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Schwingen-Kampfrichter vor dem Eidgenössischen: «Der Druck auf uns wird noch grösser sein»

Der Schwyzer Philipp Suter (48) wird am Eidgenössischen Schwingfest in Zug als Kampfrichter im Einsatz sein. Einblick in einen schwierigen Job.
Robert Betschart

Was erwarten Sie von Ihrem Kampfrichter-Einsatz am Eidgenössischen in Zug?

Philipp Suter: Auch an Teilverbandsfesten oder an Bergfesten ist die Atmosphäre beeindruckend. Das Eidgenössische in Zug wird allerdings alles übertreffen. Der Druck auf die Kampfrichter, die richtigen Entscheide zu treffen, wird noch grösser sein. Insbesondere dann, wenn die Gänge zusätzlich auch im TV übertragen werden. Aber ich freue mich auf diese Herausforderung.

Kampfrichter am Schwingfest: immer wieder knifflige Aufgaben. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Weissenstein, 20. Juli 2019)

Kampfrichter am Schwingfest: immer wieder knifflige Aufgaben. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Weissenstein, 20. Juli 2019)

Unterliefen Ihnen in Ihrer langen Karriere auch schon Fehlentscheidungen?

Ein Kampfrichter muss immer im Moment entscheiden. Uns stehen weder Zeitlupe noch verschiedene Kamerawinkel zur Verfügung. Es geht alles sehr schnell. Gewiss musste auch ich Entscheide fällen, die auf der Kippe waren. Doch das gehört zum Job dazu. Ich versuche immer die gleiche Linie zu fahren bei meinen Entscheiden. Egal, wer auf dem Platz steht.

Schwinger und Zuschauer haben sich also auch schon bei Ihnen beschwert?

Ja, das hat es schon gegeben. Aber es ist sehr selten, und zum Glück erfolgt dies in einem anständigen Ton. Belastend kann jedoch sein, wenn ein Kampfrichter bei einem kritischen Entscheid einen Aufschrei der Zuschauer einstecken muss. Aber wie gesagt, mit dieser Herausforderung wissen wir umzu­gehen.

Haben Sie sich speziell aufs Eidgenössische vorbereitet?

Ich werde in Zug zusammen mit Alfred Wiedmer aus Bern und Günthardt Christoph aus Landquart auf Platz zwei kampfrichtern. Zwei sitzen jeweils am Kampfrichtertisch und einer leitet den Gang auf dem Platz. Wir haben als Vorbereitung bereits am Seeländischen und auf dem Weissenstein zusammengearbeitet. Damit konnten wir die Absprache untereinander optimieren. Weiter werden wir am ­Freitagnachmittag noch eine spezielle Sitzung abhalten, wo wir ein letztes Mal gebrieft werden.

Zur Person

Philipp Suter (48) lebt in Schwyz, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit 2005 ist der ­Betriebsleiter des Milchhuus Schwyz als Kampfrichter tätig und hat schon mehrere Schlussgänge an Bergfesten und dem Innerschweizerischen geleitet. Als aktiver Schwinger holte er sich 25 Kränze.

Sie erwähnen die Absprache: Wie wichtig ist diese unter den drei Kampfrichtern?

Enorm wichtig. Alle Resultate werden zusammen gefällt. Entscheidet beispielsweise der Kampfrichter auf dem Platz auf ein gültiges Resultat, kann das von den zwei Kampfrichtern am Tisch noch geändert werden, wenn sie dies anders gesehen haben. Für einen Entscheid braucht es immer eine Stimmenverteilung von mindestens 2:1.

Der Tisch ist also auch dafür verantwortlich, genaustens zu beobachten, ob es ein Resultat war oder nicht?

Genau. Der Kampfrichter auf dem Platz sollte in der Regel zwei Drittel des Platzes abdecken und sich entsprechend positionieren. Der Drittel des Platzes direkt vor dem Tisch gehört zum Verantwortungsbereich der zwei Kampfrichter am Tisch. Diese müssen dann sofort dem Platzkampfrichter ein Zeichen geben, wenn es zu einem Resultat gekommen ist.

Trotzdem gibt es an Schwingfesten immer wieder sehr kritische Entscheide. Wäre es an einem so wichtigen Fest wie am Eidgenössischen in Zug nicht angebracht, zwei Platzkampfrichter zu stellen?

Aus meiner Sicht nicht. Ich stelle mir die Kommunikation unter zwei Platzkampfrichtern sehr schwierig vor. Wenn beispielsweise einer der beiden Platzkampfrichter auf ein gültiges Resultat entscheidet und der andere dies anders gesehen hat, fängt das Problem an. Wer hat am Ende recht? Es würde nicht helfen und am Ende gäbe es noch mehr Diskussionen.

Die Notengebung ist immer wieder ein Thema. Wird die Notengebung am Esaf noch strenger als sonst sein?

Ich denke nicht. Wie gesagt ­werden wir am Freitag vor dem Fest noch ein letztes Briefing bekommen. Ich gehe jedoch davon aus, dass wir die Notengebung mit denselben Mass­stäben wie sonst handhaben werden.

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