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SCHWINGEN: Der siebte Streich von Ulrich

Andreas Ulrich heisst der Festsieger am Schwyzer Kantonalen. Auf Rang 1b klassiert sich Adrian Steinauer, weil Klubkollege Christian Schuler den Schlussgang verliert.
Der Gersauer Festsieger Andreas Ulrich (rechts) stemmt sich im Schlussgang gegen den Rothenthurmer Christian Schuler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Gersauer Festsieger Andreas Ulrich (rechts) stemmt sich im Schlussgang gegen den Rothenthurmer Christian Schuler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Claudio Zanini

Adrian Steinauer war hin- und hergerissen, als er aus sicherer Distanz den Schlussgang verfolgte. Der 24-jährige Schwyzer vom Schwingklub Einsiedeln stand neben einer Tribüne auf dem Festplatz in Schindellegi, als die beiden Schlussgangteilnehmer Christian Schuler und Andreas Ulrich ans Werk gingen. Worauf sollte er jetzt hoffen? Sollte er sich wünschen, dass Klubkollege Christian Schuler diesen Ulrich bodigte? Im Normalfall: ja. Aber ein Sieg von Schuler würde bedeuten, dass er, Steinauer, leer ausgehen würde. Oder sollte er sich besser wünschen, dass Schuler verlöre? Wünschte man sich das überhaupt für einen Schwingkameraden? Die dritte Option hätte so ausgesehen: Der Schlussgang würde gestellt ausgehen. Dann wäre Steinauer alleiniger Festsieger. «Ich kann doch nicht hoffen, dass ein Klubkollege nicht gewinnt. Das sollte man wirklich nicht machen», sagte Steinauer mit einem Gesichtsausdruck, als würde er sich nur schon beim Gedanken daran schämen.

Doch je länger diese Endausmarchung dauerte, desto realistischer wurde, dass Steinauer den Sieg erben würde. «Dann bin ich irgendwann von dort hinten hervorgekommen in Richtung Sägemehlring. Ich war den ganzen Tag nicht so nervös wie während dieses Schlussgangs.»

Schuler: Dauergast im Schlussgang

Nach rund acht Minuten war Steinauers Dilemma überstanden: Andreas Ulrich, der 30-jährige Eidgenosse, setzte zum inneren Haken an und legte Christian Schuler ins Sägemehl. Ulrich klassierte sich somit als Schlussgangsieger auf 1a – für Steinauer schaute mit derselben Punktzahl 1b heraus.

Für seinen Sieg musste Andreas Ulrich jedoch diverse Angriffe von Christian Schuler überstehen. Aber gestern wollte er sich vom Rothenthurmer nicht überlisten lassen. Ein schwieriges Unterfangen gegen einen in diesem Jahr blendend aus den Startlöchern gekommenen Schuler, der an allen drei Kranzfestteilnahmen in dieser Saison im Schlussgang stand und am Zuger Kantonalen den Festsieg davontrug. Die Zahlen sind beeindruckend: Innert 14 Tagen stand Schuler dreimal in einem Schlussgang.

Am Zuger Kantonalen in der letzten Saison tauchte Ulrich in der Endausmarchung enorm früh gegen Schuler. Genauer gesagt ging es damals 7 Sekunden, bis er auf dem Rücken lag. «Ich habe mir vorgenommen, abzuwarten und Sicherheit zu gewinnen. Auf seine wuchtigen Züge musste ich vorbereitet sein», erklärte der Festsieger seine Taktik. «Das war für mich der schwierigste Gang des ganzen Tages.» Beim Ob- und Nidwaldner Kantonalen an Auffahrt und beim Zuger Kantonalen stand Ulrich auf Rang 3 – gestern nun der 7. Festsieg der Karriere. «Viele meinen, ich müsse immer gegen alle gewinnen», sagte Ulrich. Die sagenhafte letzte Saison, in der er zwei Kranz- und ein Bergkranzfest gewann, trieb die Erwartungen an ihn in die Höhe.

Frust bei Martin Grab

Unter den 4400 Zuschauern sass auch Martin Grab mitsamt Familie auf der Tribüne. Der 36-jährige Altmeister, einer von acht angetretenen Eidgenossen im Teilnehmerfeld, verletzte sich im ersten Gang im Duell mit Stefan Gasser. Doch dabei hatte es nicht Grabs linkes operiertes Knie erwischt, sondern das rechte. «Ich will jetzt nicht mehr über mein Knie reden», gab der Rothenthurmer kurz angebunden zur Antwort. Und er fügte knapp hinzu: «Ich weiss ja selber nicht, was genau passiert ist.» Grab hat einen höchst gelungenen Saisonstart hinter sich. In Hünenberg schaffte er es am Zuger Kantonalen in den Schlussgang, bei dem er dann allerdings Christian Schuler unterlag. Mit einer Knieverletzung würde sein grosses Saisonziel, der siebte eidgenössische Kranz in Estavayer, arg in Gefahr geraten.

Stilsichere Eidgenossen

Von den angetretenen Eidgenossen konnten die verbleibenden sieben (nach Forfait von Grab) allesamt die Auszeichnung holen: Mitfavorit Philipp Laimbacher musste nach dem Gestellten im vierten Gang, seinem zweiten Unentschieden bei zwei Siegen, den Schlussgang abschreiben und klassierte sich unter anderem mit Christian Schuler und Bruno Nötzli auf dem geteilten zweiten Rang. Auf dem dritten Rang konnten sich der Urner Andi Imhof und der Luzerner Erich Fankhauser klassieren. Für Reto Nötzli schaute Rang 4b heraus.

Der letztjährige Festsieger Mike Mül­lestein verzeichnete einen harzigen Start. Nach dem Gestellten im ersten Gang gegen Pirmin Reichmuth und einem weiteren Unentschieden liess er schliesslich vier Siege folgen und belegte am Ende Rang 3b.

Erster Kranzfestsieg für den Käser-Nachwuchs

Festesda.Die aufstrebenden jungen Schwinger machten an den Kranzfesten vom Sonntag mit Nachdruck auf sich aufmerksam. Remo Käser gewann das Mittelländische, Samuel Giger triumphierte am Zürcher Kantonalfest.

Remo Käser, der Sohn von Schwingerkönig Adrian Käser, gewann sein erstes Kranzfest. Er bezwang im Schlussgang Willy Graber. Käser qualifizierte sich im fünften Gang mit einem Plattwurf gegen Philipp Reusser für den Schlussgang. Lange Zeit blieb ungewiss, wer ebenfalls noch in den Schlussgang einziehen würde. Graber erhielt mit vier Siegen schliesslich den Vorzug gegenüber Simon Anderegg, Matthias Glarner und Thomas Sempach. Grabers Heimrecht mochte eine Rolle spielen. In Oberbalm war keiner der bösesten Berner Matthias Sempach, Christian Stucki und Kilian Wenger zugegen. Stucki hätte teilgenommen, war aber wegen einer Verletzung noch nicht einsatzbereit.

Giger gewinnt das Zürcherische

Samuel Giger befindet sich auf dem direkten Weg an die Spitze der Nordostschweizer Schwinger. Der 18-jährige Thurgauer hat im Schlussgang des Zürcher Kantonalfestes in Watt bei Regensdorf den St. Galler Routinier Daniel Bösch geschlagen. In der 4. Minute konterte Giger eine Kurz/Kreuzgriff-Attacke des Favoriten.

Für den Aufsteiger war es der zweite Kranzfestsieg nach dem letztjährigen Erfolg am Schaffhauser Kantonalen und der erste in einem Direktduell gegen Bösch. «Ich ging vorsichtig zu Werk und wartete meine Chance ab», sagte der Thurgauer. Die Nordwestschweizer Tenöre Christoph Bieri und Bruno Gisler verloren früh, kämpften sich danach aber auf Spitzenränge zurück.

Das Rothenburger Regionalfest wurde im Schlussgang vom Ruswiler Philipp Gloggner entschieden. Gloggner bezwang den Rothenburger Lukas Emmenegger.

Oberbalm BE. Mittelländisches Fest (199 Schwinger, 5200 Zuschauer). Schlussgang: Remo Käser (Alchenstorf) bezwingt Willy Graber (Bolligen) nach 3:25 Minuten mit innerem Haken und Nachdrücken am Boden. Rangliste: 1. Käser 59,00. 2. Simon Anderegg (Unterbach) 58,50. 3. Bernhard Kämpf (Sigriswil) 58,25. 4. Matthias Glarner (Meiringen) und Thomas Sempach (Heimenschwand) je 57,50. 5. Graber, Florian Gnägi (Aarberg), Matthias Aeschbacher (Hasle-Rüegsau), Adrian Schenkel (Kirchdorf) und Philipp Reusser (Aeschlen) je 57,25.

Watt bei Regensdorf. Zürcher Kantonalfest (153 Schwinger, 6500 Zuschauer). Schlussgang: Samuel Giger (Ottoberg) bezwingt Daniel Bösch (Zuz–wil) nach 3:50 Minuten mit Kurz. Rangliste: 1. Giger 58,50. 2. Thomas Kammermann (Thalwil) 58,25. 3. Christoph Bieri (Untersiggenthal) und Bruno Gisler (Rumisberg) je 58,00. 4. Bösch und Samir Leuppi (Winterthur) je 57,50. 5. Roman Bickel (Hochfelden) und Tobias Krähenbühl (Frauenfeld) je 57,25.

Rothenburg LU. Regionalfest (116 Schwinger, 900 Zuschauer). Schlussgang: Philipp Gloggner (Ruswil) bezwingt Lukas Emmenegger (Rothenburg) nach 15 Sekunden mit Lätz-Ableeren und Nachdrücken.
Rangliste: 1. Gloggner 59,75. 2. Sven Schurtenberger (Buttisholz) und Stefan Stöckli (Wolhusen) je 57,75. 3. Martin Felder (Ebnet) und Marco Fankhauser (Hasle) je 57,50. 4. u. a. Emmenegger 57,25.
Carouge.

Genfer Kantonalfest (110 Schwinger, 1500 Zuschauer). Schlussgang: Benjamin Gapany (Marsens) bezwingt Michael Matthey (Châtel-St-Denis) nach 1:15 Minuten mit Kurz.
Rangliste: 1. Gapany 58,25. 2. Vincent Roch (Constantine) 57,75. 3. Matthey, Pascal Piemontesi (Eclépens) und Marc Guisolan (St-Aubin) je 57,25.

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