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SCHWINGEN: Fankhauser macht es besser als der Vater

Der Entlebucher Erich Fankhauser (24) feiert in Inwil seinen ersten Kranzfestsieg. Damit ist die Familie Fankhauser mit dem Aus­tragungsort wieder im Reinen.
Jonas von Flüe
Erich Fankhauser aus Hasle (rechts) triumphiert im Schlussgang gegen den Roggliswiler Philipp Scheidegger. (Bild Philipp Schmidli)

Erich Fankhauser aus Hasle (rechts) triumphiert im Schlussgang gegen den Roggliswiler Philipp Scheidegger. (Bild Philipp Schmidli)

Die Geschichte hat sich nicht wiederholt. 31 Jahre nachdem Vater Peter im Schlussgang des Luzerner Kantonalen in Inwil gegen den Seetaler Werner Winiger den Kürzeren gezogen hatte, gewinnt Erich Fankhauser aus Hasle an derselben Stätte sein erstes Kranzfest. Der 24-Jährige besiegte im Schlussgang den Roggliswiler Philipp Scheidegger (30) nach beinahe elf Minuten Gangdauer mit Kurz und Nachdrücken.

Der Schweiss tropfte den beiden nur so von der Stirn, gar eine Trinkpause mussten sie in der brütenden Hitze einlegen. Die Kräfte begannen allmählich zu schwinden, als Fankhauser erbarmungslos zuschlug – und seinen Konkurrenten entscheidend in Bedrängnis brachte: «Ich mag dieses Wetter, weil ich konditionell stark bin. Philipp hat gut mitgeschwungen. Ich habe gemerkt, dass er müde wird, also habe ich noch einmal angegriffen.» Fankhauser ist der verdiente Sieger, weil er im offensiv geführten Schlussgang der aktivere und bessere Schwinger war – und über alle sechs Gänge eine konstant starke Leistung an den Tag brachte.

Erich Fankhauser gewinnt das Luzerner Kantonale Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)Erich Fankhauser gewinnt das Luzerner Kantonale Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)
Erich Fankhauser (dunkles Hemd) im Schlussgang gegen Philipp Scheidegger (Bild: Philipp Schmidli)Erich Fankhauser (dunkles Hemd) im Schlussgang gegen Philipp Scheidegger (Bild: Philipp Schmidli)
Joel Wicki am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)Joel Wicki am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)
Publikum am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)Publikum am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)
Philipp Gloggner am Luzerner Kantonalen. (Bild: Philipp Schmidli)Philipp Gloggner am Luzerner Kantonalen. (Bild: Philipp Schmidli)
Philipp Gloggner (oben) im Kampf mit Melk Britschgi. (Bild: Philipp Schmidli)Philipp Gloggner (oben) im Kampf mit Melk Britschgi. (Bild: Philipp Schmidli)
Joel Wicki. (Bild: Philipp Schmidli)Joel Wicki. (Bild: Philipp Schmidli)
Peter Imfeld jubelt am Luzerner Kantonalen. (Bild: Philipp Schmidli)Peter Imfeld jubelt am Luzerner Kantonalen. (Bild: Philipp Schmidli)
Erich Fankhauser bodigt im Schlussgang Philipp. (Bild: Philipp Schmidli)Erich Fankhauser bodigt im Schlussgang Philipp. (Bild: Philipp Schmidli)
Erich Fankhauser (im dunklen Hemd) gegen Philipp Scheidegger im Schlussgang am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)Erich Fankhauser (im dunklen Hemd) gegen Philipp Scheidegger im Schlussgang am Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 in Inwil. (Bild: Philipp Schmidli)
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96. Luzerner Kantonales Schwingfest

Die schlimme Verletzung

Die Geschichte vom verlorenen Schlussgang seines Vaters sei in der vergangenen Woche in der Familie omnipräsent gewesen, sagte der Festsieger: «Ich wollte meinen Vater in Inwil unbedingt rächen.» Für Erich Fankhauser ist der gestrige Sieg gleichbedeutend mit dem 18. Kranz und dem zweitgrössten Erfolg seiner Karriere. Nur den Gewinn des Eidgenössischen Kranzes 2013 stuft der Maurer höher ein.

Fankhauser ist der erste Entlebucher seit Ueli Banz 2009, der ein Luzerner Kantonales gewinnt. Noch vor einem Jahr war ein solcher Triumph undenkbar gewesen. Der mit 1,76 m Körpergrösse eher kleine Schwinger hatte sich im Mai 2014 im Training einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen. Die Saison war zu Ende, bevor sie richtig begonnen hatte – ausgerechnet im Jahr nach dem Gewinn des Eidgenössischen Kranzes, für das er sich so viel vorgenommen hatte, in dem er den Kranzgewinn bestätigen wollte. Doch Fankhauser kam stark aus seiner Verletzungspause zurück, überzeugte in diesem Jahr bereits am Oberländischen und Urner Kantonalen. Sein Sieg kommt keinesfalls überraschend, er zählte zu den Favoriten.

Die erfolgreichen Brüder

Erich war gestern aber nicht der einzige erfolgreiche Fankhauser. Um 16.44 Uhr gewann zuerst Reto (21) seinen sechsten Gang – und damit seinen vierten Kranz. Um 17.05 war die Reihe an Marco (19). Der laut Bruder Erich «Ehrgeizigste und Fleissigste von uns allen» siegte im letzten Gang ebenfalls – bereits das fünfte Eichenlaub für das noch junge Talent. Die beiden waren um 17.27 Uhr natürlich die ersten Gratulanten beim grossen Bruder Erich. «Momentan überwiegt die Freude über Erichs Sieg, aber natürlich nervt mich die verpasste Schlussgang-Teilnahme ein wenig», sagte Marco. Denn: Hätte er im fünften Gang Philipp Scheidegger besiegt, wäre der jüngste der Fankhauser-Brüder im Schlussgang gestanden. Schon im Vorjahr verpasste er die Endausmarchung wegen einer Niederlage im fünften Gang gegen den späteren Festsieger Fabian Marti. «Wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei», blickte der Plattenleger bereits wieder in die Zukunft.

«Die Siege meiner Brüder haben mich vor dem Schlussgang zusätzlich motiviert. Gemeinsam feiert es sich halt am schönsten», sagte Festsieger Erich. Der vierte Fankhauser, Ueli (28), klassierte sich im 13. Rang.

Mit Joel Wicki überzeugte gestern ein weiterer Entlebucher. Der 18-jährige Sörenberger liebäugelte ebenfalls lange mit dem Festsieg. Ein Gestellter gegen Werner Suppiger im fünften Gang liess den Traum allerdings platzen. Doch Wicki schwang auch gestern wieder derart stark auf, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er sein erstes Kranzfest gewinnen wird.

Die schwächelnden Gäste

Weil die starken Gäste bis auf Benji von Ah schon allesamt früh aus der Entscheidung fielen (siehe Kasten), waren es wie in den letzten drei Jahren die einheimischen Luzerner, die den Sieg unter sich ausmachten. Der Surseer René Suppiger (25) verpasste den Festsieg nur um einen Viertelpunkt, Philipp Scheidegger verlor zum zweiten Mal nach 2011 einen Schlussgang am Luzerner Kantonalen. Er konnte sich nur kurz wehren, als Erich Fankhauser zum finalen Schachzug ansetzte – und für perfekte Fankhauser-Festspiele sorgte.

Hinweis

Auf dem Schulhausplatz in Hasle ist heute um 19.30 Uhr ein grosser Empfang geplant.

Bildergalerie: Impressionen vom Innerschweizerischen unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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