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SCHWINGEN: Dank Plakat zum Schwingsport

Der Luzerner Michael Müller verblüffte vor zehn Tagen mit dem ersten Festsieg am Bad-Schwinget in Wolhusen. In dieser Saison will der 21-Jährige aus Kottwil weitere Akzente setzen.
Simon Gerber
Will im Schwingsport hoch hinaus: der 21-jährige Michael Müller aus Kottwil. (Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 26. April 2017))

Will im Schwingsport hoch hinaus: der 21-jährige Michael Müller aus Kottwil. (Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 26. April 2017))

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Er ist ein aufgeweckter und freundlicher Schwinger, der 21-jährige Michael Müller. Ein junger, weltoffener Mann mit vielen Interessen. Doch seine Leidenschaft gehört dem Schwingsport. Vor zwei Jahren holte der kräftige Athlet am Innerschweizer Schwingfest in Seedorf den ersten Kranz. Damit überraschte der Neuling alle, am meisten aber sich selbst. «An diesem heissen Juli-Sonntag ist mir tatsächlich eine starke Leistung gelungen. Auf diese bin ich noch heute sehr stolz.» Im fünften Durchgang fing er den Schlungg des 150 Kilogramm schweren Aargauers Patrick Räbmatter souverän ab. Mit diesem Erfolg hatte der Offensivschwinger den Kranz bereits auf sicher.

Am Ende schaute der ausgezeichnete sechste Rang heraus und löste beim 21-Jährigen einen Motivationsschub aus. Noch am selben Sonntagabend wurde der Neukranzer mit dem Plakat «Michi üse Schwingerhöu» in Kottwil gebührend empfangen und auch gefeiert. In Kottwil, im Luzerner Hinterland, wohnt Michael Müller zusammen mit seiner Freundin Milena Hügi in einer Wohnung auf einem Bauernhof. Er sei ein sehr lebendiger und wilder Junge gewesen, der lieber etwas gearbeitet habe, als die Schule zu besuchen. «Der Sport hat mich jedoch auf die richtige Spur gebracht», beschreibt er sich selber. Sein grösster Fan ist sein Vater Daniel Müller, der an keinem Schwingfest fehlt.

Dachdecker statt Landwirt

Michael Müller ist zwar auf einem Bauernhof aufgewachsen, Landwirt ist er jedoch nicht geworden. Er lernte Dachdecker, weil ihm die handwerkliche und abwechslungsreiche Arbeit im Freien am besten zusagte. Momentan arbeitet Michael Müller bei der Firma Kneubühler Bedachungen in Menznau noch auf dem angestammten Beruf. Später möchte er die Polizeischule besuchen. Zum Schwingen sei er im Alter von acht Jahren durch ein Plakat für einen Schnuppertag im Schwingkeller Sursee gekommen. Er fühlte sich auf Anhieb wohl im Sägemehlring.

Die ersten Gehversuche machte er beim Schwingklub Surental, heute ist er jedoch Mitglied des Schwingklubs Wiggertal. Entscheidend sei für ihn, dass das Umfeld stimme. Mit der Unterstützung der beiden kompetenten Trainer Martin Suppiger und Alain Müller und einer guten Kameradschaft innerhalb des Vereins sei im Sport vieles möglich, hält der kommunikative und stets gutgelaunte Luzerner fest. So wie letztes Jahr bei seiner Premiere am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer. Dank einer soliden Leistung blieb er bis am Schluss im Wettkampf. Je vier Siege und Niederlagen lautete die Bilanz, nur gerade 0,50 Punkte fehlten letztlich zur höchsten Auszeichnung im Schwingsport. Von den 85 angetretenen Innerschweizern landete Michael Müller auf dem 22. Platz. Beeindruckt habe ihn am Samstagmorgen der Einmarsch der Schwinger in die grosse Arena. «Die Stimmung war einmalig. Mir lief es kalt den Rücken hinunter, ich bekam Hühnerhaut und hatte Freudentränen in den Augen.»

Fernziel Eidgenössisches 2019 in Zug

Michael Müller ist fulminant in die neue Saison gestartet. Am Bad-Schwinget in Wolhusen legte er im Schlussgang den klaren Favoriten Joel Wicki mit einem Kurz aufs Kreuz und verbuchte damit seinen ersten Festsieg. Dieser habe ihm aufgezeigt, dass er auch gegen die auf dem Papier vermeintlich stärkeren Gegner bestehen könne. «Es war mein bisher schönstes Erfolgserlebnis, und das Rind Milka habe ich gleich auf den Bauernhof meines Wohnungsvermieters mitgenommen und dort platziert», strahlt Michael Müller beim Interview über das ganze Gesicht. Auf Müller warten in den nächsten Wochen einige Härtetests. Nach dem Kranzgewinn am Zuger Kantonalen in Baar vom vergangenen Sonntag stehen nun das Ob- und Nidwaldner sowie das Luzerner Kantonale an. Weitere Stationen sind das Innerschweizer Schwingfest und das Bergkranzfest auf dem Brünig.

Der Blick des Hobby-Bikers richtet sich bereits in die Zukunft. Sein Fernziel ist das Eidgenössische Schwingfest 2019 in Zug. Für dieses Vorhaben richtete Müller seinen Trainingsplan zusammen mit dem zweifachen Eidgenossen Martin Suppiger, nicht nur auf ein Jahr, sondern gleich auf drei Saisons aus. Während dieser Zeit will sich Michael Müller mental, konditionell und technisch weiter verbessern, damit er im Zugerland den hochkotierten eidgenössischen Kranz gewinnen kann.

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