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SCHWINGEN: Kälin: «Frauenschwingsport ist auf gutem Weg»

Mit dem Sieg in Hergiswil stellt Sonia Kälin (32) die Weichen für die Titelverteidigung. Auch der Nachwuchs liegt der dreifachen Schwingerkönigin am Herzen.
Ruedi Vollenwyder
Sonia Kälin (oben) bringt Yolanda Geissbühler in Bedrängnis. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 22. April 2017))

Sonia Kälin (oben) bringt Yolanda Geissbühler in Bedrängnis. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 22. April 2017))

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Beim Frauenschwinget im nidwaldnerischen Hergiswil mit über 100 Teilnehmerinnen konnte die amtierende Schwinger­königin Sonia Kälin aus dem schwyzerischen Egg ihre Winnermentalität voll ausleben. Die 32-Jährige bezwang im Schlussgang die Bernerin Jasmin Gäumann, die Zweitklassierte der Jahreswertung 2016, mit einer blanken Zehn. Den einzigen Tolggen im Notenblatt holte sie sich mit einem Gestellten gegen die junge Sarah Widler aus Steinhuserberg.

Sonia Kälin ist eine Persönlichkeit, die den Schwingsport lebt. Drei Königstitel hat die 32-jährige Schwyzerin dank harter Trainingsarbeit in ihrer Karriere bisher geholt. «Ich habe Sägemehl im Blut», meinte sie mit einem Schmunzlen im Gesicht. Schwingen ist für die zierliche, aber technisch bestens ausgebildete Athletin das Lebenselixier.

Eine ganz spezielle Herausforderung

Nur ein Erlebnis stellt Kälin über den Schwingsport: den Lauf über glühende Kohlen. «Dieses Abenteuer war wirklich eine verrückte Sache.» Vier Stunden lang dauerte die mentale Vorbereitung auf diese Herausforderung. «Nein, ich mache das nicht», sagte sie noch kurz vor dem ersten Schritt über die heisse Glut – und wagte den Gang kurze Zeit später dennoch. «Es war supercool und ein unbeschreiblich schönes Gefühl, diese Herausforderung angenommen und auch bewältigt zu haben.» Dieses einmalige Erlebnis weckte bei der dreifachen Schwingerkönigin (2012, 2015, 2016) eine Winnermentalität, die der Sekundarlehrerin nicht nur im Sport weiterhilft. «Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass im Leben nichts mehr unmöglich ist.»

Die Spitzenschwingerin zeigt aber auch ein grosses Herz für den Nachwuchs. Vor ihrem ersten Einsatz in Hergiswil unterstützte Kälin ihre Schützlinge moralisch und taktisch vom Rande des Sägemehlrings aus. So konnte beispielsweise Svenia Steinauer (Mädchen 1) nach zwei gewonnenen Kämpfen den verdienten Applaus ihres Vorbildes entgegennehmen. «Ich liebe die Arbeit mit Jugendlichen, ob als Lehrerin oder als Trainerin», sagt Sonia Kälin und fügt an: «Es ist eine wunderbare Aufgabe, junge Menschen auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleiten zu dürfen.»

Technisch vielseitiger und interessanter

Der Start in die Saison ist der selbstbewussten Athletin mit dem Sieg in Hergiswil geglückt. Wie sieht der weitere Verlauf der Saison aus? «Ich blicke immer vorwärts und will gute Resultate erarbeiten. Solange die drei Komponenten Freude, Motivation und Gesundheit stimmen, bin ich im Sägemehlring anzutreffen. Sollte aber nur einer dieser drei Eckpfeiler wegfallen, hänge ich den Schwingsport an den Nagel.» Für die selbstbewusste Schwyzerin, die wöchentlich zu den Mental- und Krafteinheiten zehn Stunden Training im Sägemehl investiert, ist der Frauenschwingsport auf einem guten Weg. «Die Zweikämpfe sind technisch vielseitiger und interessanter geworden und so für die Zuschauer auch sehenswerter.»

Die 32-Jährige hegt einen ganz speziellen Wunsch: «Ich möchte ein grosses Schwingfest erleben, bei dem die Frauen zusammen mit den Männern am gleichen Wettkampftag antreten können. Das wäre einfach genial.» Ein Wunsch, der trotz zunehmender Akzeptanz des Frauenschwingens nicht leicht in die Tat umzusetzen sein wird, auch wenn der Eidgenössische Frauenschwingverband (EFSV) in diesem Jahr bereits sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Der Saisonabschluss findet am 23. September im luzernerischen Schachen statt, wo auch die neue Schwingerkönigin gekrönt wird. Sonia Kälin ist sich bewusst, dass die Titelverteidigung schwierig wird und ein hartes Stück Arbeit bedeutet. Seit dem Lauf über die heisse Glut ist für Sonja Kälin eines gewiss: Das Wort «unmöglich» existiert nicht mehr in ihrem Vokabular ...

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