SCHWINGEN: Joel Wicki glückt perfekter Wettkampf

Traumauftritt von Joel Wicki: Der 20-jährige Sörenberger gewinnt auf dem Stoos das erste Bergkranzfest der Saison in imponierender Manier. Im Schlussgang der Generationen macht er kurzen Prozess.

Simon Gerber
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Die Entscheidung: Joel Wicki (oben) bezwingt Philipp Laimbacher im Schlussgang mit innerem Haken. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stoos, 11. Juni 2017))

Die Entscheidung: Joel Wicki (oben) bezwingt Philipp Laimbacher im Schlussgang mit innerem Haken. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stoos, 11. Juni 2017))

Simon Gerber

Sechs Gänge, sechs Siege: Dem Sörenberger Joel Wicki gelingt auf dem Stoos ein perfekter Wettkampf. Für keinen der sechs Gegner benötigte er mehr als drei Minuten. Die vielseitige Technik und die Risikobereitschaft haben sich für den Entlebucher ausgezahlt. Das 20-jährige Jungtalent besiegte auf seinem Weg zum gestrigen Triumph drei Eidgenossen – auch dem stark schwingenden Giswiler Benji von Ah durfte er im dritten Duell das Sägemehl vom Rücken wischen. «Wegweisend war für mich schon der Start mit der Maximalnote gegen Mario Thürig», sagte Baumaschinen-Mechaniker Wicki nach dem Wettkampf.

Im vierten Gang legte Wicki den fünffachen Stoos-Sieger Philipp Laimbacher mit einem explosiven Kurzzug ins Sägemehl. Im Schlussgang traf Wicki nochmals auf den 34-jährigen Schwyzer. Dieses Duell sah man bereits vor zwei Jahren. Damals ging der Luzerner noch als Verlierer vom Platz. Diesmal wollte er es besser machen. Der Schlussgang der Generationen war von kurzer Dauer. Bereits nach sieben Sekunden entschied der Luzerner das Duell mit innerem Haken. «Ich konzentrierte mich auf die Stärken meines Gegners, um nicht wieder eine Niederlage einzustecken. Dass mir der Sieg so schnell gelingt, habe ich jedoch nicht erwartet», so Wicki.

Fest in der Hand der Innerschweizer

Vor einigen Tagen ist Wicki erstmals Götti geworden. Dies habe ihm zusätzliche Kraft gegeben. Dank einer intensiven Saisonvorbereitung in der Sportler-RS und einem harten Trainingslager in Sölden sei er nun in einer ausgezeichneten Verfassung. «Nach meinem Wadenbeinbruch im August vom letzten Jahr auf der Schwägalp kehrte ich stärker als vor meiner Verletzung zurück.» Nach dem Ausfall von Christian Schuler (Knieverletzung) hat Joel Wicki mit den beiden Siegen am Ob- und Nidwaldner und auf Stoos nun die Leaderrolle in der Innerschweiz übernommen.

Auch wenn es nicht zum sechsten Triumph an seinem Heimfest reichte, zeigt die Formkurve von Philipp Laimbacher wieder deutlich aufwärts. Zwei Wochen nach dem Urner Kantonalen kam der Schwyzer mit einer soliden Leistung erneut in den Schlussgang. «Wenn man diesen verliert, ist das sicher eine Enttäuschung. Ich ging mit einem guten Gefühl in den letzten Kampf, aber mein Kontrahent hat mich eiskalt erwischt», resümierte der Routinier, der sich mit dem zehnten Bergkranz auf dem Stoos krönen liess. Einen soliden Wettkampf lieferte Benji von Ah ab. Mit dem Unentschieden zuletzt gegen Altmeister Arnold Forrer verpasste er einen absoluten Spitzenplatz.

Das erste Bergfest dieser Saison blieb fest in der Hand der Innerschweizer. Durch die Teilnahme von hochkarätigen Gästen hatte man nicht unbedingt damit gerechnet. Aber Haupt­favorit Samuel Giger schöpfte sein Potenzial nicht aus. Mit den ­beiden Unentschieden gegen Andreas Ulrich und Marcel Mathis fiel der Thurgauer frühzei­-tig aus der engeren Entscheidung. Auch einige Innerschweizer überzeugten nicht. Andreas Ulrich, der Sieger am Schwyzer Kantonalen, verpasste den Kranz, und der Urner Andi Imhof erreichte nicht einmal den Ausstich. Von den zwölf Kränzen gewannen die Innerschweizer sechs, die überraschenden Nordwestschweizer vier und die Nordostschweizer zwei.

Stoos-Schwinget

Stoos SZ. Bergkranzfest (90 Schwinger, 3600 Zuschauer). Schlussgang: Joel Wicki (Sörenberg) bezwingt Philipp Laimbacher (Schwyz) nach 7 Sekunden mit innerem Haken.

Rangliste: 1. Wicki 58,75. 2. Nick Alpiger (Staufen) 57,25. 3. Laimbacher, Henryc Thoenen (Wiedlisbach) und Roger Erb (Metzerlen) je 57,00. 4. Samuel Giger (Ottoberg), Marcel Bieri (Edlibach), Adrian Steinauer (Willerzell) und Roger Rychen (Mollis) je 56,75. 5. Benji von Ah (Giswil), Patrick Räbmatter (Uerkheim) und Mike Müllestein (Steinen) je 56,50. – Alle mit Kranz.