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SCHWINGEN: Gewichtige Brünig-Absagen

In der eidgenössischen Saison ist das Programm für die Athleten enorm dicht. Etliche Berner Spitzenschwinger geben für den Brünig-Schwinget Forfait, um sich zu schonen.
Claudio Zanini
Christian Stucki (links) leidet an einer Fussbänderzerrung, Remo Käser fehlt wegen einer nicht bekannten Blessur. (Bild: Keystone)

Christian Stucki (links) leidet an einer Fussbänderzerrung, Remo Käser fehlt wegen einer nicht bekannten Blessur. (Bild: Keystone)

Claudio Zanini

Der Bergklassiker auf der Brünig-Passhöhe, dort wo sich traditionsgemäss der Innerschweizerische und der Berner Verband duellieren, ist sowas wie die Champions League im Schwingsport. In diesem Jahr werden aber einige Schwinger das 120-köpfige Teilnehmerfeld auffüllen, welche im Normalfall gar nicht selektioniert würden. Denn: Viele Spitzenschwinger aus dem Berner Verband treten am Sonntag nicht an. So etwa Christian Stucki, Simon Anderegg, Florian Gnägi, Matthias Siegen-thaler und Willy Graber – allesamt Eidgenossen. Überdies erteilte auch der 19-jährige Remo Käser, der da und dort als Geheimfavorit für das Eidgenössische gehandelt wird, dem Bergfest eine Absage. Im Innerschweizer Lager ist vor allem die Abwesenheit des letztjährigen Schlussgangteilnehmers Benji von Ah hervorzuheben. Der Giswiler verpasst wegen des Bänderrisses im Ellbogen auch das Eidgenössische. Kurzum: Die Verletztenliste ist hochkarätig.

Risiko vor Estavayer nicht eingehen

Die gewichtigste Absage ist diejenige von Christian Stucki. Samuel Feller, der technische Leiter des Eidgenössischen Verbands, meint dazu: «Wenn Stucki fehlt, dann fehlt etwas Gröberes.» Die Nummer 2 der Berner hinter Matthias Sempach zerrte sich im Rigi-Schlussgang gegen den Schwingerkönig ein Band im rechten Fuss. Der 31-Jährige zeigte sich erst noch zuversichtlich, auf dem Brünig sein Comeback geben zu können. Definitiv nicht gefährdet soll hingegen die Teilnahme am Eidgenössischen sein, wie Stucki auf seiner Website verlauten liess. Zwei Wochen vor Estavayer will der Hüne nochmals ein Rangschwingen bestreiten, um Wettkampfpraxis zu sammeln.

Ein anderer verletzter Spitzenschwinger sagte am vergangenen Mittwoch ab: Remo Käser. Der 19-jährige Sohn von Adrian Käser (Schwingerkönig von 1989) teilte über Social Media mit: «Ich habe mich von den Blessuren noch nicht ganz erholen können und möchte im Hinblick auf das Eidgenössische kein Risiko eingehen.»

Auffällige Anzahl Verletzungen

Klar ist: In einer Saison ohne Eidgenössisches hätte der Brünig-Schwinget eine höhere Bedeutung – die Absenzenliste wäre weniger lang. Das bestätigt auch Samuel Feller, der am Eidgenössischen als Einteilungschef amtet. Er nennt es das «Phänomen des eidgenössischen Jahres». Die Anzahl Verletzungen sei dennoch auffällig. «Die vielen kleineren und grösseren Verletzungspausen sind in den letzten Jahren leider fast zur Normalität geworden.» Einen Hauptgrund sieht er darin, dass der Kalender enorm dicht sei. «Zu meinen Aktivzeiten, also vor 20 Jahren, gab es noch zwei Bergfeste. Heute sind es deren sechs.» Ausserdem sei es für die Athleten, welche allesamt keine Vollprofis sind, eine grosse Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. «Den Trainingsaufwand, die Wettkämpfe und den beruflichen Alltag einzuteilen, ist schwierig. Und Verletzungen häufen sich generell, wenn die Athleten müde sind», sagt Feller.

Trotz aller Absenzen im Berner Lager steht den Innerschweizern kein einfacher Wettkampf bevor. Der stärkste aller Teilverbände hat mit den beiden Königen Sempach und Wenger, dem letztjährigen Brünig-Sieger Bernhard Kämpf, aber auch mit Matthias Glarner genügend Substanz. Einfach wird es für die Innerschweizer nicht, erstmals seit 2010 (Martin Grab) wieder einen Sieg zu holen.

Brünig-Schwinget

Brünig-Passhöhe. Sonntag, 31. Juli. Festprogramm. 8.00: Anschwingen. – 12.00: Mittagessen. – 13.15: Ausschwingen. – 17.00: Schlussgang. 18.00: Rangverkündigung.

Sieger der letzten Jahre: Bernhard Kämpf (2015), Kilian Wenger (2014), Matthias Sempach (2013), Christian Stucki (2012), Matthias Sempach (2011), Martin Grab (2010).

Berner Favoriten: Matthias Sempach, Kilian Wenger, Bernhard Kämpf, Matthias Glarner.

Innerschweizer Favoriten: Christian Schuler, Andreas Ulrich, Philipp Laimbacher, Joel Wicki.

Das OK empfiehlt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, da Parkplätze nur in beschränkter Anzahl zur Verfügung stehen. Die Zentralbahn bietet Extrazüge bis auf den Brünigpass an. Das Festgelände liegt zirka 10 Minuten zu Fuss vom Bahnhof entfernt. Auf www.bruenigschwinget.ch finden Sie die Zugverbindungen sowie weitere Infos. An der ab 5 Uhr geöffneten Tageskasse stehen noch 1000 Stehplätze zur Verfügung.

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