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SCHWINGEN: Joel Wicki verletzt: Schlussgang auf der Rigi wird zum Drama

Joel Wicki verletzt sich im Schlussgang auf der Rigi am Sprunggelenk. Sven Schurtenberger heisst der Sieger – zum Feiern ist dem Schwinger aus Buttisholz aber nicht zu Mute.
Claudio Zanini
Der verletzte Joel Wicki wird vom Sanitäter betreut, ganz rechts der Bergkranzsieger Sven Schurtenberger. (Bild: Urs Flüeler (Rigi Staffel, 9. Juli 2017))

Der verletzte Joel Wicki wird vom Sanitäter betreut, ganz rechts der Bergkranzsieger Sven Schurtenberger. (Bild: Urs Flüeler (Rigi Staffel, 9. Juli 2017))

Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Die Rega setzte den Schlusspunkt unter dieses tragische Bergkranzfest auf der Rigi. Wobei das Wort «Fest» hier keinen Sinn mehr macht. In Feierlaune war niemand mehr. Eben hatte der Bauch des rotweissen Helikopters mit Joel Wicki einen der prominentesten Schwinger der Innerschweiz verschluckt. Sein Schlussgang-Gegner Sven Schurtenberger musste zuvor mit Tränen in den Augen ein Fernsehinterview abbrechen. Und der ansonsten so wortgewandte Speaker wusste auch nicht mehr weiter: «Es ist wirklich schier tragisch, wie dieser Rigi-Schwinget endet ...» Doch der Satz ging nicht mehr weiter, nichts folgte mehr. Und so blieb eine grosse Leere auf Rigi Staffel zurück. Die Zuschauer verliessen beinahe fluchtartig die Arena, Helfer dekonstruierten die beiden Pressetribünen, während langjährige Reporter ungläubig einräumten, so etwas noch nie erlebt zu haben.

Doch setzen wir dort ein, wo das Unheil seinen Lauf nahm. Joel Wicki und Bruno Nötzli hiessen nach fünf Gängen die Schlussgangteilnehmer. Der Schwyzer Nötzli reihte fünf Siege hintereinander, Joel Wicki stellte zum Auftakt, dann gewann er viermal in Folge. Gut sechs Minuten war dieser «erste» Schlussgang alt, als Nötzli sich nach einem inneren Haken des Sörenbergers am linken Knie verletzte. Ungewisse Momente verstrichen, ehe sich der 25-Jährige zur Aufgabe entschied, als Vorsichtsmassnahme. Ob und wie lange der Eidgenosse ausfällt, bleibt unklar.

Schurtenberger: «Das wollte ich nicht»

Also musste ein neuer Gegner für Wicki gefunden werden. Es folgte Sven Schurtenberger, der Eidgenosse aus Buttisholz, der Bestklassierte hinter Nötzli und Wicki. «Schurti», wie er von Kollege Wicki liebevoll genannt wird, war zu diesem Zeitpunkt aber bereits unter der Dusche. Nach einem Telefonanruf der Einteilung kam Schurtenberger zurück auf den Schwingplatz und griff mit Wicki zusammen. Nach anderthalb Minuten und dem Plattwurf von Schurtenberger «klöpfte» es, wie es der 25-Jährige hinterher nennen wird – ein zweiter Schock in diesem dramatischen Schlussgang.

Dann wurde es hektisch. Sanitäter sprinteten zu Joel Wicki auf den Platz. Es waren surreale Augenblicke. Vieles ging einem als Beobachter durch den Kopf: nicht schon wieder. Nicht wieder Wicki, der sich 2016 auf der Schwägalp eine Unterschenkelfraktur zuzog und das Eidgenössische verpasste. Warum ausgerechnet Wicki, der eine grossartige Rückkehr zeigte und drei Kranzfestsiege holte in diesem Jahr.

Doch der Gesichtsausdruck des 20-Jährigen liess keinen Interpretationsspielraum zu. Wohl ging Wicki zu diesem Zeitpunkt vom Schlimmsten aus. Gestern Abend war die Rede von einer Verletzung am rechten Sprunggelenk. Ob er in dieser Saison nochmals schwingen kann, ist fraglich. Zeitgleich mit den Sanitätern eilten Mutter Esthi und Bruder Kevin in den Sägemehlring. Auch Sven Schurtenberger war an vorderster Front mit dabei, hielt sich an der Bahre fest und half mit, Wicki vom Platz zu tragen. «Dass es so endet, wollte ich nicht», sagte Schurtenberger, als er wieder zurückkehrte. «Wenn du so gewinnst, ist das nicht angenehm. Ich wünsche jedenfalls Joel und Bruno alles Gute. Ich muss jetzt probieren, dies irgendwie zu verarbeiten.» Man wurde den Eindruck nicht los, Schurtenberger hätte sich am liebsten bei jedem der 4000 Zuschauer persönlich entschuldigt für den Festausgang.

Es hätte auch schöne Geschichten zu erzählen gegeben

Durchaus hätte es weniger brutale Geschichten zu erzählen gegeben. Etwa eine schöne von Stefan Burkhalter, dem Altmeister aus dem Thurgau, der es schaffte, seinen 100. Kranz zu gewinnen. Oder die unglückliche von Martin Grab, der erneut den Kranzgewinn um Längen verpasste. Oder im Allgemeinen das Abschneiden der Innerschweizer, die 10 von 16 Kränzen ergatterten. Oder die starken Gäste Nick Alpiger und Daniel Bösch, die den Ehrenplatz belegten. Aber am Ende überschatteten die Verletzungen von Wicki und Nötzli alles. Sven Schurtenberger holte seinen ersten Bergkranzfestsieg auf eine Weise, wie er das nie und nimmer wollte. Er konnte einem leidtun.

Sven Schurtenberger, links, kümmert sich nach dem Ersatz-Schlussgang um den verletzten Joel Wicki. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, rechts, kümmert sich nach dem Ersatz-Schlussgang um den verletzten Gegner Joel Wicki. (Bild: URS FLUEELER)
Der verletzte Joel Wicki wird von der Rega abtransportiert. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger feiert zurückhaltend seinen Sieg. (Bild: URS FLUEELER)
Der verletzte Joel Wicki wird betreut. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, rechts, kümmert sich nach dem Ersatz-Schlussgang um den verletzten Gegner Joel Wicki. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, rechts, kümmert sich nach dem Ersatz-Schlussgang um den verletzten Gegner Joel Wicki. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger feiert kurz seinen Sieg, bevor er feststellt, dass Joel Wicki verletzt ist. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, rechts, gewinnt den Ersatz-Schlussgang gegen Joel Wicki, links, welcher sich in diesem Kampf schwer verletzt. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, oben, gewinnt den Ersatz-Schlussgang gegen Joel Wicki, der sich in dieser Aktion schwer verletzt. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger, rechts, gewinnt den Ersatz-Schlussgang gegen Joel Wicki, links, welcher sich in diesem Kampf schwer verletzt. (Bild: URS FLUEELER)
Sven Schurtenberger vor dem Ersatz-Schlussgang. (Bild: URS FLUEELER)
Bruno Nötzli muss den Schlussgang verletzt verlassen. (Bild: URS FLUEELER)
Der offizielle Schlussgang mit Joel Wicki, links, und Bruno Nötzli. (Bild: URS FLUEELER)
Der offizielle Schlussgang mit Joel Wicki, links, und Bruno Noetzli. (Bild: URS FLUEELER)
Joel Wicki im 4. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Andreas Ulrich, links, und Marcel Kropf im 4. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Joel Wicki, links, und Daniel Bösch im 4. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Der folkloristische Alpaufzug in der Schwingerarena beim traditionellen Schwing- und Älplerfest auf Rigi Staffel. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Reto Noetzli, links, und Lukas Doebeli im 4. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Sven Schurtenberger, der spätere Sieger, nach dem 4. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Joel Wicki, links, legt Daniel Boesch ins Sägemehl (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Joel Wicki, links, und Stefan Burkhalter. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Arnold Forrer im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Der Berggottesdienst bei der Schwingerarena auf der Rigi. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Daniel Bösch, links, und Andreas Ulrich beim 3. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Die Schwingerarena auf der Rigi. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Arnold Forrer, hinten, und Stefan Arnold im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Martin Grab, links, und Mario Thürig. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Stefan Burkhalter. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Alex Schuler, rechts, und David Schmid im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Alex Schuler, rechts, und David Schmid im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Martin Hersche, unten, und Bruno Nötzli im ersten Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Marcel Mathis, hinten, und Bruno Gisler im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Joel Wicki, oben, und Christoph Bieri. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Die Schwingerarena. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Stefan Arnold triumphiert im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Der spätere Sieger Sven Schurtenberger im 1. Gang. (Bild: Urs Flüeler, Keystone / Rigi Staffel, 09.07.2017)
Andreas Ulrich, rechts, und Marcel Kuster. (Bild: URS FLUEELER)
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Bergfest auf der Rigi mit viel Schlussgang-Tragik

So lief das Schwingfest auf der Rigi:

Der Sieg von Sven Schurtenberger verkommt zur Nebensache. Der Schwinger aus Buttisholz bodigt zwar Joel Wicki im Schlussgang, kann sich aber hinterher nicht freuen. Wicki verletzt sich am rechten Knie und muss mit dem Rega-Helikopter von Rigi-Staffel geholt werden. Schurtenberger: „Dass dies so endet, wollte ich nicht. Das ist nicht angenehm für mich.“ Wie schwerwiegend die Verletzung des Sörenbergers ist, bleibt unklar.

Der «erste Schlussgang»

Doch damit nicht genug: Bereits Bruno Nötzli verletzte sich zuvor im Schlussgang. Im Duell gegen Wicki – so die ursprüngliche Schlussgang-Paarung – zog er sich ebenfalls eine Knieverletzung zu und musste vorsichtshalber den Kampf beenden. Schurtenberger seinerseits war bereits unter der Dusche, als er als Bestklassierte hinter Wicki und Nötzli in den Schlussgang nachrückte.

5. Gang

Bruno Nötzli blieb auch im 5. Gang erfolgreich. Der Schwyzer besiegte Marcel Kuster und zieht somit souverän in den Schlussgang ein mit fünf Siegen in Folge. Dort trifft er auf Joel Wicki. Der Entlebucher feierte einen Sieg gegen Philipp Schuler.

Auch Sven Schurtenberger weist nach seinem Sieg über Andreas Ulrich dieselbe Punktzahl wie Wicki auf (48.50), kommt aber aufgrund einer Niederlage nicht in Frage für den Schlussgang. Adrian Steinauer, ein weiterer potenzieller Schlussgang-Kandidat, verlor sein Duell gegen Bruno Gisler und fällt somit ebenfalls aus dem Rennen. Gisler seinerseits macht nach dem Sieg Boden gut und belegt nun den 3. Rang in der Zwischenrangliste hinter Wicki und Schurtenberger.

4. Gang

Frenetischer Jubel gab es vor allem für Joel Wicki: Der Sörenberger gewann das Spitzenduell gegen Daniel Bösch in überragender Manier. Mit einem Kurz wuchtete Wicki das Ostschweizer Schwergewicht auf den Boden und holte mit Nachdrücken den Sieg.

Zuvorderst in der Rangliste ist Bruno Nötzli, der seinen Siegeszug fortsetzte. Im 4. Gang ist es Mario Thürig, der das Nachsehen hat. Nötzli steht damit bei vier Siegen und 39.50 Punkten.
Ebenfalls vorne mit dabei ist Andreas Ulrich. Der Rigi-Sieger von 2015 bezwang Marcel Kropf. Auch Sven Schurtenberger kommt immer besser in Fahrt. Nach der Startniederlage siegte er dreimal hintereinander – zuletzt gegen Martin Hersche. Wicki, Ulrich, Schurtenberger und Adrian Steinauer belegen Rang 2.

Unter den Erwartungen bleibt derweil Marcel Mathis. Der Nidwaldner hat bereits drei Gestellte auf dem Notenblatt. Damit dürfte der Kranzgewinn für den Sieger des Innerschweizerischen gefährdet sein.

3. Gang

Noch hat Bruno Nötzli eine makellose Bilanz. Der Sieger des Luzerner Kantonalen siegte im dritten Gang gegen Andreas Döbeli und führt die Zwischenrangliste mit 29.50 Punkten an. Immer noch vorne mit dabei ist auch Joel Wicki. Der Sörenberger besiegte Altmeister Stefan Burkhalter und liegt nun auf Platz 2.

Ebenfalls auf dem zweiten Platz liegt Daniel Bösch. In der Spitzenpaarung des dritten Durchgangs wurde der St. Galler vom Gersauer Andreas Ulrich gestoppt – die beiden trennten sich Unentschieden. Ulrich, der nun auch bei zwei Siegen und einem Gestellten steht, belegt den geteilten 3. Rang. Dort liegen unter anderem auch die Eidgenossen Sven Schurtenberger und Mario Thürig.

2. Gang

Der St. Galler Daniel Bösch bodigte Philipp Schuler im zweiten Gang und führte die Zwischenrangliste mit der maximalen Punktzahl an. Auch für Andreas Ulrich läuft bisher alles nach Plan. Der Schlussgang-Verlierer von Alpnach bezwang Reto Gloggner und holte den zweiten Sieg. Die weisse Weste behält auch Bruno Nötzli, er gewinnt gegen Marcel Kropf. Bei zwei Siegen stehen auch Stefan Arnold, Adrian Steinauer und Andreas Döbeli.

Joel Wicki holte den ersten Sieg gegen Bruno Linggi. Ebenfalls erfolgreich waren Sven Schurtenberger (gegen Mario Schneider) und Reto Nötzli (gegen Stephan Studinger). Nach dem Taucher gegen Stefan Arnold konnte sich Arnold Forrer mit einem Sieg gegen Simon Zimmermann rehabilitieren.

Wie am vergangenen Sonntag misslang Martin Grab der Auftakt. Der Routinier verlor zweimal in Folge.

1. Gang

Für Sven Schurtenberger begann der Tag mit einem Dämpfer. Der Schwinger aus Buttisholz liess sich vom St. Galler Daniel Bösch mit dem ersten Zug überraschen und lag nach wenigen Augenblicken bereits auf dem Rücken.

Ebenfalls mit einer Niederlage startete Arnold Forrer, der König von 2001. Er verlor gegen den Urner Stefan Arnold etwas überraschend. Forrer hätte es im ersten Gang eigentlich mit Philipp Laimbacher zu tun bekommen. Der Schwyzer musste aber Forfait geben, nachdem er sich am vergangenen Sonntag am Innerschweizerischen eine Verletzung an der Schulter zuzog, die noch nicht vollständig auskuriert ist.

Der Sieger des Innerschweizerischen, Marcel Mathis, gewann gegen Bruno Gisler. Auch Andreas Ulrich (Marcel Kuster) und Bruno Nötzli (gegen Martin Hersche) siegten. Joel Wicki kam gegen Christoph Bieri nicht über einen Gestellten hinaus. Auch Reto Nötzli, Nick Alpiger, Stefan Burkhalter, René Suppiger und Alex Schuler mussten ein Unentschieden hinnehmen.

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