SCHWINGEN: Kilchberger-Schwinget: Das müssen Sie wissen

Der am Sonntag um 8 Uhr mit dem Anschwingen startende Kilchberger Schwinget ist mit keinem anderen Schwingfest zu vergleichen. Wir sagen Ihnen alles, was Sie über das prestigeträchtige Fest wissen müssen.

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In der Arena auf dem Gut «Uf Stocken» finden 12'000 Zuschauer Platz. Geschwungen wird nur auf zwei Sägemehlringen. (Bild: Keystone)

In der Arena auf dem Gut «Uf Stocken» finden 12'000 Zuschauer Platz. Geschwungen wird nur auf zwei Sägemehlringen. (Bild: Keystone)

Teilnehmer

Nur die 60 besten Athleten dürfen am Kilchberger Schwinget teilnehmen, weshalb es als härtestes Schwingfest gilt. Jeder Teilverband erhält eine seiner Grösse angemessene Anzahl Startplätze. Wie jeweils am Eidgenössischen stellen die Innerschweizer auch in Kilchberg die grösste Mannschaft. Innerschweiz: 18. Nordostschweiz: 16. Bern: 15. Nordwestschweiz: 7. Südwestschweiz: 4.

Kilchberg

Warum findet die «Revanche fürs Eidgenössische» im Kanton Zürich und nicht in einer Schwinger-Hochburg statt? Das hat historische Gründe: Dr. Emil Huber, grosser Anhänger des Schwingsports, war mit dem unentschieden ausgegangenen Schlussgang des Eidgenössischen 1926 in Luzern unzufrieden, weshalb er ein Jahr später in Kilchberg einen Anlass ohne Titelrivalitäten, ohne Kränze, aber auch ohne Eintrittsgelder durchführen liess. Dieses «Freundschaftsschwingen» gilt bis heute als Revanche fürs Eidgenössische. In den bisher fünfzehn Austragungen gab es sechs Nordostschweizer und fünf Berner Sieger. Die Innerschweizer siegten dreimal – Hans Bühler (1962), Hans Kopp (1978) und Eugen Hasler (1990) – und die Nordwestschweizer einmal.

Turnus

Der Kilchberger Schwinget findet nur alle sechs Jahre und jeweils im Jahr nach einem Eidgenössischen statt. Er wechselt sich mit dem Unspunnen-Schwinget in Interlaken ab, das in drei Jahren, nach dem Eidgenössischen in Nyon, wieder zur Austragung kommt.

Publikum

In der Arena auf dem Gut «Uf Stocken» finden 12'000 Zuschauer Platz. Geschwungen wird nur auf zwei Sägemehlringen. Tickets für den Saisonhöhepunkt konnten nicht erworben werden, sie wurden an die einzelnen Schwingklubs und an ehrenamtliche Helfer abgegeben, die alle einen Unkostenbeitrag von 20 Franken zahlen mussten. Es ist das erste Mal, das für ein Billett für den Kilchberger Schwinget eine solche Bearbeitungsgebühr verlangt wird.

Gabentempel

Gabenchef Guido Zurkirchen verrät, dass der Gabentempel einen Wert von beinahe 200 000 Franken hat. Zum Vergleich: Am Eidgenössischen in Burgdorf haben Preise im Gesamtwert von rund 800 000 Franken auf die Schwinger gewartet. In Burgdorf waren aber 285 Schwinger im Einsatz, in Kilchberg ja nur 60. Im Schnitt bekommen die Schwinger also einen Preis im Wert von rund 3000 Franken. «Jeder Preis hat einen Wert von über 1000 Franken, Siegermuni Wilson etwa 8000 Franken», sagt Zurkirchen. Neben Motorroller und Velos finden die Schwinger vor allem elektronische Geräte wie Computer oder Fernseher.

Kränze

Kränze gibt es am Kilchberger Schwinget keine, so wollte es Gründer Dr. Emil Huber. Wie am Unspunnen-Schwinget zählt nur der Sieg.

Stellenwert

Der Kilchberger Schwinget ist seit 1932 ein Fest mit «eidgenössischem Charakter», was nur das Eidgenössische und der Unspunnen-Schwinget von sich behaupten können. Ausnahme: der Expo-Schwinget 2002, den Martin Grab gewinnen konnte.

Fernsehen

SRF 2 überträgt von 7.30 bis 12.05 Uhr und von 13 bis 17 Uhr live.

Internet

Luzernerzeitung.ch berichtet am Sonntag direkt aus Kilchberg