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SCHWINGEN: Mildernde Umstände für Laimbacher

Morgen Sonntag findet mit dem Zuger Kantonalen in Baar das erste Kranzfest der Saison statt. Eine neue Regelung zwingt die Schwinger, auch vier Regionalfeste zu absolvieren. Die ersten Könige bekamen die Konsequenzen schon zu spüren.
Claudio Zanini
Gehört am Sonntag in Baar zu den Favoriten: der Schwyzer Philipp Laimbacher (oben). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Lungern, 5. Mai 2016))

Gehört am Sonntag in Baar zu den Favoriten: der Schwyzer Philipp Laimbacher (oben). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Lungern, 5. Mai 2016))

Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch


Für den Schwinger gibt es zweierlei Anlässe: attraktive und weniger attraktive. Bei Ersteren warten eine sportliche Herausforderung, ein Kranz und ein lukrativer Gabentempel auf ihn. Bei Letzteren gibt es Ruhm und Ehre – nicht viel mehr. Für Sponsoren gilt dasselbe. Bei Kranzfesten wie dem Zuger Kantonalen am Sonntag in Baar kann ein Engagement angesichts der hohen Besucherzahlen verlockend sein, bei Regionalfesten hingegen weniger.

Der Eidgenössische Schwingerverband wollte grundsätzlich die kleinen Feste stärken, als er in der Saison 2016 eine neue Regelung verabschiedete. Diese zwingt die Athleten, mindestens vier Regionalfeste zu absolvieren, ehe sie in der darauffolgenden Saison als Gast bei einem auswärtigen Teilverband antreten dürfen. Auf Innerschweizer Verbandsgebiet ging man noch einen Schritt weiter. Wenn hier ein Schwinger nicht seine vier kleinen Feste vorweisen kann, schwingt er im nächsten Jahr nur an einem einzigen Kranzfest – und nicht mehr.

Die neuen Richtlinien, die im letzten Jahr eingeführt wurden, entfalten ihre Wirkung erst in dieser Saison. Peter Achermann, der Präsident des Innerschweizer Schwingerverbands (ISV), begründet die Massnahme so: «Für gewisse Schwinger braucht es diese Regel, für andere weniger. Profitieren sollen vor allem der Schwingsport, die Regionalfeste und somit auch die veranstaltenden Schwingklubs.» Momentan befinde man sich in der dreijährigen Versuchsphase, die nach der Saison 2019 endet.

Ein prominenter Schwinger, der in dieser Saison der neuen Regel zum Opfer fallen würde, ist der 34-jährige Schwyzer Philipp Laimbacher. Das Beispiel des 92-fachen Kranzgewinners zeigt jedoch, dass sich die Verantwortlichen einen gewissen Handlungsspielraum vorbehalten. Laimbacher kam 2016 nicht auf vier Regionalfeste und dürfte demzufolge nur ein Kranzfest 2017 bestreiten. Von Seiten des ISV liess man aber mildernde Umstände walten, da Laimba­cher aufgrund seiner Knieverletzung während mehrerer Wochen in der vergangenen Saison ausfiel. Dass bei einem Schwinger von seinem Renommee eher ein Auge zugedrückt wird, denkt Laimbacher nicht. Wie die weniger dekorierten Kameraden habe er genau begründen müssen, warum er nicht auf das geforderte Soll kam. Er befürwortet das Reglement grundsätzlich, sagt aber: «Schwinger in meinem Alter pausieren eher mal ein Wochenende. Dennoch sollten vier Regionalfeste mit einer seriösen Saisonplanung möglich sein.»

Sempach darf nicht ans Luzerner Kantonale

Wie das geht, demonstrierte etwa Mike Müllestein, der 27-Jährige Neueidgenosse aus Steinen. Der Spitzenschwinger hat in diesem Jahr bereits vier Teilnahmen an Regionalfesten auf dem Konto, noch bevor die Saison überhaupt richtig begonnen hat.

Bei den grössten Namen der Branche wurden keine Ausnahmen gemacht, wie die Situation im Berner Kantonalen Schwingerverband verdeutlicht. Der aktuelle König Matthias Glarner darf nicht als Gast am Glarner-Bündner Kantonalen antreten, weil er im letzten Jahr nicht vier Regionalfeste absolvierte. Ebenso Kilian Wenger, der eigentlich ans Urner Kantonale nach Altdorf kommen wollte, oder auch der König von 2013, Matthias Sempach, dem die Teilnahme am Luzerner Kantonalen in Malters verwehrt wurde. Die noble Absicht, kleine Feste zu stärken, kriegen Kranzfeste je nachdem negativ zu spüren. Guido Keller, OK-Präsident des Luzerner Kantonalen, sagt: «Für uns ist die Situation ein wenig undankbar. Wir haben bis zuletzt probiert, dass Matthias Sempach nach Malters kommen darf. Mittlerweile können wir mit dem Beschluss leben und sehen den Sinn der Regelung natürlich ein.» Die Message des Verbandes scheint vor der Kranzfestsaison angekommen zu sein: Wer nur Eichenlaub im Kopf hat, muss aussetzen.

Zuger Kantonales

Dorfmattwiese, Baar. Sonntag: 6.00: Kassaöffnung. – 7.15: Appell der Schwinger auf dem Festplatz. – 7.30: Anschwingen. – 10.00: Sonntagsruhe. – 12.00: Mittagspause. – 13.15: Fortsetzung der Wettkämpfe. – 16.45: Schlussgang.

Titelverteidiger: Christian Schuler.

Favoriten: Christian Schuler (Sieger 2013–2016), Philipp Laimbacher (Sieger 2009, 2010), Mike Müllestein, Martin Grab, Marcel Mathis, Andi Imhof, Sven Schurtenberger, Joel Wicki.

Kranzfestsaison 2017

30. April: Zuger Kantonales in Baar
7. Mai: Ob-/Nidwaldner Kantonales in Beckenried
14. Mai: Schwyzer Kantonales in Arth
21. Mai: Luzerner Kantonales in Malters
28. Mai: Urner Kantonales in Altdorf
11. Juni: Stoos-Schwinget
2. Juli: Innerschweizerisches Schwingfest in Alpnach
9. Juli: Rigi-Schwinget
30. Juli: Brünig-Schwinget
27. August: Unspunnen-Schwinget

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