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SCHWINGEN: Er will sich nicht verstecken

Sven Schurtenberger (23) ist vor dem Schwarzsee-Schwinget in blendender Verfassung. Der Zeitpunkt ist günstig, denn seine persönlichen Saisonhöhepunkte stehen bevor.
Der Nottwiler Sven Schurtenberger mit der Motorsense in Emmen beim Sträucher- und Heckenschneiden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Nottwiler Sven Schurtenberger mit der Motorsense in Emmen beim Sträucher- und Heckenschneiden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

CLAUDIO ZANINI

In Oberkirch machen die Arbeiter einer Gebäudeunterhaltsfirma langsam Feierabend. Sven Schurtenberger war den ganzen Tag mit sogenanntem Umgebungsunterhalt beschäftigt. Sträucher und Hecken schneiden im Klartext.

Nach einigen Spässen mit seinem Chef schliesst der Schwinger die Türe zum Sitzungszimmer. Er strahlt übers ganze Gesicht. «Ja, das stimmt. Mit meinen bisherigen Saisonleistungen kann ich zufrieden sein», sagt er. Seine Bilanz: vier Kranzfeste und viermal das Eichenlaub geholt. Schurtenberger redet von befreitem Schwingen, von grossem Selbstvertrauen, aber auch von Übermut. «Auf dem Stoos gegen Nöldi Forrer bin ich zu frech geworden.»

Es war im zweiten Gang am letzten Sonntag, als der Nottwiler gegen den Schwingerkönig verlor. Eine zweite Niederlage setzte es gegen den sich in Hochform befindenden Andreas Ulrich ab, wenn auch nur nach einem ausgeglichenen Kampf und erst wenige Sekunden vor Schluss. «Ulrich ist unberechenbar und technisch sehr stark», erklärt der 23-Jährige. Für seinen zweiten Bergkranz reichte es dennoch.

Schurtenberger dürfte manchen noch als Überraschungssieger des Luzerner Kantonalen 2013 in Beromünster in Erinnerung sein. Auch mit dem Jahr danach war er zufrieden. Auf dem Brünig holte er sich 2014 seinen ersten Bergkranz. Und in dieser Saison der Übergangssaison ohne Anlass mit eidgenössischem Charakter – läuft es nach Plan. «Ich bin manchmal fast froh, wenn nicht die ganz grossen Anlässe anstehen. Dann ist auch der Trubel nicht so gross.»

Als die Höhenangst kam

Sven Schurtenberger blickt den anstehenden Aufgaben gelassen entgegen. Seine anvisierten Saisonhöhepunkte stehen bevor: In zwei Wochen findet mit dem Innerschweizerischen in Seedorf das Teilverbandsfest der Region statt, eine Woche später tritt er auf der Rigi an. Es ist klar: Der 23-jährige Sohn eines Landwirts posaunt diesbezüglich keine zu hoch gegriffenen Zielsetzungen in die Welt hinaus. Kränze sollen her, mehr nicht. «Aber privat bin ich lauter und übertreibe manchmal ein wenig.»

Auf den Kontakt zum Kollegenkreis will er auch während der Schwingsaison nicht verzichten. «Ich kann auch gut noch am Abend vor einem Schwingfest mit Freunden etwas trinken gehen oder am Vortag meinen Eltern beim Heuen helfen.» Und Letzteres passierte erst kürzlich vor dem Luzerner Kantonalen.

Bei aller Unbeschwertheit, die Schurtenberger an den Tag legt, er handelt mit Kalkül. «Ich schraube das Training im Laufe der Saison schrittweise runter. Die Erholung ist enorm wichtig.» Aktuell trainiert er noch zweimal wöchentlich, einmal mit dem Schwingclub Rottal, einmal Krafttraining. Im vergangenen September hat der gelernte Zimmermann gar den Beruf gewechselt, um körperlich weniger strapaziert zu werden. «Hinzu kam, dass ich als Zimmermann viermal vom Gerüst fiel. Danach bekam ich Höhenangst und musste einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht.» Verletzt habe er sich dabei nicht, «alles halb so schlimm», winkt er ab.

Kräftemessen mit den Bernern

Vor dem Innerschweizerischen geht es für Schurtenberger aber noch in den Kanton Freiburg, ans zweite Bergkranzfest der Saison. In Plaffeien am Schwarzsee-Schwinget tritt er diesen Sonntag als Teil der Innerschweizer Gäste-Delegation an. Mit dabei sind etwa Andreas Ulrich, Benji von Ah, Christian Schuler, Joel Wicki oder Schurtenbergers Klubkamerad Hansjörg Gloggner. Und sie werden es mit starker Konkurrenz zu tun bekommen: Nebst Killian Wenger, der auch zu den Gästen am Innerschweizerischen zählt, werden in Plaffeien Christian Stucki oder etwa Thomas Zaugg zugegen sein.

Schurtenbergers lakonischer Kommentar zum Fest, an dem nicht weniger als zwölf Eidgenossen eingeteilt sind: «Ja, da sind ein paar Starke drunter.» Verstecken ist nicht sein Ding, schon gar nicht mit dem momentanen Selbstvertrauen.

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