokus stehen. Er ist das unbestrittene Aushängeschild des Urner Schwingsports. Fast entschuldigend sagt er: «Ja, es ist halt so. Ich gelte als Lokalmatador.»

In dieser Saison gelang ihm am Ob-/Nidwaldner Kantonalen der Festsieg, und das nach einer achtmonatigen Wettkampfpause und einem Sportverbot wegen einer Herzmuskelentzündung. Dieser Sieg in Sachseln feilte weiter an Imhofs Image, auf den Punkt genau bereit zu sein. So gewann der Turnerschwinger auch den prestigeträchtigen Rigi-Schwinget im letzten Jahr. Zu seinen grössten Erfolgen gehört aber auch der 3. Rang am Eidgenössischen in Frauenfeld und der 2. Platz am Unspunnen-Schwinget 2011.

Auf solche Exploits des Attinghausers hoffen die Urner am Sonntag. Der letzte Urner Festsieg am Innerschweizer Teilverbandsfest liegt bereits 20 Jahre zurück. 1995 gewann Josef Herger aus Spiringen. «Der Druck ist für mich sicher grösser als an anderen Festen. Und je näher das Fest kommt, desto mehr werde ich darauf angesprochen», erklärt Imhof. Der Erwartungshaltung fühlt er sich aber gewachsen. Nebst der überstandenen Herzmuskelzerrung ist auch die Verletzung an den Adduktoren vollends auskuriert. Einzig hinter seine Kondition setzt er ein Fragezeichen. «Konditionell bin ich noch nicht auf der Höhe. Da habe ich einen gewissen Trainingsrückstand», meint der Gammen-Spezialist. Ein Rückstand, der bei den angekündigten Temperaturen ins Gewicht fallen könnte.

Die Aufbauarbeit hat Vorrang

Imhof gehört «nur» zum erweiterten Favoritenkreis, wie er selbst einräumt. Andere wie die Laimbachers, Benji von Ah, Andreas Ulrich oder Kilian Wenger müsse man immer auf der Rechnung haben, sagt Urner, der in dieser Saison an sämtlichen vier Kranzfest-Teilnahmen die Auszeichnung holte.

Für Vater Markus ist vor allem ein blendender Auftakt des Sohnes entscheidend. So könne er am ehesten den benötigten Lauf starten. «Wahrscheinlich werde ich seine Gänge aber gar nicht sehen, weil ich die eine oder andere Verpflichtung habe», meint der Sponsoring-Verantwortliche.

Die beiden Imhofs werden in dieser Woche noch ein wenig zu tun haben, bis die Aufbauarbeiten abgeschlossen sind. Ein Schwingtraining wird Andi Imhof heute Abend absolvieren und «am Freitag vielleicht auch noch. Aber wenn ich beim Aufbau benötigt werde, gehe ich nicht trainieren», sagt Imhof unmissverständlich.

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