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SCHWINGEN: Der tüftelnde Kranzschwinger

René Suppiger (25) mausert sich zum sicheren Kranzgewinner – in einer Saison, in der er mit Bachelorarbeit und Abschlussprüfungen ohnehin viel los hat. An das bevorstehende Rigi-Schwingen hat der Luzerner gute Erinnerungen.
Angehender Lebensmittelingenieur und erfolgreicher Schwinger: Der Luzerner René Suppiger forscht in der Grossmetzgerei in Courtepin zurzeit am Salzgehalt von Würsten. (Bild: PD)

Angehender Lebensmittelingenieur und erfolgreicher Schwinger: Der Luzerner René Suppiger forscht in der Grossmetzgerei in Courtepin zurzeit am Salzgehalt von Würsten. (Bild: PD)

Claudio Zanini

Der in Mauensee aufgewachsene René Suppiger ist zum Wochenaufenthalter in Courtepin geworden. Wer nicht weiss, wo Courtepin liegt, stösst bei Suppiger auf Unverständnis. Der 25-jährige Schwinger hat grosses Interesse an der Schweizer Geografie. «Ich brauche eigentlich nie ein GPS, ich kenne die Schweiz», sagt der Student und schmunzelt, wohl im Wissen darum, gerade etwas gar dick aufgetragen zu haben.

Also Herr Suppiger, wie weit ist Courtepin von Estavayer entfernt? «20 Kilometer schätze ich, aber das werde ich nachher sofort nachschauen auf der Karte.» Auch wir sahen auf der Karte nach, und ja: Die Schätzung geht so in Ordnung.

Vom Metzger zum Student

Der Grund, warum Suppiger zurzeit in der Gemeinde im Seebezirk des Kantons Freiburg lebt, ist seine Bachelor-Arbeit. Nach seiner Metzgerlehre und anschliessenden Berufsmatura zog es den Luzerner nach Wädenswil an die Fachhochschule. In diesem Jahr schliesst er das Studium der Lebensmitteltechnologie ab. Im Juni absolvierte er die Prüfungen, seit zwei Wochen schreibt er an seiner Abschlussarbeit bei einem führenden Fleischverarbeiter in der Westschweiz. Das Thema der Arbeit ist die «Salzreduktion um 25 Prozent bei Fleischerzeugnissen». Bis Oktober sollte er fertig werden. «Ich war immer ein Tüftler. Deshalb fasziniert mich diese Arbeit sehr.»

Mittleid mit Lebendpreis

Sein Studium beanspruche viel Zeit. «Ich bin kein Genie und muss einen grossen Arbeitsaufwand betreiben.» Sein Training kam deswegen oft zu kurz in dieser Saison. Während des Studiums in Wädens­wil trainierte er drei Jahre als Gast beim Schwingklub March-Höfe – mit 112 Aktiven und Jungschwingern der grösste Klub des Kantons Schwyz. «Das war eine sehr gute Zeit. Ich konnte von den Schwyzern viel profitieren», blickt Suppiger zurück.

Mit seiner bisherigen Saison ist er zufrieden. An allen drei teilgenommenen Kranzfesten gelang ihm die Auszeichnung. «Meine beste Saison ist es aber nicht. Das letzte Jahr stufe ich noch höher ein, mit meiner Teilnahme am Kilchberger.»

In diesem Jahr hätte Suppiger mit ein wenig Glück beinahe den Festsieg am Luzerner Kantonalen geerbt, im Falle eines gestellten Schlussgangs zwischen Erich Fankhauser und Philipp Scheidegger. Doch Fankhauser entschied den Abnützungskampf nach neun Minuten dann doch noch für sich. Pech für Suppiger. Dennoch gewann er mit dem zweiten Rang den ersten Lebendpreis seiner Karriere. «Klar bin ich Metzger. Aber ein solch schönes Rind wollte ich unbedingt dem Besitzer wieder zurückgeben.»

Rigi mit starken Nordostschweizern

Am letzten Wochenende holte sich Suppiger am Innerschweizer in Seedorf Rang 8a mit vier Siegen, einem Gestellten und einer Niederlage. Es ist sein zweiter Teilverbandskranz nach dem siebten Rang am Innerschweizer im vorangegangenen Jahr.

Nun folgt das Bergkranzfest auf der Rigi; dort wo er im letzten Jahr den ersten Bergkranz seiner Karriere realisierte. 60 Innerschweizer und 30 Nordostschweizer werden am Sonntag das zweite Bergfest der Saison auf hiesigem Verbandsgebiet bestreiten. «Ich will meine Zielsetzung nicht öffentlich machen. So habe ich weniger Druck, und niemand erwartet etwas von mir. Jedes Bergfest ist ein Highlight, und da will ich ein zufriedenstellendes Resultat erreichen.» Einfach dürfte es für den Luzerner nicht werden. Insgesamt sind 15 Eidgenossen gemeldet, darunter starke Nordostschweizer Gäste wie Daniel Bösch, Arnold Forrer, Stefan Burkhalter oder Raphael Zwyssig. «Für einen Kranzgewinn musst du wahrscheinlich einen Eidgenossen bezwingen», meint der 1,89 Meter grosse und 100 Kilogramm schwere Athlet. Ein Kunststück, dass ihm in dieser Saison bei keinem Kranzgewinn gelang.

Trotz grosser Auslastung durch sein Studium lassen sich René Suppigers Resultate jetzt schon sehen. «Training ist halt nicht alles. Wenn du mental bereit bist, bringt das schon viel», sagt er. Nach dem abgeschlossenen Studium will der angehende Lebensmittelingenieur wieder mehr Zeit für den Schwingsport investieren.

Vorfreude auf «Estavayer-Luft»

Das Eidgenössische im nächsten Jahr ist ein grosses Ziel für den Sennenschwinger des SK Surental. Gerne würde er es seinem schwingerischen Vorbild Martin Koch, der 2007 und 2010 den eidgenössischen Kranz gewann, gleichtun. Das Festgelände will Suppiger in den nächsten Monaten schon mal rekognoszieren gehen. Ein wenig «Estavayer-Luft einatmen», würde sicher nicht schaden, sagt er und kann sich ein Lachen nicht verkneifen.

Es ist davon auszugehen, dass Suppiger weiss, wo Estavayer liegt.

Bergkranzfest auf Rigi Staffel

Festprogramm, Sonntag.8.30: Anschwingen. – 11.45: Mittagessen. – 13.00: Beginn Steinstossen. – 13.15: Fortsetzung des Schwingens. – 14.15: Grosser Alpaufzug. – 15.00: Ausstich, Steinstossen auf dem Festplatz. – 17.30: Rangverkündigung im Festzelt.

Sieger der letzten Jahre: Andi Imhof (2014), Christian Stucki (2013), Adi Laimbacher (2012), Philipp Laimbacher (2011), Christian Schuler und Martin Grab (2010).

Nordostschweizer Favoriten: Daniel Bösch, Arnold Forrer, Stefan Burkhalter, Raphael Zwyssig, Samuel Giger. – Innerschweizer Favoriten: Philipp Laimbacher (Sieger 2011), Christian Schuler (Sieger 2010), Andreas Ulrich (Sieger 2012), Martin Grab (Sieger 2002, 2003, 2008, 2010), Adi Laimbacher (Sieger 2001, 2005, 2006, 2012), Mike Müllestein, Sven Schurtenberger.

Total sind 15 eidgenössische Kranzschwinger gemeldet.

Spitzenpaarungen 1. Gang

Andreas Ulrich - Daniel Bösch

Christian Schuler - Raphael Zwyssig

Philipp Laimbacher - Stefan Burkhalter

Adi Laimbacher - Michael Rhyner

Martin Grab - Arnold Forrer

Hansjörg Gloggner - Tobias Krähenbühl

Mike Müllestein - Samuel Giger

Sven Schurtenberger - Domenic Schneider

Adrian Steinauer - Marcel Kuster

Lutz Scheuber - Simon Kid

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