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SCHWINGEN: Im Dienste ihrer Leidenschaft

Lucia Iten (33) aus Neuheim ist auch nach der Beendigung ihrer Karriere im Sport aktiv. Als Vizepräsidentin des Frauenschwingclubs der Urschweiz freut sie sich über den jüngsten Erfolg.
Nadine Wyss
Lucia Iten hat auch am letzten Schwingfest der Frauen im luzernischen Schachen mitgeholfen. (Bild: Roger Grütter (23. September 2017))

Lucia Iten hat auch am letzten Schwingfest der Frauen im luzernischen Schachen mitgeholfen. (Bild: Roger Grütter (23. September 2017))

Nadine Wyss

sport@zugerzeitung.ch

Als Lucia Iten um die Jahrtausendwende erfuhr, dass an ihrem Wohnort ein Schwingfest stattfinden sollte, suchte sie eine Möglichkeit, in diesen Sport einzusteigen. Da sie im Kanton Zug nicht fündig wurde, fuhr sie jeden Montagabend mit ihrem Roller nach Goldau. Der Kampf von Frau zu Frau, die Fairness und die Kameradschaften untereinander imponierten der kräftig wirkenden Frau. Im 2001 durfte sich die damals 17-Jährige vor heimischem Publikum beweisen. Vier Jahre später fand in Neuheim das Eidgenössische statt – Iten musste wegen einer Verletzung passen.

Nach zwei Kreuzbandrissen beendete Lucia Iten ihre sportliche Karriere im Jahr 2015. Sie bedauert, ihr persönlich gestecktes Ziel nicht erreicht zu haben: 25 Kränze wollte sie gewinnen, 22 sind es geworden. Trotzdem kann die 33-Jährige auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Sechs Mal erreichte sie den Schlussgang. Auf die schönsten Erfolge angesprochen, antwortet die Sportlerin: «In den Jahren 2009 und 2012 war ich jeweils Festsiegerin und konnte tolle Preise gewinnen. Mein schönster Preis war ein Kalb von der Rasse Red Holstein.» Dieses Kalb ist mittlerweile eine Kuh mit dem Namen Pinie.

Der Druck als grossen Gegner

Neben diesem persönlichen Erfolg ist es die Organisation eines Schwingfestes im Jahre 2009, die ihr besonders in Erinnerung geblieben ist. «Unser Team hatte sechs von sieben Kränzen geholt», erzählt sie stolz. «Es war ein tolles Fest, alles hat funktioniert, und ich war auch mit meinen persönlichen Leistungen sehr zufrieden.»

Das war nicht immer so. Die Schwingerin gibt zu, dass der Druck ihr manchmal Schwierigkeiten bereitete. Sie hatte eine eigene Strategie entwickelt und Rituale eingeführt, die ihr halfen, besser damit umzugehen. Meist war sie zu nervös, überhaupt etwas zu essen. «Dann haben Bananen und Getreideriegel geholfen», erklärt sie. Manchmal musste sie auch Niederlagen verdauen, wenn sie gegen Gegnerinnen verloren hatte, die eigentlich zu schlagen gewesen wären. Und doch sagt sie: «Es waren die Niederlagen, die mich weiterbrachten.»

In mehreren Funktionen im Einsatz

Lucia Iten ist ausgebildete Malerin und gelernte Landwirtin. In der Schule gehörte ihre Leidenschaft indes der Mathematik. Sie hatte die Chance, auf ein höheres Niveau zu wechseln. «Neuheim war da sehr fortschrittlich», berichtet sie. Beruflich ist die Zugerin anscheinend noch nicht angekommen. Ihre Freizeit gehört jedoch nach wie vor dem Schwingsport. In diesen investiert sie viel Zeit und Herzblut. Von 2010 bis 2015 war sie die Präsidentin der früheren Trainingsgemeinschaft, aus der nun der Frauenschwingclub der Urschweiz hervorgegangen ist.

Aktuell steht sie dem Vorstand dieses Vereins als Vizepräsidentin beratend zur Seite. Darüber ­hinaus gibt sie als Trainerin ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. «Wir sind immer auf der Suche nach Nachwuchs, und ich freue mich über jede Kontaktaufnahme», wirbt Lucia Iten um sportinteressierte Mädchen.

Der Schwingsport der Männer geniesst in der Schweiz eine immer höhere Beliebtheit. Aber auch der Frauenschwingsport darf sich über eine steigende Beachtung freuen. Das erste Frauenschwingfest fand im Jahr 1980 in Aeschi bei Spiez statt. Kürzlich ging im luzernischen Schachen das Eidgenössische über die Bühne (unsere Zeitung berichtete). Im Unterschied zu den Männern, bei denen der Titel Schwingerkönig alle drei Jahre vergeben wird, wird die Schwingerkönigin jährlich erkoren. Die höchste Punktzahl in der Jahreswertung erreichte Sonia Kälin aus Schindellegi, die insgesamt zum vierten Mal sowie zum dritten Mal in Folge Königin geworden ist.

Lucia Iten, die am letzten Fest der Saison als Kurier im Einsatz war, freut sich sehr über dieses Resultat, stammt doch die Gewinnerin aus ihrem Klub. An ihre eigene Karriere und ihren grössten Erfolg erinnert sie jeweils die Kuh Pinie.

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